Gesund und nachhaltig in die kalte Jahreszeit

Nachhaltigkeits-Siegel helfen, das Heim nicht nur gemütlich, sondern auch gesund und umweltbewusst einzurichten.

Illustration: Merle Piroli
Illustration: Merle Piroli
Laura Puttkamer Redaktion

Im Herbst und Winter verbringen wir deutlich mehr Zeit im Innenbereich. Für viele ist der Herbstbeginn die Zeit, um lange geplante Projekte anzugehen: Das Wohnzimmer bekommt einen neuen Anstrich, die Sofaecke soll gemütlicher werden, und die Gardinen im Schlafzimmer gehören auch einmal ausgetauscht. So werden die eigenen vier Wände noch schöner und behaglicher – zumal, wenn dabei die Materialien sorgfältig ausgewählt werden. Denn schließlich sind nicht alle gut für die Gesundheit – davon können Allergiker ein Lied singen. Aber auch für alle anderen gilt, beim Einkaufen von Farben, Textilien, Bodenbelägen, von Möbeln und Deko-Objekten auf die Qualität zu achten. Je weniger Schadstoffe sie abgeben, desto besser für Raumklima, Gesundheit und Wohlbefinden.

Siegel helfen beim Einkauf

Siegel wie „Der Blaue Engel“ und „Cradle-to-Cradle“ werden etwa an Baustoffe, Möbel, Farben und Bodenbeläge vergeben. Der Blaue Engel ist schon seit über 45 Jahren das Umweltsiegel der Bundesregierung. Er kennzeichnet umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Das Cradle-to-Cradle-Siegel wird seit 2012 weltweit vom Cradle To Cradle Products Innovation Institute, einer NGO mit Sitz in San Francisco, vergeben. Es bewertet die Sicherheit und Kreislauffähigkeit von Materialien und Produkten. Dabei wird nach fünf Kategorien der Nachhaltigkeitsleistung eingestuft: Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit des Produkts, saubere Luft und Klimaschutz, Wasser- und Bodenverantwortung sowie soziale Fairness. Produkte mit einem derartigen Siegel geben die Sicherheit, eine gesundheitlich gute Wahl zu treffen, die Umwelt und Klima schützt und zudem zur Kreislaufwirtschaft beiträgt.

Die richtigen Textilien wählen

Der Instinkt, sich im Herbst und Winter einkuscheln zu wollen, ist wissenschaftlich gut erforscht. Bekommt er weniger Tageslicht ab, produziert unser Körper auch weniger Serotonin, das Hormon, das wir zum Wohlfühlen brauchen. Das muss aber nicht gleich zum Winterblues führen. Und eine UV-Lampe muss es auch nicht sein. Mit kuscheligen Decken, einer gemütlichen Einrichtung, umgeben von der Familie und vielleicht den Haustieren können wir die kalte, dunkle Jahreszeit sehr gut überstehen. 
Auch hier gilt, auf die Materialauswahl zu achten. Das gilt insbesondere für Textilien: Nicht jede weiche, kuschelige Decke besteht aus umweltfreundlichen Materialien. Naturbasierte Textilien sind am besten geeignet, um einen Beitrag zur Umwelt zu leisten. Sie sind erschwinglich, müssen weniger oft gewaschen werden, kommen auch bei Allergikern gut an und belasten die Umwelt deutlich weniger. Mit Materialien wie Schafswolle, Angora, Kaschmir, Seide und Baumwolle setzen wir ein Zeichen gegen Fast Fashion, 
Kinderarbeit und prekäre Arbeitsbedingungen, Monokultur, Gentechnik und Wasserverschwendung. Und zugleich bleibt es daheim warm und kuschelig. Die dunkle Jahreszeit kann kommen!  

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