Meldungen

Fokus: Mittelstand

Dezember 2025 WirtschaftsWoche Der starke Mittelstand

Erwünschte Chatbots

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen unter Druck: Gestiegene Erwartungen der Kunden treffen auf Fachkräftemangel, veraltete Technik und hohe Kosten. Als Lösung bieten sich sprachbasierte KI-Assistenten an, die Anrufe entgegennehmen, Termine vereinbaren, Vertriebsaktivitäten übernehmen oder interne Prozesse unterstützen können. Doch nur jedes zehnte KMU in Deutschland setzt aktuell eine Sprach-KI (Voice AI) im Kundenkontakt ein. Mehr als ein Drittel plant die Einführung oder befindet sich in der Testphase. Das zeigt der „Placetel State of Voice AI Report 2025“, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mittelstands-Bund (DMB) und YouGov. Gleichzeitig würden fast neun von zehn Deutschen mit KI-Assistenten am Telefon sprechen, wenn das jederzeitige Durchstellen an einen Menschen sowie Transparenz und Datenschutz gewährleistet sind. Für Matthias Bianchi, Leiter Public Affairs, DMB, hat Voice AI das Potential zum „Game Changer im Kundenservice“ zu werden.
 

Dezember 2025 WirtschaftsWoche Der starke Mittelstand

Mühsame E-Rechnung

Auf die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung durch die Finanzämter fühlt sich jedes vierte KMU nicht vorbereitet. Das belegt eine aktuelle Studie im Auftrag von Sage, einem Anbieter von Buchhaltungslösungen. Eigentlich sind seit Januar 2025 Unternehmen in Deutschland verpflichtet, Rechnungen elektronisch auszustellen und zu übermitteln. Angesichts des erheblichen Umsetzungsaufwands hat der Gesetzgeber Übergangsregelungen für die Jahre 2025 bis 2027 vorgesehen. Angesichts der Herausforderungen bei der Einführung der E-Rechnungsstellung wünscht sich die Mehrheit der deutschen KMU mehr Unterstützung von der Politik. 52 Prozent fordern finanzielle Förderprogramme für die Umstellung, 48 Prozent wünschen sich praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitungen, und ein Drittel spricht sich für einheitliche Standards innerhalb Europas aus. Damit wird deutlich, dass vor allem technische Komplexität und fehlende Orientierung die größten Hindernisse für einen reibungslosen Übergang zur E-Rechnung darstellen.
 

Dezember 2025 WirtschaftsWoche Der starke Mittelstand

Bescheidene KMU-GFs

Die Gehälter von Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen sind laut einer Datev-Studie langsamer gewachsen als die Verdienste aller Arbeiter und Angestellten. Untersucht wurde der Zeitraum von 2002 bis Ende September 2025. Die Bruttostundenlöhne insgesamt stiegen hier um 21 Prozent, die der Geschäftsführer hingegen nur um zwölf Prozent. „Der Zuwachs in den unteren Lohngruppen war am höchsten. Die Gehälter der unternehmerisch Verantwortlichen – der Geschäftsführer – bleiben hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurück“, sagte Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der Datev-Genossenschaft „Markt & Mittelstand“. Im Detail seien die Gründe für diese Diskrepanz nicht belegbar. Timm Bönke, der Chefvolkswirt von Datev, geht davon aus, dass die oft inhabergeführten Unternehmen Verantwortung in schlechten Zeiten übernehmen. Zudem sanken Erfolgsprämien. Nicht zu unterschätzen sei aber auch, dass der Fachkräftemangel das Lohnniveau steigen lasse. Wenn große Unternehmen zum Beispiel KI-Spezialisten mehr zahlen, muss der Mittelstand in der Regel nachziehen.