Innovationen fürs Klima

Wenn wir die Erderwärmung stoppen wollen, wird es nicht reichen, unsere Art zu leben anzupassen. Genauso wichtig wird es sein, neue technische Lösungen zu entwickeln, um einen schnellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu gewährleisten.
Illustration: Luisa Jung
Illustration: Luisa Jung
Klaus Lüber Redaktion

Klimaneutraler Zement
Bisher gibt es keine Technologie, mit der sich die Treibhausgas-Emissionen aus der Zementherstellung völlig vermeiden lassen. Das ist tragisch, denn die Zementindustrie ist für etwa acht Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Nun plant das kalifornische Start-up Brimstone Energy, Zement mithilfe von Kalziumsilikat herzustellen, was die üblicherweise bei der Zementherstellung entstehenden Prozessemissionen vermeiden könnte.

Verantwortung für Müll
Das Berliner Start-up Cleanhub will Unternehmen helfen, Verantwortung für ihren Verpackungsmüll zu übernehmen. So sucht es etwa nach Alternativen für schwer recycelbare Stoffe wie Chipstüten. Außerdem organisiert es Müllsammelaktionen in Küstenregionen. Dabei will das Unternehmen eine Online-Plattform für Müllsammler aufbauen – zunächst in Indien und Indonesien. Die Gründer selbst beschreiben ihre Geschäftsidee als „Uber für Müll“.  

Kommerzielle Kernfusion
Kernfusion ist das, was Sterne zum Leuchten bringt. Könnte man sie zur kommerziellen Energiegewinnung einsetzen, wären auf einen Schlag so gut wie alle Energieprobleme der Menschheit gelöst. Leider basteln Physiker:innen seit Jahrzehnten vergeblich an einem einsatzfähigen Fusionsreaktor. Nun glaubt das US-amerikanische Start-up TAE Technologies einen Durchbruch bei der Forschung erzielt zu haben, der genau das möglich machen soll. Bis zum Jahr 2030 will es kommerziell nutzbare Kernfusionseinrichtungen entwickelt haben.

Kunststoff aus Biokohle
Kunststoff, Dünger und Aktivkohle herstellen und dabei noch CO2 aus der Atmosphäre binden, statt welches freizusetzen – das ist die Idee des 2017 gegründeten deutschen Start-ups Carbonauten. Karbonisierungsanlagen wandeln Biomasse in Biokohlenstoffe um, in denen das CO2 dauerhaft gebunden wird. Dafür verwertet Carbonauten vor allem Reste aus der Forst- und Landwirtschaft, der Lebensmittel- und Holzindustrie. Dabei entsteht zusätzlich ein Überschuss an erneuerbarer Energie, dazu auch Wasserstoff und hochwertige Bio-Öle.

Fußabdruck vermindern
Über die App Klima des Berliner Start-ups Climate Labs können Nutzer ihren persönlichen CO2-Fußabdruck ermitteln. Hierzu fragt die Anwendung etwa nach Konsum- und Ernährungsgewohnheiten, nach der Anzahl der jährlichen Flugreisen und ob bevorzugt das Auto oder Bus und Bahn genutzt werden. Den so ermittelten CO2-Ausstoß können Nutzer anschließend über eine monatliche Spende ausgleichen. Ambitioniertes Ziel der Gründer ist es,  bis zum Jahr 2025 jährlich 20 Millionen Tonnen CO2 zu neutralisieren.
 

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