»Versorgungssicherheit markt- wirtschaftlich organisieren«
Bisher war die Logik der Versorgungssicherheit einfach: Große fossile Kraftwerke deckten kontinuierlich die Stromnachfrage. In einem von Wind- und Solarenergie geprägtem Stromsystem stellt sich die Frage neu: Woher kommt der Strom während einer Dunkelflaute? Wie finanzieren sich die dafür nötigen Kapazitäten und welche sind es?
Eine Lösung sind flexible Kraftwerke. Doch wer baut die und wie verdient man damit das nötige Geld? Die Bundesregierung versucht das Problem über weitere Subventionen für neue Gaskraftwerke zu lösen. Doch solche Kapazitätssubventionen sind riskant: Sie erfordern staatliche Vorgaben zu Mengen und Technologien, verdrängen sich selbsttragende innovativere Lösungen und verursachen hohe Kosten in Form einer Umlage für alle. Laut bne könnten sich diese Umlagekosten bis 2050 auf bis zu 435 Milliarden Euro belaufen. Dem gegenüber steht ein marktwirtschaftlicher Ansatz, der bei der Absicherung der Stromnachfrage ansetzt. Stromlieferanten würden verpflichtet, ihre Lieferverpflichtungen langfristig abzusichern. So entsteht eine sich kontinuierlich fortsetzende verlässliche Nachfrage nach steuerbarer Leistung. Diese kann nicht nur von Kraftwerken, sondern auch Speichern oder indirekt von flexiblen Verbrauchern bereitgestellt werden. Das senkt Kosten, fördert Innovationen und ermöglicht ein flexibles Stromsystem – marktwirtschaftlich organisiert statt von oben vorgegeben.
Statt immer neuer Subventionstatbestände wäre es für die Regierung daher sinnvoller sich wieder stärker auf die Ludwig-Erhardschen Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft zu besinnen: klare Rahmenregeln für den Markt – und ansonsten technologieoffene Lösungen, die sich im Wettbewerb durchsetzen – statt staatlich vorgegeben und subventioniert zu werden.
bne-online.de