Der Weg ins Eigenheim hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Für die Babyboomer war ein Hausbau oft selbstverständlicher Teil der Lebensplanung. Heute bremsen hohe Baukosten, gestiegene Kreditzinsen und der hohe Eigenkapitalbedarf viele Kaufinteressierte aus. Millennials mussten in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt fast 14 Jahre sparen, um genügend Eigenkapital für eine Immobilie aufzubauen – doppelt so lange wie die Generation der Babyboomer. Je nach Lebensphase stellen sich deshalb unterschiedliche Fragen: Lohnt sich der Kauf einer sanierungsbedürftigen Immobilie? Wie lässt sich das Eigenheim energetisch modernisieren? Und wie bleibt es auch im Alter gut nutzbar?
EINSTIEG ÜBER DEN BESTAND
Auch Generation Z und Millennials (Millennials etwa 1981 bis 1996, Generation Z ab 1997) träumen vom Eigenheim. Nur: Der Neubau ist für viele kaum noch zu stemmen. Noch vor wenigen Jahren gab es Baukredite für rund 1 Prozent. Heute kostet ein zehnjähriges Darlehen meist um die 4 Prozent. Genau hier kommt der Bestand ins Spiel. Er öffnet vielen überhaupt erst die Tür zum Eigentum, ist oft günstiger als ein Neubau und Schritt für Schritt modernisierbar. Wie attraktiv dieser Weg geworden ist, zeigt die Studie Wohnen in Deutschland 2025: 67 Prozent der Mieter mit Kaufabsicht würden auch eine sanierungsbedürftige Immobilie kaufen.
Wer neu baut, muss tiefer in die Tasche greifen. Rund 3.081 Euro kostet der Quadratmeter Wohneigentum im Schnitt – und das ohne Grundstück. Dazu kommen Erschließung, Außenanlagen, Finanzierung. Seit 2010 sind die Baupreise für Wohngebäude um rund 89 Prozent gestiegen. Wer trotzdem schlüsselfertig bauen will, setzt häufig auf Komplettanbieter. Andere vergleichen erst in Ruhe Bauweisen und Fertighauskonzepte, bevor sie sich festlegen.
JETZT IN DIE ZUKUNFT INVESTIEREN
Für die Generation X (geboren etwa zwischen 1965 und 1980) geht es seltener ums Kaufen als ums Modernisieren. Ihre Häuser stammen oft aus den 1980er- und 1990er-Jahren, und kommen jetzt in das Alter, in dem größere Investitionen anstehen. Der Antrieb ist meist doppelt: niedrigere Energiekosten und ein Haus, das seinen Wert hält. Also fließt Geld in neue Fenster, eine gedämmte Fassade, Photovoltaik oder eine neue Heizung. Wer handwerklich erfahren ist, legt selbst Hand an, zum Beispiel bei Trockenbau, Bodenbeläge, Malerarbeiten. Baumärkte und digitale Planungstools helfen dabei.
Eine energetische Sanierung lohnt sich vor allem dann, wenn die Grundsubstanz stimmt. Sie drückt den Energieverbrauch und steigert langfristig den Wert der Immobilie. Im besten Fall sinkt der Energiebedarf eines Hauses um bis zu 85 Prozent. Je nach Gebäude und Umfang werden dafür häufig 50.000 bis über 150.000 Euro fällig. Summen, die Förderprogramme von Bund und Ländern spürbar senken.
Für die Babyboomer (geboren etwa zwischen 1946 und 1964) zählt vor allem eines: möglichst lange selbstständig im eigenen Zuhause bleiben. Die Frage lautet dann weniger „kaufen oder bauen“ als: Wie passe ich mein Haus an neue Bedürfnisse an?
Oft genügen wenige gezielte Eingriffe, um es fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen. Ein ebenerdiger Zugang, eine bodengleiche Dusche, breitere Türen, alles kleine Veränderungen mit großer Wirkung im Alltag. Vor größeren Umbauten lohnt es sich, früh fachlichen Rat einzuholen und Aufwand wie Kosten realistisch einzuschätzen. Denn vieles lässt sich klug bündeln: Wer ohnehin renoviert, verbessert Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Wohnkomfort oft in einem Zug.
Hilfe gibt es für jeden dieser Wege. Energieberater erstellen den individuellen Sanierungsfahrplan und finden die passenden Förderprogramme. Architekturbüros planen An- und Umbauten, neue Grundrisse und barrierefreies Wohnen. Verbraucherzentralen beraten unabhängig zu Heizung, Dämmung und Fördermitteln. Und wer doch neu baut, vergleicht über Bau- und Fertighausportale rasch verschiedene Bauweisen und Anbieter.
Sanieren, umbauen oder neu bauen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Das ist die gute Nachricht. Entscheidend sind Lebensphase, Bausubstanz und die eigenen Pläne für die Zukunft. Wer diese Faktoren zusammen denkt, findet die passende Lösung.
DREI FAKTEN ZUR WÄRMEPUMPE
• Auch im Bestand: Mehr als zwei Drittel aller neu installierten Wärmepumpen werden in bestehenden Gebäuden eingebaut.
• Heizen und kühlen: Viele Wärmepumpen heizen im Winter und können im Sommer kühlen.
• Staatlich gefördert: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind für den Austausch alter Heizungen Zuschüsse von bis zu 70 % möglich.
FÖRDERUNGEN 2026: WER BEKOMMT WAS?
• BEG-Zuschüsse: Für Dämmung, Fenster, Dach, Lüftung und weitere Effizienzmaßnahmen gibt es in der Regel 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 %.
• Heizungstausch: Wer eine alte Heizung gegen eine klimafreundliche Anlage, etwa eine Wärmepumpe, austauscht, kann über die BEG-Heizungsförderung Zuschüsse von bis zu 70 % erhalten. Die Antragstellung läuft über die KfW.
• iSFP-Bonus: Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht den Zuschuss für viele Einzelmaßnahmen von 15 auf 20 % und verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr.
• Regionale Programme: Viele Bundesländer und Kommunen fördern zusätzlich Photovoltaik, Dachbegrünung oder barrierefreies Umbauen.