»Ohne gute Daten ist KI nutzlos«

 KI ist längst im Alltag angekommen – aber oft unkontrolliert. Entscheidend ist, wie Unternehmen ihre Daten organisieren und nutzbar machen.

Oliver Schulze, Gründer und CEO der agorum® Software GmbH
Oliver Schulze, Gründer und CEO der agorum® Software GmbH
Agorum Beitrag

Herr Schulze, warum verpuffen aktuell so viele KI-Initiativen in Unternehmen – trotz großer Investitionen?
Das liegt weniger an der Technologie als an der Art, wie sie eingesetzt wird. Unternehmen kaufen oft einzelne Tools, die isoliert nebeneinanderstehen. Es fehlt ein gemeinsames Fundament. Man probiert viel aus, investiert auch – aber ohne klare Strategie bleibt KI ein Experiment. Und am Ende steht die Frage: Habe ich auf das richtige Pferd gesetzt?

Sie sagen: Die entscheidende Frage ist nicht „Welche KI nutze ich?“, sondern „Wo liegen meine Daten?“ – warum ist das der Knackpunkt?
Weil KI ohne saubere, vernetzte Datenbasis nicht funktioniert. Alle reden über Modelle wie GPT oder Claude. Aber das eigentliche Problem liegt woanders: Unternehmensdaten sind verteilt, unstrukturiert und oft nicht zugänglich. KI kann nur mit dem arbeiten, was sie „sieht“. Fehlt diese Basis, werden auch die Ergebnisse schlecht. 

Wir beschäftigen uns seit Jahrzehnten damit, Daten strukturiert und nutzbar zu machen. Deshalb sagen wir: Nicht das Modell ist entscheidend, sondern die Plattform, die die eigenen Daten zugänglich macht. Das Modell ist austauschbar – die Datenbasis nicht.

Viele Mitarbeitende nutzen KI-Tools heute schon im Alltag – oft auch mit Unternehmensdaten. Wie groß ist dieses Problem?
Das ist eines der größten Risiken und wird unterschätzt. Mitarbeitende nutzen private Zugänge, laden Dokumente hoch, lassen Texte oder Verträge analysieren. Das passiert täglich.

Das Problem: Diese Daten verlassen das Unternehmen. Im schlimmsten Fall fließen sie in externe Modelle ein. Gleichzeitig fehlt jede Nachvollziehbarkeit. Unternehmen wissen oft nicht, was überhaupt über KI verarbeitet wird. Das ist nicht nur ein Datenschutzproblem, sondern auch ein Kontrollverlust.

Warum reicht es nicht, einfach ein KI-Tool einzukaufen – und was machen Sie anders?
Ein einzelnes Tool löst meist nur ein konkretes Problem – und oft nur so lange, bis sich Rahmenbedingungen ändern. Anbieter verschwinden, Preise ändern sich, Funktionen werden eingestellt. Wer darauf seine Strategie aufbaut, macht sich abhängig.

Wir bieten keine KI, sondern die Plattform, auf der KI sinnvoll betrieben wird. Das Modell ist austauschbar. Ob heute ein Anbieter genutzt wird oder morgen ein anderer – das System bleibt stabil. Unser Ansatz kommt aus der Praxis: Wir wissen, wie man Unternehmensdaten strukturiert, sicher verwaltet und zugänglich macht. Darauf setzt die KI auf. Darüber hinaus entsteht eine Anwendungsplattform, auf der Unternehmen ihre Prozesse mit integrierter KI abbilden können.

Was bedeutet dieser Plattform-Ansatz konkret für Unternehmen, die heute eine KI-Strategie aufbauen wollen?
Vor allem Sicherheit. Unternehmen treffen eine Entscheidung, die langfristig trägt. Nicht weil man die Zukunft vorhersieht, sondern weil die Architektur mit jeder Entwicklung mitgehen kann. 

Konkret heißt das: eine zentrale Plattform, auf der alle Daten strukturiert zusammenlaufen. KI arbeitet darauf im Kontext des Unternehmens – nachvollziehbar, mit klaren Berechtigungen und Kontrolle. Jeder sieht nur das, was er sehen darf – und die KI auch. 

Wer sich heute fragt, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, sollte nicht nach dem nächsten Tool suchen, sondern nach einer Strategie, die auch in zehn Jahren noch funktioniert. Oder anders gesagt: nach dem richtigen Pferd.

agorum.com
 

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