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Fokus: Gesundheit

Juli 2026 stern Meine Gesundheit

Hitze und Herz

Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr können zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einer Herzschwäche, einer koronaren Herzkrankheit (KHK), Niereninsuffizienz oder wegen Blutdruckproblemen in Behandlung sind. „Wenn das Herz erkrankt ist, dann schränkt das auch die Leistung des körpereigenen Kühlsystems meist deutlich ein. Die Wärme kann vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung aus dem Körper transportiert werden“, erklärt der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, und warnt: „Die Folge können Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps sein, außerdem Herzrhythmusstörungen.“ Wichtige Vorsichtsmaßnahmen seien neben einer kühleren Umgebung insbesondere das Anpassen der Trinkmenge und das Achten auf den Elektrolyte-Haushalt.

Juli 2026 stern Meine Gesundheit

Neuer Nanoroboter

Nanoroboter sind mikroskopisch kleine Maschinen, kleiner als eine menschliche Zelle und etwa 200-mal kleiner als der Durchmesser eines Haares. Sie gelten als vielversprechender Ansatz, etwa um Wirkstoffe gezielt an bestimmte Orte im Körper zu bringen. Anders als gewöhnliche Roboter bestehen sie nicht aus Elektronik, sondern aus Biomolekülen und Nanopartikeln. Ein Team der Universität Basel hat nun einen Nanoroboter mit Antriebs- und Nutzlastmodul entwickelt. Ein magnetisches Antriebsmodul bewegt den Nanoroboter, während ein zweites Modul als Nutzlastkapsel dient und Wirkstoffe zum Einsatzort transportiert. Es enthält vier bläschenartige Nanocontainer, die darin eingeschlossene Enzyme schützen. Sie lassen sich gezielt öffnen, um beispielsweise Wirkstoffe gegen Krebszellen auszuschütten. Verbunden sind die beiden Module durch einen DNA-basierten „Klettverschluss“. Da das Antriebsmodul magnetisch ist, lassen sich die Nanoroboter nach ihrem Einsatz wieder einsammeln und wiederverwenden.

Juli 2026 stern Meine Gesundheit

Allergien verändern sich

Kinder mit Allergien gegen Gräserpollen, Tierhaare oder Milben müssen sie nicht ihr Leben lang haben. Eine Wiener Langzeitstudie zeigt, dass Allergien sich im Laufe des Lebens verändern können. Sie können verschwinden, neu entstehen oder in der Stärke variieren. Bislang glaubte man, dass eine allergische Sensibilisierung dauerhaft bestehen bleibt – das Immunsystem also bereit ist, auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder Tierhaare übermäßig zu reagieren. Sie gilt als Voraussetzung für Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neurodermitis. In der Studie des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengesundheit zeigten die meisten Teilnehmer über die gesamte Studiendauer ein stabiles Bild: Bei rund 54 Prozent kamen dauerhaft keine Allergien vor, während bei knapp 31 Prozent dauerhaft Allergien vorlagen. Doch bei etwa 15 Prozent änderte sich der Status im Laufe der Zeit. Bei 5,6 Prozent verschwand die Allergie, 4,8 Prozent entwickelten eine neue Allergie, 4,6 Prozent zeigten wechselnde Testergebnisse.