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Fokus: Wohnen

Oktober 2025 stern Wohnen der Zukunft

Sanieren

Serielle Sanierung wird zur zentralen Strategie gegen den Sanierungsstau im Gebäudebestand. Vorgefertigte Fassadenelemente mit Dämmung, Fenstern und Technikmodulen werden industriell produziert und vor Ort montiert. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) meldet: 2025 entfallen bereits 23 % der hoch effizienten Sanierungen auf serielle Verfahren – vor 2022 waren es unter 2 %. Ein zusätzlicher Förderbonus im Rahmen der BEG verbessert die Finanzierung. Digitale Gebäudepässe erleichtern Planung und Typenerkennung. Wohnungsbaugesellschaften profitieren besonders, da sich ganze Quartiere standardisiert modernisieren lassen. Modellprojekte laufen u. a. in Jena, Bochum und Köln. Die Montage dauert oft nur wenige Tage und erfolgt im bewohnten Zustand. Auch private Eigentümer:innen profitieren zunehmend. Empfehlung: Gebäudetyp und Baujahr prüfen, BEG-Förderung beantragen, mit zertifizierten Generalunternehmern sprechen. 

Mehr auf: dena.de, kfw.de, initiative-serielle-sanierung.de, gebaeudehuelle.net.

 

 

Oktober 2025 stern Wohnen der Zukunft

Dachraum

Laut einer aktuellen Studie von Leaftech und Velux könnten bundesweit über 429.000 Wohnungen durch Dachaufstockung und -ausbau entstehen. Etwa 272.000 davon gelten als kurzfristig realisierbar – vor allem auf Gebäuden mit flach geneigten Dächern, ausreichender Traufhöhe und tragfähiger Bausubstanz. Besonders viel Potenzial sehen die Studienautor:innen in Bayern, Hessen und Hamburg. Der Vorteil: kein zusätzlicher Flächenverbrauch, oft geringe Erschließungskosten und gute Kombinationsmöglichkeiten mit energetischer Sanierung. Gleichzeitig bleiben rechtliche und wirtschaftliche Hürden – Genehmigungsverfahren sind aufwendig, Eigentümerstrukturen oft komplex. Einige Städte fördern Nachverdichtung gezielt. Pilotprojekte in München, Leipzig und Frankfurt zeigen, wie es gehen kann. Empfehlung: Dachflächen erfassen, Statik prüfen, öffentlich-rechtliche Vorschriften analysieren, Förderprogramme einplanen. 

Mehr unter: leaftech.eu, velux.de, baulinks.de, wohnraumoffensive.de, energieatlas.bayern.de.

 

Oktober 2025 stern Wohnen der Zukunft

Smart

Smart-Home-Technologien setzen sich durch: Laut Bitkom nutzt fast jeder zweite Haushalt in Deutschland smarte Anwendungen – etwa Lichtsteuerung, Heizregler oder Alarmanlagen. Der Markt wächst weiter: 2025 soll er laut Mordor Intelligence rund 9,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Treiber sind KI-basierte Systeme, die selbstständig lernen, sich an Nutzerverhalten anpassen und den Energieverbrauch steuern. Doch es gibt auch kritische Stimmen: Eine aktuelle Analyse auf arXiv warnt vor Rebound-Effekten – also höherem Verbrauch, weil Technik bequem erscheint. Zudem fehlt es an einheitlichen Standards und langfristig wartbaren Schnittstellen. Für Planer:innen und Wohnungsunternehmen heißt das: Interoperabilität, Wartung und Datenschutz frühzeitig mitdenken. Offene Systeme vermeiden. Empfehlung: Technik gezielt einsetzen, Nutzer:innen nicht überfordern, Potenziale realistisch bewerten, Rebound-Risiken minimieren. 

Mehr: bitkom.org, arxiv.org, mordorintelligence.com, digital-bauen.de.