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Dezember 2023 stern Bauen & Wohnen

CO₂-neutraler Beton

Ernsthafte Alternativen zu Beton sind zumindest bei Großprojekten derzeit nicht absehbar. Deshalb ist eines der vorrangigen Ziele die CO2-Reduktion der klimaschädlichen Zementherstellung (siehe auch ab Seite 10). Die CO2-neutrale Zementherstellung ist erstmals 2020 dem schweizerischen Konzern Holcim geglückt. Derzeit errichtet er nahe Hamburg ein Werk, in dem CO2-neutraler Beton in großem Stil hergestellt werden soll. Dabei kann die Prozessenergie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Was bleibt, sind die Emissionen aus dem chemischen Prozess. Beim Brennen setzt der Kalkstein pro Tonne Zement rund 600 Kilogramm CO2 frei. Dieses CO2 soll bei Holcim zunächst eingelagert werden, später dann könnte es zu Methanol und Kraftstoffen aufbereitet werden oder als Grundstoff in der Kunststoffindustrie dienen. Kürzlich nun berichtete der Tagesspiegel über das Berliner Start-up Ecolocked, das aus Abfallbiomasse einen Baustoff gewinnt, der langjährig Kohlenstoff speichert und so negative Emissionen ermöglicht. Fügt man das Material dem Zement hinzu, könnten dessen positive Emissionen neutralisiert werden.

Dezember 2023 stern Bauen & Wohnen

Baujobs in Gefahr

Die deutsche Baubranche leidet unter dem Einbruch im Wohnungsbau. Daher rechnet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) mit einem massiven Verlust an Arbeitsplätzen. „Für 2024 erwarten wir einen deutlichen Rückgang um rund 30.000 Beschäftigte mit weiterem Abwärtspotenzial“, sagte der ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab. Im vergangenen Jahrzehnt habe die Baubranche 220.000 neue Jobs geschaffen. Im jetzt zu Ende gehenden Jahr dürfte die Zahl der Beschäftigten um fast 7.000 auf 920.000 sinken. Grund ist laut dem ZDB der massive Einbruch der Nachfrage im Wohnungsbau. Die steigenden Zinsen würden Investoren und private Häuslebauer abschrecken. Dies drücke massiv auf den Umsatz. „Der Wohnungsbau bricht in diesem Jahr real um elf Prozent ein und setzt seinen Sinkflug in 2024 mit minus 13 Prozent fort“, prognostizierte Schubert-Raab. In allen Sparten rechnet die Baubranche in diesem Jahr mit 162,5 Milliarden Euro Umsatz, im kommenden dann nur noch mit 154 Milliarden Euro. Das wären preisbereinigt minus 5,3 Prozent in diesem Jahr und ein Minus von 3,0 Prozent im Jahr 2024.

Dezember 2023 stern Bauen & Wohnen

Stahl- und Holzpreise sinken

Das Statistische Bundesamt vermeldet, dass der Preis für den Baustoff Holz stark gesunken ist. Demnach gab es deutliche Preisrückgänge: Konstruktionsvollholz sei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 28 Prozent günstiger geworden. Dachlatten verbilligten sich um 25,3 Prozent. Auch die Preise für Bauholz gingen zurück – um 18,6 Prozent. Ebenfalls günstiger wurden einige Produkte aus Stahl, obwohl dessen Herstellung wie die mineralischen Baustoffe vergleichsweise energieintensiv ist. Betonstahl in Stäben etwa kostete nach Berechnungen des Bundesamtes 28,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022, Betonstahlmatten wurden um 27,1 Prozent günstiger. Im Gegenzug verteuerten sich mineralische Baustoffe wie Zement um beinahe die Hälfte (41,7 Prozent). Auch Bausand wurde mit einer Steigerung von 22,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum deutlich teurer, so das Statistische Bundesamt. Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen ohne Berücksichtigung der Energiepreise im 1. Halbjahr 2023 um 6,5 Prozent – inklusive Energiepreise um 6,7 Prozent.