»Der Mittelstand hat noch Nachholbedarf«

Dezember 2021 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0
Transformation gestalten
Herausforderungen in ihren Branchen.
Dezember 2021 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

»Der Mittelstand hat noch Nachholbedarf«

Jörg Bienert / Vorsitzender des KI Bundesverbandes

Künstliche Intelligenz ermöglicht neue Verfahren der Mustererkennung und ist eine zentrale Basistechnologie für Innovation in allen Branchen und über alle Bereiche der Wertschöpfungskette. Viele Unternehmen nutzen KI bereits für zukünftige Effizienzsteigerung in Prozessen, neue Datenprodukte und Geschäftsmodelle. Sie haben dafür eigene Teams aufgebaut, arbeiten mit spezialisierten Dienstleistern zusammen und sind die lange Zeit vernachlässigten Hausaufgaben zur strategischen Nutzung von Unternehmensdaten angegangen. Jedoch hat gerade der deutsche Mittelstand noch Nachholbedarf in der Nutzung von KI. Gründe hierfür sind unter anderem die mangelnde Verfügbarkeit von Daten, unzureichende Erfassung von Maschinendaten und oft auch der Mangel an Fachwissen und KI-Spezialisten. Der KI Bundesverband e. V. setzt sich  aktiv dafür ein, die Nutzung von KI in Deutschland in Unternehmen zu stärken, damit wir in einer globalisierten Wirtschaft in dieser Schlüsseltechnologie wettbewerbsfähig bleiben und nicht zunehmend von Anbietern außerhalb Europas abhängig werden.

 

www.ki-verband.de

Dezember 2021 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

»Die Kommunikation mit den Kunden wird immer digitaler.«

Dirk Binding / DIHK- Bereichsleiter Digitale Wirtschaft Infrastruktur Regionalpolitik

Die Corona-Lockdowns haben bei vielen Einzelhändlern den E-Commerce–Turbo gezündet. Viele stationäre Händler haben Digitalisierungsstrategien mit Hochdruck eingeführt oder beschleunigt. Das gilt für Innenstadtangebote wie Bekleidung, Spielwaren und Bücher genauso wie für großflächige Anbieter im Elektro- und Möbelhandel. Aber nicht nur der Verkauf, auch die Kommunikation mit den Kunden wird immer digitaler. Auf ihrem Weg brauchen vor allem kleinere Anbieter oft Unterstützung, da ihnen häufig personelle Ressourcen und damit auch das nötige Know How fehlen – etwa bei der technischen Einrichtung eines Online-Shops inklusive Warenwirtschaftssystem oder der logistischen Abwicklung der Bestellungen. Auch rechtliche Fragen, wie das Verpackungsgesetz oder das neue Kaufrecht stellen vor allem kleine und mittlere Händler vor Probleme. Viele IHKs bieten daher Unterstützung beim Start in den Online-Handel und die digitale Vermarktung an.


www.dihk.de

Dezember 2021 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

»Digitale Transformation erfordert Selbstbestimmung.«

Patrick Häuser / Hauptstadtbüroleiter des Bundesverband IT Mittelstand e.V. (BITMi)

Kaum ein Begriff hat im öffentlichen Diskurs über Innovation und den technologischen Wandel eine so steile Karriere hingelegt wie die „digitale Souveränität“. Selten allerdings erfährt man, wie sie erreicht werden soll. Dabei ist Selbstbestimmtheit die Grundvoraussetzung für das Gelingen jeder Art von Wandel nach eigenen Vorstellungen. Eine souveräne Digitalisierung bedeutet, die Transformation aktiv zu gestalten. Statt in einer passiven Rolle zu verharren, während andere im globalen Wettbewerb Regeln bestimmen, Standards setzen und Fakten schaffen, sollten wir auf die Fähigkeiten unserer eigenen Digitalwirtschaft vertrauen. Diese ist hierzulande mittelständisch geprägt. Statt großer Konzerne treibt der innovationsstarke IT-Mittelstand den digitalen Fortschritt in Deutschland und Europa, schafft maßgeschneiderte Lösungen, insbesondere für den wichtigen B2B-Sektor. Wer es mit der digitalen Souveränität ernst meint, sie zum Leitmotiv erhebt, muss das Potenzial dieser Unternehmen nutzen.


www.bitmi.de