Reisen wie Kim & Leo

 Luxusreisen versprechen Extravaganz, gute Geschichten und neiderfüllte Insta-Kommentare.

Illustration: Natascha Baumgärtner
Illustration: Natascha Baumgärtner
Olaf Strohm Redaktion

Eine mondäne Insel vor den Philippinen, wo Palmen sich im türkisfarbenen Wasser spiegeln und Delfine rund um Korallenriffe herumspringen. Hier, im Amanpulo-Resort, buchte sich Leonardo DiCaprio einst für seinen Geburtstag ein – die ganze Insel gehörte dazu. Der Hollywoodstar, der sich mit seiner DiCaprio Foundation dem Klimaschutz widmet, ließ sich per Helikopter einfliegen und genoss Tauchausflüge zu verborgenen Wracks – ein Szenario, das direkt aus einem James-Bond-Film stammen könnte. Durch die Klatschpresse kursierten Menüs mit frisch gefangenem Fisch und privaten Dinnern unter Sternen, bei denen DiCaprio mit Freunden philosophierte. Solche Momente unterstreichen den Reiz von Luxusorten: Sie bieten nicht nur Abgeschiedenheit, sondern ein Abenteuer, das Status und Naturverbundenheit vereint.

Luxusreisen sind nicht nur schnöde Flucht aus dem Alltag, sondern für Prominente oft Bühne für ihre extravaganten Geschichten. Und eine schöne Projektion für die, die es ihnen nachtun möchten. Wer in seiner Insta-Story oder beim anschließenden Treffen im Tennisclub Anekdoten von Hubschraubertouren, Tauchausflügen, Glamour, Romantik und Exzentrik erzählen kann, steigert nicht nur sein soziales Ansehen, sondern darf sich im Licht neidischer Kommentare sonnen. Dies ist auch der Grund, warum TV-Serien wie „Das Traumhotel“ so viele Menschen faszinieren. Sie zeigen: In diesen Enklaven wird der Urlaub zur Legende, untermalt von Privatjets, luxuriösen Dinners und atemberaubenden Kulissen.

Wer seine Luxusreisestory mit prominenten Namen unterfüttern möchte, ist mit der Destination Hawaii nicht ganz schlecht beraten. Hier, auf Maui, wo Lavafelder auf endlose Strände treffen, sucht Oprah Winfrey, die Queen of Talkshows, Erholung im Four Seasons Resort. In einer ihrer Shows schwärmte sie von den Infinity-Pools, die scheinbar ins Meer übergehen, und den täglichen Yoga-Sessions bei Sonnenaufgang. Einmal lud sie VIP-Gäste zu einem privaten Retreat ein, inklusive Massagen mit einheimischen Heilkräutern und Hula-Tänzerinnen. Die Medienkönigin erklärte später: „Hier verliert man die Zeit aus den Augen.“ Ein Ort, der pure Regeneration verspricht – ein Magnet für alle, die im Luxus nach innerer Balance streben.
 

Illustration: Natascha Baumgärtner
Illustration: Natascha Baumgärtner

Beyoncé und Jay-Z hingegen wählten für ihre Flitterwochen das Aman Sveti Stefan, ein altes Fischerdorf vor der Küste Montenegros, das zu einem exklusiven Resort umgebaut wurde. Das Paar mietete die gesamte Insel, komplett mit Butler-Service und Butler, die Champagner bei Sonnenuntergang servierten. Fotos zeigen sie eng umschlungen auf der Terrasse, mit Blick auf das Adriatische Meer. Hier entstand eines ihrer ikonischen Alben, inspiriert von der magischen Atmosphäre – ein „Traumhotel"-Moment pur. Die Geschichte zeigt, wie Luxusreisen Kreativität beflügeln und Paare zu Romantik inspirieren.

Nicht weit entfernt, im Amanzoe auf der griechischen Halbinsel Peloponnes, feierten George und Amal Clooney ihre Hochzeit. Die Anwältin und der Schauspieler bezogen eine Villa inmitten von Olivenhainen, mit eigenem Pool und antiken Ruinen in Sichtweite. Gäste berichten von Feuerwerk-Shows und griechischen Festen, bei denen Clooney mit Ouzo anstieß. Amal Clooney soll die Bibliothek des Resorts geliebt haben, wo sie arbeitete, während George segelte. Diese Anekdote verkörpert den intellektuellen Luxus: Resorts als Rückzugsorte, die Privatsphäre und Kultur bündeln. Während zugleich die Influencerin aller Influencerinnen, Kim Kardashian, per Wasserflugzeug zum Ritz-Carlton auf die Malediven flog und in eine Villa mit Haifisch-Pool eincheckte – mit Glasboden, unter dem Rochen und Haie vorbeischwimmen. Sie postete Selfies, die Millionen Likes ernteten, und pries den Service, der Kaviar zum Frühstück liefert. Der Wow-Effekt war perfekt: Luxus, der so instagrammable ist, dass er Trends setzt und Buchungen explodieren lässt.

Auch Elon Musk fand Ruhe auf den Malediven, im Soneva Fushi, wo die Devise „No News, No Shoes“ gilt. Der Tech-Visionär tweetete aus einem Bungalow mit Observatorium über Sternschnuppen und Radfahrten durch den Dschungel. Hier, fernab von SpaceX und Twitter, lud er zu Barfuß-Dinnern ein – ein Kontrast zu seinem hektischen Leben, der den Reiz solcher Orte unterstreicht: Absolute Entgiftung im Überfluss.

Natürlich sind auch hiesige Celebrities voll im Luxusrausch: Influencerin Carmen Geiss teilt regelmäßig Einblicke in ihr Leben, wie den Aufenthalt im „Royal Atlantis“ in Dubai oder Entspannung in der „Cabana im Cloud 22“. Ihr Leben ist geprägt von Bling Bling und täglichen Restaurantbesuchen, wobei sie sich gern in luxuriösen Penthouse-Wohnungen mit direktem Blick auf den Burj Khalifa zeigt. Ihr Mann Robert Geiss erzählt derweil von Havarien seiner Luxusyacht „Indigo Star“, die teilweise auf Mauern in Dubai feststeckte, was trotz des Ärgers ihre Verbindung zur glamourösen Welt unterstreicht. Wer die finanzielle Potenz der Geissens noch nicht erreicht hat, kann immerhin am Dschungelcamp teilnehmen, um sich als Anschauungsmaterial für den tiefen Fall vom Luxusleben zum Dschungelzelt zur Verfügung zu stellen. Anschließend kann man gesponserte Guten-Morgen-Reels aus Luxushotels posten („Gumo from paradise“).

Diese Promi-Anekdoten sind Symptom eines Trends. Luxusreisen boomen, weil sie – wie Bond-Filme oder Hotelserien – Träume verkaufen: Exklusivität, unvergessliche Erlebnisse und die Illusion, selbst einmal im Rampenlicht zu stehen. Die „Luxury Goods Worldwide Market Study“ von Bain & Company in Kooperation mit Fondazione Altagamma zeigen, dass selbst Mittelständler sich von solchen Stories inspirieren lassen und zunehmend „splurgen“, also sich etwas Teures gönnen. In einer Welt voller Stress versprechen Luxusresorts nicht nur Übernachtungen, sondern Geschichten, die man erzählt – und genau das macht sie unwiderstehlich.

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