Meldungen

Fokus: Tiere

Juli 2026 stern Mein Haustier

EU verschärft Tierschutz

Das Europaparlament hat im April 2026 die „Cats and Dogs“-Verordnung beschlossen. Das Gesetz schafft erstmals EU-weit einheitliche Mindeststandards für die Zucht, Haltung und den Verkauf von Hunden und Katzen, um den illegalen Heimtierhandel sowie Tierquälerei wirksamer zu bekämpfen. Der Deutsche Tierschutzbund spricht von einem „erstmals“ europaweit gültigen Rechtsrahmen, der dazu beitragen könne, den oft grenzüberschreitend organisierten Handel einzudämmen; zugleich kritisiert die Organisation, dass die Verordnung erst in zwei Jahren vollständig in Kraft treten soll. Vorgesehen sind unter anderem verpflichtende Chip- und Registrierungssysteme, strengere Vorgaben für Zuchtbetriebe sowie klarere Regeln für die Einreise und den Handel innerhalb der EU. Aus Sicht der Tierschützer ist dies ein wichtiger Fortschritt, weil der bislang oft intransparent ablaufende Handel mit Welpen und Katzen besser nachvollziehbar und kontrollierbar werden könnte.

Juli 2026 stern Mein Haustier

Mehr Tierschutz gefordert

Das Tierschutz-Barometer 2026 der Tierschutzorganisation Humane World for Animals zeichnet ein deutliches Stimmungsbild. Demnach halten 80,5 Prozent der Deutschen Tierschutz für wichtig oder sehr wichtig, doch nur 21,7 Prozent zeigen sich mit dem Engagement der Bundesregierung zufrieden. Die Organisation spricht von einer „Government Performance Gap“, einer wachsenden Lücke zwischen gesellschaftlichem Anspruch und politischer Umsetzung. Auffällig ist die breite Unterstützung für konkrete Reformvorhaben: 67,8 Prozent der Befragten sind für einen schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen, 79,4 Prozent für verstärkte Investitionen in tierleidfreie Testmethoden. Diese Zahlen unterstreichen den Wunsch nach einem grundlegenden Wandel im Umgang mit Tieren in Forschung und Industrie. Für das Tierschutz-Barometer 2026 hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Humane World for Animals eine repräsentative Online-Panel-Befragung durchgeführt.

Juli 2026 stern Mein Haustier

Fleisch kennzeichnen

Die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung für frisches Schweinefleisch ist in Deutschland immer noch nicht in Kraft. Der Bundestag hat zu Jahresanfang die Pflicht zur Verwendung der Kennzeichnung verschoben, und zwar auf den 1. Januar 2027. Bis dahin bleibt eine freiwillige Kennzeichnung möglich. Für Verbraucher heißt das: Im Handel gibt es weiterhin unterschiedliche freiwillige oder private Haltungsangaben, aber noch keine flächendeckend verbindliche staatliche Kennzeichnung. Die staatliche Regelung gilt zwar grundsätzlich seit August 2023, sie entfaltet ihre Pflichtwirkung jedoch erst ab 2027. Damit bleibt die Debatte über mehr Transparenz im Fleischmarkt weiterhin offen, ebenso die Frage, wie eine spätere Ausweitung auf weitere Tierarten aussehen könnte. Verbraucherschützer kritisieren zudem, dass verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Fleisch auf der Pizza oder in Fertiggerichten, aber auch das Essen in Restaurants und Kantinen von den Pflichten weitgehend ausgenommen sind.