Meldungen

Fokus: KI

April 2026 WirtschaftsWoche Digitales Deutschland

Mittelstand bremst

Der deutsche Mittelstand bremst bei Investitionen in Künstliche Intelligenz und droht laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Horváth unter 200 Betrieben den Anschluss zu verlieren. Mittelständler gaben 2025 nur noch 0,35 Prozent ihres Umsatzes für KI aus, nach 0,41 Prozent im Vorjahr, während der Gesamtmarkt auf 0,5 Prozent stieg. Der Mittelstand investiert damit rund 30 Prozent weniger als der Durchschnitt aller Unternehmen. Geopolitische Spannungen haben die Mittelständler verunsichert und ihren Fokus auf Kostenoptimierung gelenkt. „Wird die KI-Transformation jetzt nicht massiv vorangetrieben, entwickelt sich der technologische Rückstand zum existenziellen strategischen Risiko“, warnt Heiko Fink, Studienleiter und Vorstandsmitglied bei Horváth, in der WirtschaftsWoche. Bürokratische Hürden, fehlende Standards und Bedenken bei Datenschutz und digitaler Souveränität bremsen die Umsetzung zusätzlich. Drei von vier Unternehmen fordern mehr KI-Lösungen aus Europa.
 

April 2026 WirtschaftsWoche Digitales Deutschland

Transparenzpflicht greift

Am 2. August 2026 treten die zentralen Vorschriften des EU AI Act in Kraft. Von diesem Tag an können Verstöße gegen die Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme mit Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Ab August 2026 müssen KI-generierte Inhalte und Chatbots erkennbar sein. Wer synthetische Medien ohne Kennzeichnung entdeckt – etwa gefälschte Videos von Politikerinnen und Politikern – kann dies bei den zuständigen Stellen melden. Konkret verpflichtet Artikel 50 des AI Act alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen und mit Menschen interagieren, zur Offenlegung. Hochrisiko-KI in Personalrekrutierung, Versicherungsentscheidungen, Bildung und kritischer Infrastruktur unterliegt einem dokumentierten Risikomanagement-System und menschlicher Aufsicht. Der AI Act gilt als Verordnung unmittelbar in allen 27 EU-Mitgliedstaaten – ohne nationale Umsetzungsgesetze. Für Anbieter allgemeiner KI-Modelle drohen Strafen von bis zu 15 Millionen Euro.

April 2026 WirtschaftsWoche Digitales Deutschland

Sicherheit verpflichtet

Seit dem 6. Dezember 2025 gilt in Deutschland das NIS-2-Umsetzungsgesetz. Die Registrierungsfrist beim BSI lief am 6. März 2026 ab. Rund 30.000 Unternehmen fallen darunter – deutlich mehr als die bisher rund 4.500 geregelten Organisationen. Betroffen sind Unternehmen aus 18 Sektoren, z. B. Energie, Gesundheit, Logistik und verarbeitendes Gewerbe, sofern sie mindestens 50 Mitarbeitende oder mehr als 10 Millionen Euro Umsatz aufweisen. NIS-2 ist nun Chefsache. Die Unternehmensleitung muss Risikomanagement-Maßnahmen initiieren, deren Umsetzung überwachen und sich regelmäßig schulen lassen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, und die Unternehmensführung kann persönlich haften. Betroffene Unternehmen müssen erhebliche Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden vorläufig und innerhalb von 72 Stunden vollständig beim BSI melden. Wer die Frist versäumt hat, sollte rasch handeln. Verspätete Registrierungen sind weiterhin möglich.