Milch – für viele ein Symbol von Fürsorge, Natürlichkeit und Gesundheit. Doch kaum jemand weiß, was hinter der Milchproduktion wirklich steckt. In den meisten Milchbetrieben in Deutschland werden Kälber schon kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. Noch bevor das Kalb überhaupt richtig stehen kann, wird es weggebracht – weil die Milch, die eigentlich für das Kalb gedacht ist, für den menschlichen Verzehr genutzt werden soll. Die natürliche Bindung wird bewusst unterbrochen. Für Mutter und Kalb bedeutet diese vollkommen unnatürliche Trennung enormen Stress. Die Kälber werden anschließend einzeln in Holzboxen oder sogenannten „Kälberiglus“ gehalten – kleine Kunststoffhütten, die kaum Bewegungsfreiheit bieten. Einsamkeit und Langeweile prägen die ersten Lebenswochen. Ein Drittel der weiblichen Kälber wird später selbst Milchkuh. Alle männlichen und viele weibliche Kälber gehen in die Mast. Als Milchrassekälber setzen sie jedoch weniger gut Fleisch an, deswegen werden viele aus Kostengründen mit nur 28 Tagen ins Ausland transportiert und dort gemästet, wo Kalbsfleisch beliebter ist. Die Milch steht im Mittelpunkt und das Kalb ist absolute Nebensache. Die Bedürfnisse der Tiere spielen in diesem – zur Normalität erhobenen – System keine Rolle.
Dabei geht es auch anders: Bei der mutter- oder ammengebundenen Kälberaufzucht bleiben Mutter und Kalb in den ersten Wochen und Monaten zusammen. Das Kalb darf bei der Mutter oder einer Amme trinken, gleichzeitig kann der Mensch einen Teil der Milch abmelken. Engagierte Höfe in Deutschland zeigen: Dieses Modell ist möglich – und vereint Tierwohl mit bäuerlicher Landwirtschaft. Wer diese Betriebe unterstützen will, findet unter www.provieh.de/kuh-und-kalb eine Übersicht der Höfe sowie Hinweise, wo entsprechende Milch- und Fleischprodukte erhältlich sind.
PROVIEH, die älteste Organisation für Nutztierschutz in Deutschland, setzt sich konsequent für die Tiere in der Landwirtschaft ein. Damit wir ihnen weiterhin eine starke Stimme geben können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Gemeinsam schaffen wir Lösungen für bessere Haltungs- und Lebensbedingungen für Rind, Schwein, Huhn und Co – werden Sie Mitglied oder spenden Sie jetzt.
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