Start-up Kultur

Juli 2016 | Wirtschaftswoche | Innovation & Digitalisierung

Meldungen

Juli 2016 | Wirtschaftswoche | Innovation & Digitalisierung

Künstliche Intelligenz

Google, Facebook, Microsoft, Apple – alle investieren massiv in den Bereich Künstliche Intelligenz. Diese, so heißt es, soll in Zukunft das Konzept des klassischen User Interfaces ablösen. Die Grundidee ist eine neue, vor allem sprachgesteuerte Benutzeroberfläche. Virtuelle Assistenten sollen Anwendern zukünftig Informationen aus allen möglichen Quellen zusammensuchen, verarbeiten und das Ergebnis möglichst brauchbar für den Anwender präsentieren. Wie dies aussehen könnte, präsentierte Google-Chef Sundar Pichai im Mai auf der Entwicklerkonferenz I/O. Er stellte dort Google Assistant vor, eine Android-App, mit der man sich, wie Pichai versprach, „fast so austauschen könne wie mit einem Menschen“. Gemeint ist vor allem kontextbezogenes Wissen, das sich das Programm über sogenanntes maschinelles Lernen aneignet. In der Präsentation versteht Google Assistent die Frage „Was läuft heute Abend?“ und kann die Liste von Kinofilmen im Anschluss problemlos an den Zusatz anpassen: „Wir wollen diesmal die Kinder mitnehmen.“

Juli 2016 | Wirtschaftswoche | Innovation & Digitalisierung

Neue Speichersysteme

Die effektive Speicherung von Strom ist nach wie vor die größte Herausforderung der Energiewende. Angesichts des in der letzten EEG-Novelle beschlossenen Abbaus staatlicher Förderung steigt auch unter den privaten Erzeugern grünen Stroms die Nachfrage nach Speichersystemen. Im Augenblick ist das Angebot an sogenannten Hausspeichern noch rechtv unübersichtlich. Neben Marken wie Tesla, Varta oder RWE tummeln sich viele weniger bekannte Anbieter. Um für mehr Transparenz zu sorgen, haben sich die Experten der Bonner Marktforschung EuPD Research 152 Hausspeicher angeschaut und nach Kriterien wie Preis-Leistungs-Verhältnis, Service und Baumaßen bewertet. Interessant: Trotz des Hypes, den der Hersteller Tesla mit seinem System Powerwall unter deutschen Verbrauchern auslöste, schnitt die Deutsche Accumotive, eine Tochter des Daimler-Konzerns, im Test besser ab. Das Engagement der Autohersteller könnte eine Strategie sein, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung günstiger Batteriespeicher für Elektroautos zu verbessern.

Juli 2016 | Wirtschaftswoche | Innovation & Digitalisierung

Start-up Kultur

Israel ist im Start-up-Boom. Kein Land hat, bezogen auf seine Einwohnerzahl, mehr Neugründungen vorzuweisen. Spätestens seit dem Bestseller „Start-up Nation“ der beiden amerikanischen Journalisten Dan Senor und Saul Singer aus dem Jahr 2012 gilt das kleine Acht-Millionen-Einwohner-Land als besonders innovativ. Kein anderes Land, schreiben die Autoren, ist stärker an der US-Technologiebörse Nasdaq vertreten als Israel. Entsprechend interessiert zeigen sich inzwischen Investoren und Firmen aus aller Welt. Vor kurzem hat auch der deutsche Technologiekonzern Bosch ein Forschungsbüro gegründet, in Silicon Wadi, einem neuen Start-up-Cluster nahe Tel Aviv. Interessanterweise scheint die viel gerühmte Kreativität der israelischen Start-up-Szene weniger auf Know-How als auf einer stark ausgeprägten Unternehmermentalität zu beruhen. LautPISA sind die Mathematikkenntnisse israelischer Achtklässler die schlechtesten aller OECD-Staaten. Dennoch strotzen die Schüler vor Selbstbewusstsein.