Die Redaktion befragt Akteurinnen und Akteure zu Herausforderungen in der Krebsmedizin

 Forum der Akteure

März 2024 stern Leben mit Krebs

»Zeit für ein ›Recht auf Vergessenwerden‹«

Felix Pawlowski Pressesprecher Dt. Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

Pro Jahr erkranken in Deutschland ungefähr 16.500 junge Menschen zwischen 18 bis 39 Jahren an Krebs. Glücklicherweise können über 80 Prozent von ihnen geheilt werden. Doch das Stigma der Krebserkrankung lastet ihnen ein Leben lang an, und sie erfahren bei der Rückkehr in den Alltag Benachteiligungen. Ehemaligen Patientinnen und Patienten werden Versicherungsabschlüsse, Kreditaufnahmen, Verbeamtungen oder Adoptionen verwehrt. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und ihre Stifterin, die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V., kritisieren diese Diskriminierungen. Beide Organisationen fordern, das „Recht auf Vergessenwerden“ in Deutschland umzusetzen. Betroffene dürfen nach Genesung und Freiheit von Rückfällen, über die Zeit der Heilbewährung hinaus, nicht mehr benachteiligt werden. Über die Stiftungsseite können sich junge Krebspatienten vernetzen, Erfahrungen austauschen sowie sich über Rechte und gesetzliche Hintergründe informieren.

 

www.junge-erwachsene-mit-krebs.de

März 2024 stern Leben mit Krebs

»Leben mit Krebs in den Fokus rücken«

Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf Vorstandsmitglied Deutsche Krebsgesellschaft

Dank großer Fortschritte in der Krebstherapie und gezielteren Behandlungsmöglichkeiten überleben heute immer mehr Menschen eine Krebserkrankung. Das sind gute Nachrichten für Patientinnen und Patienten! Wir müssen in der Onkologie deshalb verstärkt auch den Fokus auf die sogenannten Cancer Survivor setzen. Viele von ihnen leiden unter Langzeit- und Spätfolgen, wie der chronischen Erschöpfung, Gedächtnisstörungen oder aber unter psychischen Folgen der Erkrankung, wie etwa Depressionen oder Ängste. Die Lebensqualität ist bei vielen Betroffenen auch Jahre nach Therapieende eingeschränkt. Auch der Schritt in den Alltag und ins Arbeitsleben ist auch wegen bürokratischer Hürden für viele Cancer Survivor nicht immer leicht. Der Deutschen Krebsgesellschaft ist das Thema Leben mit und nach Krebs daher ein bedeutsames Anliegen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die 16 Landeskrebsgesellschaften, die Betroffene frühzeitig auf Unterstützungsmöglichkeiten hinweisen können. Zögern Sie also nicht, die kostenfreien Beratungsangebote anzunehmen.
 

www.krebsgesellschaft.de

März 2024 stern Leben mit Krebs

»50 Jahre Krebshilfe: Fokus Prävention«

Gerd Nettekoven Vorstandsvorsitzender Deutsche Krebshilfe

Die Deutsche Krebshilfe begeht in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben wir maßgeblich dazu beigetragen, das Thema „Krebs“ aus seiner Tabuzone zu holen und die Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung erheblich zu verbessern – beispielsweise durch die Initiierung und Förderung von deutschlandweiten Versorgungsstrukturen wie den Comprehensive Cancer Centern oder die Förderung innovativer Forschungsprojekte zur Verbesserung von Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Dafür werden wir uns auch in Zukunft weiter einsetzen. Doch besser als ein „Leben mit Krebs“ ist es, alles dafür zu tun, dass eine Krebserkrankung gar nicht erst entsteht: 40 Prozent aller Krebserkrankungen könnten durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermieden werden. Die Krebsprävention wird daher in Zukunft ein wichtiges Handlungsfeld der Deutschen Krebshilfe sein. Werden auch Sie aktiv! Informieren Sie sich, wie Sie Ihr persönliches Krebsrisiko senken können. Wir unterstützen Sie dabei!

 

www.krebshilfe.de