Inwiefern verändern sich die Honorare im Consulting im Jahr 2025?
Zwei Drittel der Beratungen berichten 2025 von sinkenden Tagessätzen – im Segment der großen Beratungsunternehmen sogar noch mehr. Nach Jahren stabiler oder steigender Preise erleben viele Marktteilnehmer einen Rückgang. Wir befinden uns derzeit in einem sehr anspruchsvollen Spannungsfeld aus wirtschaftlichen Krisen, geopolitischen Herausforderungen und weitreichenden technologischen Entwicklungen, die natürlich auch unsere Kunden erreichen und an vielen Stellen belasten.
Was sind denn die Themen, die aktuell die Branche in Bezug auf die Honorare am stärksten beschäftigen?
Zum einen gibt es einen inzwischen stark ausgeprägten Preisdruck durch intensiven Wettbewerb, Kampfangebote einzelner Anbieter vor allem bei großen Ausschrei-
bungen und zunehmend preissensible Kunden. Viele Beratungen sehen sich deshalb mit sinkenden Margen und der Herausforderung konfrontiert, Preiserhöhungen im Lichte steigender Personal- und Nebenkosten durchzusetzen. Zeitgleich ermöglicht der Einsatz von KI bei diversen Beratungsaufgaben eine spürbare Effizienzsteigerung und bietet Potenziale für Qualitätsverbesserung und auch mehr Kreativität. Das hilft den Beratungen, wirft aber auch Fragen nach der Preisgestaltung, der Substitution einzelner Leistungen und dem fairen Umgang mit Effizienzgewinnen zwischen Kunden und Beratungen auf.
Ist aktuell schon ein Einfluss von KI auf die Honorare zu spüren?
Laut der aktuellen Studie „Honorare im Consulting 2025“ sagen Zwei Drittel der Befragten, dass KI heute noch keine wesentliche Auswirkung auf ihre Honorare hat. Knapp 40 Prozent dieser Beratungen gehen aber davon aus, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Wie genau zukünftige kommerzielle Modelle im Zusammenspiel mit KI aussehen werden – also wie man einen fairen Umgang mit Effizienzgewinnen zwischen Kunden und den in KI investierenden Beratungen gestaltet – wird sich noch zeigen müssen. Das kann in Richtung vermehrter Festpreisverträge gehen, zum Beispiel im Mix mit ergebnisbasierten variablen Honoraranteilen.
Wie stehen Sie als Verband den kommenden Veränderungen durch KI gegenüber?
Wir sehen den Einsatz von KI als strategische Chance für die Wirtschaft und den Standort Deutschland. Natürlich gibt es gewisse Risiken wie Compliance, ethische Aspekte oder den rechtlichen Rahmen der Haftung, die sauber geklärt werden müssen. Wenn wir als Wirtschaftsraum diesen Schritt jedoch verpassen, werden wir auf dem Weltmarkt und als Teil einer globalen Wertschöpfung erheblich schwächer dastehen – und das können wir uns schlichtweg nicht erlauben. Es ist somit unsere Verantwortung als deutsche Beratungsbranche, unsere heimischen Unternehmen in ihrer Entwicklung und der Absicherung ihrer Zukunftsfähigkeit wirksam und nachhaltig zu unterstützen.
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