In vielen Urlaubsländern lassen skrupellose Geschäftemacher mit Tierattraktionen weiterhin die Kasse klingeln. Vielerorts wird Tierschutzstandards nur wenig Beachtung geschenkt und stilles Leid lässt sich leicht vertuschen. Reiseveranstalter und geschickte Händler vor Ort preisen Kamelritte zu den Pyramiden an, „Eseltaxis“ auf steilen Wegen oder Kutschfahrten in der Sonne. Aktivitäten, die längst aus der Zeit gefallen sind, erzeugen leider immer noch Aufmerksamkeit für die Insta-Story oder den Schnappschuss, den man nach der Rückkehr der Familie zeigt. Welche Torturen hinter solchen Angeboten stecken, wissen viele nicht.
VOR ALLER AUGEN WERDEN TIERE ALS BEFÖRDERUNGSMITTEL MISSBRAUCHT
Seit Jahren dokumentiert die Tierschutzorganisation PETA das Leid von Eseln und Maultieren auf der griechischen Urlaubsinsel Santorini und zeigt Verantwortliche an. Bei sengender Hitze müssen die Tiere die etwa 600 Stufen zwischen dem Hafen und der Altstadt von Firà hinauf- und herunterlaufen. Dabei werden sie über ihre Leistungsgrenzen hinaus beladen: tags mit schweren Inselbesuchern und nachts mit Müllsäcken. Sind die Esel zu schwach, um weiterzugehen, werden sie mit Peitschen und Holzstöcken geschlagen. Medizinische Versorgung bleibt den Tieren meist ebenso verwehrt wie ausreichend Trinkwasser und Schatten. Können die Esel die unfreiwillige Arbeit nicht mehr verrichten, werden sie häufig ausgesetzt und sich selbst überlassen. Die griechischen Behörden stempeln die Missstände als „Einzelfälle“ ab; Strafanzeigen laufen ins Leere. Fehlende Kontrollen und unzureichende Umsetzungen von Tierschutzregelungen führen dazu, dass die Esel und Maultiere auf Santorini weiterhin leiden.
DER UMGANG MIT KAMELEN, ESELN, PFERDEN UND MAULTIEREN IM TOURISMUS
Auch an Ägyptens Tourismushotspots Gizeh und Luxor sowie in der jordanischen Felsenstadt Petra werden Huftiere als Transportmittel und Fotorequisiten missbraucht. In glühender Hitze, meist ohne Wasser und Schatten, tragen sie die Besucher zu den Pyramiden, den Königsgräbern und durch das weitläufige und steile Gelände der Ruinenstadt.