Wasser marsch!

Eigene Ressourcen nutzen: vom Brunnen bis zur Regenwassernutzung

Illustrationen: Malcolm Fisher, malmade.com
Illustrationen: Malcolm Fisher, malmade.com
Lana Coswig Redaktion

In vielen Teilen Deutschlands wird Wasser zunehmend knapp. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verschärft sich die Lage: Grundwasserspiegel sinken, Flüsse und Seen führen weniger Wasser, während der Bedarf gleichzeitig steigt. Gründe dafür sind unter anderem neue Industrieansiedlungen – etwa die Tesla-Gigafactory nahe Berlin – sowie der Trend zu privaten Pools und intensiver Gartenbewässerung. Selbst in Regionen mit ausreichenden Reserven dämpfen steigende Wasserund Abwassergebühren die Freude an Gartenpflege und Badevergnügen.

Wer unabhängig von der öffentlichen Versorgung werden möchte, kann über einen eigenen Gartenbrunnen nachdenken. Diese Form der Wassernutzung gilt als vergleichsweise nachhaltig, da das entnommene Grundwasser direkt vor Ort – etwa zur Bewässerung – wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Zudem wird kein wertvolles Trinkwasser verschwendet. Allerdings ist Vorsicht geboten: Der Bau eines Brunnens ist in Deutschland meist genehmigungspflichtig. Jeder Eingriff ins Grundwasser muss bei der zuständigen Behörde, in der Regel der unteren Wasserbehörde, angezeigt werden. Wer dies ignoriert, riskiert empfindliche Strafen von bis zu 50.000 Euro. Maßgeblich sind die jeweiligen Landeswassergesetze. Die Kosten für einen Brunnen variieren stark je nach Bauweise. Ein sogenannter Rammbrunnen wird durch das Einschlagen eines Metallrohrs in etwa sechs bis sieben Meter Tiefe erstellt; das Wasser wird anschließend per Handpumpe gefördert. Hier bewegen sich die Kosten im Bereich von einigen hundert Euro. Deutlich aufwendiger ist ein Schachtbrunnen: Er wird bis zu zehn Meter tief ausgehoben und gemauert, was mehrere tausend Euro kosten kann.

Beide Varianten liefern allerdings nur begrenzte Wassermengen. Wer größere Mengen benötigt, setzt auf einen Bohrbrunnen. Dieser wird meist tiefer als zehn Meter angelegt und erfordert professionelle Technik. In Kombination mit einem Hauswasserwerk oder einer Tiefbrunnenpumpe lassen sich so mehrere tausend Liter Wasser pro Stunde fördern. Entsprechend liegen auch hier die Kosten im höheren vierstelligen Bereich.
 

REGENWASSER CLEVER NUTZEN


Eine einfache Alternative zum Brunnen ist das Sammeln von Regenwasser. Klassisch erfolgt dies über Regentonnen, die an die Dachrinne angeschlossen werden. Das gesammelte Wasser kann per Hahn entnommen, geschöpft oder mit einer Pumpe weitergeleitet werden. Solche Tonnen sind in Größen zwischen 50 und 500 Litern erhältlich. Zunehmend beliebt sind auch sogenannte IBC-Container – robuste, würfelförmige Tanks mit einem Fassungsvermögen von rund 1.000 Litern, die ursprünglich aus der Logistik stammen.

Die Anschaffungskosten für diese Systeme sind überschaubar. Allerdings haben sie einen Nachteil: Viele Modelle sind nicht frostsicher. Gerade im Winter, wenn Niederschläge häufig sind, müssen sie daher entleert und außer Betrieb genommen werden. Wer ganzjährig Regenwasser speichern möchte, kann stattdessen eine unterirdische Zisterne installieren. Diese besteht aus Kunststoff oder Beton, fasst mehrere tausend Liter – oft bis zu 10.000 Liter oder mehr – und wird über eine Pumpe erschlossen. Mit entsprechendem System lässt sich Regenwasser nicht nur im Garten, sondern auch im Haushalt nutzen, etwa für die Toilettenspülung. Das spart langfristig Trinkwasser und Kosten. Allerdings ist die Investition deutlich höher: Neben mehreren tausend Euro für die Zisterne selbst fallen zusätzliche Ausgaben für Erdarbeiten und technische Ausstattung an.
 

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