Transparenz und Zusammendenken!

Forum der Akteure

Dezember 2025 Die Welt Energie und Mobilität

»Ohne Transparenz bleibt das Potenzial ungenutzt«

Mirko de Paoli Vorstandsvorsitzender, Bundesverband Smart City e.V.

Energie und Mobilität waren früher getrennte Systeme – heute entscheiden sie gemeinsam über Deutschlands Zukunft. Die Digitalisierung macht z. B. aus Elektroautos mobile Energiespeicher, die Lastspitzen abfedern und erneuerbare Energien besser nutzbar machen könnten. Doch das funktioniert nur, wenn digitale Netze offen, verlässlich und gemeinwohlorientiert gestaltet werden. Ohne Transparenz bleibt das Potenzial ungenutzt.

Wenn Menschen in Echtzeit sehen, wie viel Energie durch kluge Routenwahl, geteilte Mobilität oder das Laden ihres E-Autos zu Zeiten hoher Einspeisung gespart wird, können sie kluge Entscheidungen treffen. KI-gestützte Verkehrssteuerung reduziert Staus und Emissionen, aber erst offene Daten schaffen Vertrauen – und damit Akzeptanz für Veränderungen.

Deutschland diskutiert oft über Technik, aber zu selten über Teilhabe. Eine Mobilitäts- und Energiewende, die ausschließlich von Behörden und Konzernen geplant wird, bleibt blind für das Wissen der Bürgerinnen und Bürger. Digitale Plattformen können das ändern: Sie machen Verbräuche sichtbar, ermöglichen Mitbestimmung und verwandeln abstrakte Klima- und Energiedebatten in konkrete, nachvollziehbare Entscheidungen.

Die zentrale Frage lautet daher nicht: „Wie digitalisieren wir?“, sondern: „Für wen digitalisieren wir?“

Nur wenn Energie und Mobilität intelligent verknüpft und zugleich sozial eingebettet werden, entsteht echter Fortschritt. Deutschland braucht jetzt Mut zu Offenheit – und die Einsicht, dass digitale Teilhabe nur gelingt, wenn alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Fähigkeiten diskriminierungsfrei am digitalen Raum partizipieren können – und das selbstverständlich unter Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit.“
bundesverband-smart-city.org

 

Dezember 2025 Die Welt Energie und Mobilität

»Energie und Mobilität rücken zusammen«

Dr. Claudia Conen Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands, Deutscher Leasing-Unternehmen

Energie und Mobilität rücken enger zusammen. Elektrifizierung, digitale Dienste und neue Nutzungsformen von Transportmitteln führen dazu, dass Unternehmen Mobilität strategischer planen. Leasing wird dabei zum verbindenden Element und rückt ins Zentrum der Realisierung und Weiterentwicklung.

Die Flottenwelt verändert sich spürbar. Neue Mobilitätsformen und digitale Dienste, die Fahrzeuge, Mobilitätsarten, Energieressourcen und Daten verbinden. Elektromobilität gewinnt weiter an Tempo. Rund 60 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos sind geleast. Leasing beschleunigt Investitionen, senkt Risiken und bringt Innovationen schneller in den Markt. Unternehmen erhalten planbare Kosten und flexiblen Zugang zu aktueller Technik. Für die Energiewirtschaft entsteht ein verlässlicher Pfad für den Ausbau der Infrastruktur.

Ein nächster Schritt ist Vehicle-to-Grid. Elektrofahrzeuge können Energie aufnehmen oder zurückspeisen. Flotten werden so zu dezentralen Speichern, die das Energiesystem entlasten. Unternehmen profitieren vom zusätzlichen Nutzen, Energieversorger erhalten einen neuen Baustein im Netz. Die Leasing-Wirtschaft steht vor der Aufgabe, solche Werte künftig in Modellen abzubilden. Will der Staat diese Entwicklung beschleunigen, muss seine Förderpolitik Marktrealitäten und Liquiditätsmanagement von Unternehmen berücksichtigen. Bisher werden Innovationen und Investitionen ausgebremst und verlangsamt. Allein die Einbindung von Leasing in Förderprogrammen würde helfen, Technologien schneller einzuführen und Modellvorhaben zügiger zu skalieren. 

Der Markt richtet sich neu aus. Bis 2035 wird ein großer Teil der Fahrzeuge über Leasing und ergänzende nutzungsbasierte Modelle angeschafft. Entscheidend wird sein, Energie, Leasing und digitale Services eng zu verzahnen. Wer diese Bereiche verbindet, gestaltet die Mobilität der kommenden Jahre.
bdl.leasingverband.de

 

Dezember 2025 Die Welt Energie und Mobilität

»Viele Menschen sind bereit für nachhaltigere Mobilität«

Alex Schäfer Geschäftsführer des Bundesverbands, Betriebliche Mobilität e. V.

Die Ergebnisse des BBM Mobility Survey 2025 zeigen: Viele Beschäftigte wollen nachhaltiger unterwegs sein – und genau darin liegt eine enorme Chance. Trotz weiterhin hoher Pkw-Nutzung zeigen die Daten, dass Pendelstrecken kurz sind, Homeoffice etabliert ist und ein Viertel der Mitarbeitenden bereit wäre, ihr Verhalten zu ändern. Dieses Potenzial ist real, greifbar und näher an der Praxis als viele politische Visionen.

Unternehmen und vor allem die Pendlermobilität spielen dabei eine Schlüsselrolle. Mobilitätsangebote wie Jobtickets, Dienstradleasing, Ladepunkte oder Mobilitätsbudgets sind längst mehr als Benefits – sie sind messbare Attraktivitätsfaktoren im Wettbewerb um Fachkräfte. Besonders Jüngere bewerten Mobilität heute als entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Wer Menschen begeistern will, muss moderne Mobilität ermöglichen. Unternehmen, die das erkennen, tun nicht nur etwas für ihre Arbeitgebermarke, sondern leisten einen Beitrag, senken langfristig Kosten und gestalten Zukunft.

Doch Betriebe können die Mobilitätswende nicht allein tragen. Wenn Alternativen fehlen, bleibt das Auto das Mittel der Wahl – völlig unabhängig von persönlicher Haltung. Solange Radwege unsicher, ÖPNV unzuverlässig und Strukturen lückenhaft sind, entsteht kein fairer Wettbewerb der Verkehrsmittel. Genau hier muss die Politik nachziehen und die Unternehmen unterstützen statt ausbremsen. 

Die gute Nachricht: Die Richtung stimmt. Mobilitätsmanagement wird strategisch, Unternehmen investieren. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit aus vorhandener Motivation tatsächliches Verhalten wird. Deutschlands Betriebe können die Mobilitätswende voranbringen – wenn Infrastruktur und Politik endlich Schritt halten. Nachhaltige Mobilität soll zur Option werden, nicht zur Zumutung.
mobilitaetsverband.de