TTIP in der Kritik

Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

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Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

TTIP in der Kritik

Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) kritisiert auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).„Die TTIP-Verhandlungen sollten so lange eingefroren werden, bis die Öffentlichkeit im vollen Umfang über den Verhandlungsstand informiert und ein transparentes Verfahren vereinbart ist“, fordert BVMW-Präsident Mario Ohoven. Ein faires Freihandelsabkommen biete der deutschen Wirtschaft zwar große Chancen. Dazu müsse TTIP jedoch erheblich nachgebessert werden. Ein Beispiel sei die gegenseitige Anerkennung von Standards, etwa im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Washington könne dies anders als Brüssel nicht rechtsverbindlich für seine 50 Bundesstaaten beschließen. „Es droht eine Einbahnstraße“, warnt Ohoven. „US-Firmen können Produkte nach US-Standard in der EU verkaufen, ohne dass umgekehrt EU-Firmen in den USA Produkte nach EU-Standard anbieten dürfen.“

Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

Jobmotor Digitalisierung?

Jedes zweite mittelständische Unternehmen in Deutschland will laut Manager Magazin zusätzliche Mitarbeiter einstellen, weil sich die Unternehmer durch die Digitalisierung bessere Geschäfte versprechen. Zur Begründung erklärte Commerzbank-Vorstand Markus Beumer dem Magazin, deutsche Unternehmen arbeiteten an hoch spezialisierten Lösungen für Unternehmenskunden im B2B-Geschäft. „Google, Apple und Co mischen in dieser Nische gar nicht mit.“ So könne die Digitalisierung in Deutschland ein Wachstums- und Jobmotor sein – auch deshalb, weil die scheinbar übermächtigen IT-Riesen wie Google und Co in deren Geschäftsbereichen gar nicht hinschauen. Beumer sieht Deutschland beim Thema Industrie 4.0 an der Weltspitze, noch vor Japan und den USA. Allerdings würden die zusätzlichen Jobs, die durch die Digitalisierung entstehen, vor allem hoch qualifizierte Jobs sein. Der Bedarf an Fachleuten werde weiter steigen (Siehe auch Titelgeschichte ab Seite 6).

Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

Renditekönig Mittelstand

Mittelständler wirtschaften erfolgreicher als börsennotierte Unternehmen.
Laut einer Auswertung des Handelsblatts von 300.000 Bilanzen von KMU betrug die Gewinnmarge im vergangenen Jahr 7,3 Prozent. Dagegen seien die 110 größten börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften nur auf eine Marge von 6,3 Prozent gekommen. Jedes sechste Unternehmen erzielt 16,3 Prozent oder mehr, mehr als 80 Prozent der Mittelständler arbeiten profitabel. Zu den Gewinnern gehören Branchen wie das Hotelgewerbe, Teile der deutschen Bauwirtschaft, die Autobranche, der Einzelhandel und die Gastronomie. Die Rechnung beruht auf der Studie „Diagnose Mittelstand 2016“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Danach sei auch die durchschnittliche Eigenkapitalquote der KMU seit dem Jahr 2000 von drei auf 25 Prozent gestiegen. Insgesamt blickt der deutsche Mittelstand zuversichtlich auf das Jahr 2016. Er rechnet mit einer Fortsetzung des positiven Trends am Arbeitsmarkt.