Wie nachhaltig ist das Heizen mit Holz?

Im Winter vor dem Kamin sitzen – das ist doch so schön gemütlich und fühlt sich so natürlich an. Doch wie umweltfreundlich und nachhaltig ist die älteste Form der Wärmegewinnung eigentlich?

Illustration: Gemma Portella
Illustration: Gemma Portella
Helen Weber Redaktion

Der Geruch, das Knistern des Feuers und diese besondere Art der Wärme – für viele ist ein Kaminfeuer der Inbegriff von Gemütlichkeit in der kalten Jahreszeit. Doch Romantiker und Romantikerinnen müssen jetzt ganz stark sein: Heizen mit Holz ist – anders als oft angenommen – nicht klimaneutral und nicht von Natur aus umweltfreundlich. Bei der Verbrennung entstehen unter anderem Feinstaub, CO₂ und weitere klimaschädliche Gase wie Methan. Betrachtet man die erzeugte Wärmemenge, fällt laut Bundesministerium für Umwelt sogar mehr CO₂ bei der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Gas. Holzöfen oder offene Kamine, sogenannte Kleinfeuerungsanlagen, tragen in Deutschland im Winter ganz erheblich zur Feinstaubbelastung bei, vor allem punktuell. Laut Deutscher Umwelthilfe ist das Heizen mit Holz die größte Quelle gesundheitsschädlicher Feinstaub- und Rußpartikel in Europa. Wissenschaftler und Umweltforscher warnen, dass die Emissionswerte vor allem in Wohngegenden, in denen bei kalten Wetterlagen sehr viele Kamine gleichzeitig genutzt werden, häufig um ein vielfaches höher liegen als an viel befahrenen Straßen. Für Asthmatiker ein ernsthaftes Problem. Feinstaub kann außerdem Lungenkrebs auslösen und das Herz-Kreislauf-System belasten.

bei der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Gas. Holzöfen oder offene Kamine, sogenannte Kleinfeuerungsanlagen, tragen in Deutschland im Winter ganz erheblich zur Feinstaubbelastung bei, vor allem punktuell. Laut Deutscher Umwelthilfe ist das Heizen mit Holz die größte Quelle gesundheitsschädlicher Feinstaub- und Rußpartikel in Europa. Wissenschaftler und Umweltforscher warnen, dass die Emissionswerte vor allem in Wohngegenden, in denen bei kalten Wetterlagen sehr viele Kamine gleichzeitig genutzt werden, häufig um ein vielfaches höher liegen als an viel befahrenen Straßen. Für Asthmatiker ein ernsthaftes Problem. Feinstaub kann außerdem Lungenkrebs auslösen und das Herz-Kreislauf-System belasten.
 

VERBRENNEN UND NACHWACHSEN LASSEN IST GLEICH NACHHALTIG?


Die Vorstellung einer klimaneutralen Holzenergie basiert auf dem Prinzip einer ideellen, nachhaltigen Waldwirtschaft: Dabei wird angenommen, dass die beim Verbrennen freigesetzten CO₂ Mengen durch das jährliche Wachstum der Bäume vollständig gebunden werden. Diese Annahme greift jedoch zu kurz, denn die Kohlenstoffaufnahme der

Wälder erfolgt unabhängig von der Holzverbrennung. Sie sollte daher besser genutzt werden, um andere unvermeidbare Emissionen auszugleichen, anstatt die Emissionen der Holzfeuerung zu kompensieren.

Neben der Verbrennung müssen ebenfalls Faktoren aus Holzernte, Transport und Verarbeitung berücksichtigt werden. Neue Bewertungen, etwa des Umweltbundesamtes, zeigen, dass die Klimawirkung stark von Herkunft, Verwendungszweck und Zeithorizont abhängt – kurzfristig kann energetische Holznutzung sogar mehr CO₂ freisetzen als fossile Brennstoffe, abhängig davon, wie schnell Ersatzwachstum Kohlenstoff bindet. 

Bei Holzheizungen spielen Technik und Betrieb eine entscheidende Rolle: Moderne Pellet- und Scheitholzheizungen mit emissionsarmer Brennkammer und Brennstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen reduzieren sowohl CO- als auch Feinstaubemissionen erheblich gegenüber ungefilterten Altanlagen. Wichtig ist außerdem: trockenes und gut gelagertes Holz, richtige Anfeuertechnik und regelmäßige Wartung. Selbst dann bleiben Emissionen aber nicht null. Wer auf seinen Kamin nicht verzichten möchte, der sollte laut Umweltbundesamt auf eine zur Raumgröße und zum Wärmebedarf passende Leistung achten. Und ein modernes, emissionsarmes Modell mit automatischer Luftregelung und Katalysator wählen – das bietet mehr Komfort und verursacht weniger Schadstoffe. Die Beratung durch einen Schornsteinfeger oder eine Schornsteinfegerin sei ebenfalls wichtig, um die Eignung des Schornsteins und die passende Ofenleistung zu klären. Auch bei Kaminen und Holzöfen zählt der richtige Betrieb: Feuchtes oder ungeeignetes Holz und falsches Anfeuern erhöhen die Emissionen erheblich. Um Feinstaub und gesundheitsschädliche Gase zu verringern, sollte auch im Kamin nur trockenes, unbehandeltes Holz gemäß Herstellervorgaben verbrannt werden. 

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