Seit 13 Jahren gilt nun in Rumänien – mitten in Europa – ein Tötungsgesetz für Straßenhunde. Diese dürfen eingefangen, in öffentliche Tierheime gebracht und nach 14 Tagen gesetzlich legitimiert getötet werden, sofern sie niemand von dort übernimmt.
Das Gesetz soll dabei helfen, die Überpopulation der Straßenhunde zu minimieren, doch letztlich hat es genau das Gegenteil gebracht. „Die Politik hat die Lage damit massiv verschärft. Fängt man Tiere nur ein, sperrt sie weg und tötet sie dann, hilft das auf den Straßen rein gar nichts. Es gibt dadurch Zuwanderung unkastrierter Tiere in die freigewordenen Reviere und die Vermehrung geschieht exponentiell“, so Matthias Schmidt, 1. Vorsitzender Tierhilfe Hoffnung e.V.
Als Leiter des Tierheims Smeura trägt er die Verantwortung für mehr als 6.000 gerettete Hundeleben. Sie alle finden in der Smeura rein spendenfinanziert Zuflucht und Schutz vor dem Tötungsgesetz. Im Landkreis der Smeura zeigen die Tierschützer der Politik mit einem Modellprojekt zur flächendeckenden Kastration bereits auf, welche Zahnräder ineinandergreifen müssen, damit das in Rumänien gleichzeitig geltende Kastrationsgesetz nicht nur auf dem Papier steht, sondern endlich auch strukturell umgesetzt wird.
Allein im Jahr 2025 ermöglichte die Tierhilfe Hoffnung 37.986 Kastrationen mithilfe ihres Kastrations- und Registrationszentrums sowie ihrer Kastrationsmobilflotte – umgebaute Rettungswagen, mit denen die Tierschützer in die umliegenden Dörfer fahren. „Nur so kann das Tierleid nachhaltig beendet werden“, erklärt Schmidt.
Besonders fatal ist, dass die Organisation des Tötungsgesetzes durch Fangverträge und Abrechnungspauschalen einzelne Tierärzte in die Lage versetzte, mit dem Leid der Hunde ein lukratives Geschäftsmodell für sich zu etablieren. Anfang des Jahres war es mutigen Tierschützern gelungen, Undercover-Aufnahmen aus einer der Tötungsstationen zu veröffentlichen, die brutalste Morde an den eingefangenen Hunden sowie Vernachlässigung und völlige Empathielosigkeit gegenüber Tieren und der Umwelt dokumentierten. Ein Aufschrei ging durchs Land, tausende Bürger demonstrierten vor dem Parlament in Bukarest. Parallel demonstrierten international tätige Tierschutzorganisationen mit bekannten Persönlichkeiten zusammen in Brüssel vor und im Europaparlament gegen diese Korruption und für die Tiere. Auch die Tierhilfe Hoffnung forderte dort „Mehr Transparenz“ und „Kastration statt Tötung“. Ziel ist es, das Modellprojekt im ganzen Land auszuweiten.
„Wir brauchen die Hilfe der internationalen Politik durch klare Gesetze, Klärung von Zuständigkeiten und Kontrolle der Umsetzung. Es darf nicht sein, dass im Jahr 2026 ein EU-Mitgliedstaat nachweislich mehr Geld ins Töten als in nachhaltige, tierschutzgerechte Lösungen investiert. Wir brauchen eine Kehrtwende – JETZT!!“, fordert Matthias Schmidt. Gemeinsam mit Schüler für Tiere sammelte die Tierhilfe Hoffnung zuletzt europaweit Kinderstimmen in Form von gemalten Bildern, Briefen und Gedichten. Diese werden nun im größten Protestbuch gegen das Töten von Straßenhunden zusammengefasst und ebenfalls dem Europäischen Parlament überreicht.
Weiterführende Informationen: tierhilfe-hoffnung.com