»Innovation entsteht im Dazwischen«
Einigkeit gilt in vielen Unternehmen als Ziel. Klare Positionen, schnelle Entscheidungen, möglichst wenig Reibung – das steht für Effizienz und Handlungsfähigkeit. Doch genau diese Logik greift zu kurz.
Denn Innovation entsteht nicht nur dort, wo Einigkeit herrscht. Sie entsteht auch dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und ausgehalten werden.
Unternehmen bewegen sich heute in einem Umfeld wachsender Komplexität. Märkte verändern sich dynamisch, Technologien entwickeln sich rasant, Anforderungen steigen. Der Impuls, Komplexität zu reduzieren, wird größer – durch schnelle Bewertungen und eindeutige Einordnungen.
Doch wer zu schnell vereinfacht, verliert oft den Blick für das Wesentliche. Neue Ideen entstehen selten aus eindeutigen Antworten. Sie entstehen im Spannungsfeld unterschiedlicher Sichtweisen.
Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass genau diese Fähigkeit unter Druck gerät. Unterschiedliche Meinungen werden schneller bewertet als verstanden. Diskussionen zielen auf Konsens, nicht auf Erkenntnis. Reibung wird vermieden, statt genutzt. Dabei braucht Unternehmertum genau diese Fähigkeit: Widersprüche auszuhalten. Nicht jede Differenz muss aufgelöst werden. Nicht jede Unsicherheit ist ein Problem.
Es geht nicht nur darum, schnelle Entscheidungen zu treffen. Sondern auch darum, unterschiedliche Perspektiven bewusst stehen zu lassen – auch dann, wenn sie nicht sofort anschlussfähig sind.
Gerade in kleineren Strukturen, etwa im Mittelstand und insbesondere in der IT, entstehen so Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen können. Häufig auch im direkten Austausch mit Kunden, die nicht nur Auftraggeber sind, sondern ihre Sichtweisen als Partner auf Augenhöhe einbringen.
Denn Innovation entsteht nicht im Konsens. Sondern im Dazwischen.
bitmi.de