Meldungen

Fokus: Digitalisierung

Oktober 2026 WirtschaftsWoche Innovation 5.0

KI-Risiken begrenzen

Angesichts von Meldungen über existienziell bedrohliche KI-Systeme mahnt Thorsten Holz, Direktor am Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre, zu Rationalität. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass KI die Menschheit in den kommenden Jahren auslöschen könnte: „Zahlen wie zehn oder zwanzig Prozent sind subjektive Risikoeinschätzungen und keine empirisch bestimmbaren Wahrscheinlichkeiten“, so Holz in einem Interview auf der Max-Planck-Website. Allerdings hätten sich die Gründe, sehr leistungsfähige KI als Sicherheitsrisiko ernst zu nehmen, im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Holz fordert, KI-Agenten nur die Rechte und Zugriffsmöglichkeiten zu geben, die sie tatsächlich benötigen, sie von kritischen Systemen zu isolieren und sicherheitsrelevante Aktionen zu überwachen sowie nachvollziehbar und unterbrechbar zu gestalten. Zudem brauche es unabhängige Evaluationen, systematische Sicherheitstests und international abgestimmte Standards.

Oktober 2026 WirtschaftsWoche Innovation 5.0

Quantencomputing aus Ulm

Das baden-württembergische Start-up NVision will mit 55 Millionen Dollar frischem Kapital im globalen Wettlauf um den ersten serienreifen Quantencomputer mitspielen. Laut SWR-Bericht wollen die Forscher innerhalb von fünf Jahren einen voll funktionsfähigen Quantencomputer auf den Markt bringen. Quantencomputer nutzen Quanteneffekte wie Superposition und Verschränkung, um mit Qubits statt klassischen Bits zu rechnen. Dadurch lösen sie bestimmte Probleme – etwa bei der Medikamentenentwicklung oder Batterieforschung – in Sekunden, wofür klassische Rechner Tage bräuchten. Weltweit existieren rund 300 Quantencomputer, die aber noch sehr fehleranfällig sind. NVision, eine Ausgründung der Universität Ulm, hat ein Gerät entwickelt, das im MRT mithilfe von Quantentechnologie Tumorzellen 10.000fach besser als bisher möglich sichtbar macht. Dabei seien die Forscher auf ein Molekül mit photonischer Quanteneigenschaft gestoßen, das ideal für das Quantencomputing sein soll.

Oktober 2026 WirtschaftsWoche Innovation 5.0

Wachstum mit KI

Deutschland hat nach jahrelanger Stagnation realistische Chancen auf dauerhaft deutlich mehr Wachstum, so eine aktuelle Studie von KfW Research. Im kommenden Jahrzehnt sei ein Potenzialwachstum von mehr als einem Prozent jährlich erreichbar. Der wichtigste Hebel liege dabei in einer neuen Dynamik beim Produktivitätswachstum. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung müssen schneller und breiter in Unternehmen genutzt, digitale Innovationsprojekte leichter finanzierbar und neue Technologien rascher in Mittelstand und Großindustrie skaliert werden, erklärte der KfW-Vorstandvorsitzende Stefan Wintels: „Wir müssen kurzfristig nicht KI-Weltmeister bei der Entwicklung von Modellen werden, sondern KI-Anwendungsland Nummer eins in Industrie und Mittelstand. Produktivität entsteht vor allem durch Anwendung im Alltag. Bringen wir zudem Mittelstand, Start-ups und Kapital besser zusammen, dann entsteht eine neue Wachstumsformel für Deutschland.“