Meldungen

Fokus: Lebensqualität

Juli 2026 stern Glücklich zu Hause

Zweites Leben

Der Toaster macht’s nach zwei Jahren plötzlich nicht mehr, die Waschmaschine kurz nach Garantieende, und der Staubsauger gibt jetzt auch auf. Und dann? Ist das wirklich die letzte Lösung, ab in den Elektroschrott, weil Reparieren angeblich teurer ist als Neukaufen? Damit soll endlich Schluss sein. Ab dem 31. Juli 2026 gilt in Deutschland das neue Recht auf Reparatur, mit dem der Bundestag Ende Juni eine EU-Richtlinie umgesetzt hat. Hersteller von Waschmaschinen, Geschirrspülern, Kühlschränken, Smartphones und Tablets müssen ihre Geräte künftig auch nach Ablauf der Gewährleistung zu fairen Preisen reparieren, Ersatzteile und Werkzeug bereitstellen und dürfen keine technischen oder softwareseitigen Hürden mehr aufbauen. Wer sich für die Reparatur statt für ein neues Gerät entscheidet, bekommt sogar ein Jahr länger Gewährleistung. Einzig der Toaster vom Anfang bleibt vorerst außen vor. Denn Kleingeräte stehen noch nicht auf der Liste. Wenigstens bei den großen Geräten kommen jetzt keine hohen Kosten für Neues auf uns zu.

Juli 2026 stern Glücklich zu Hause

Smarte Beschattung

Die Sommer werden heißer, die Hitzewellen länger – und die eigene Wohnung wird zum Rückzugsort, der plötzlich keiner mehr ist. Heizen sich Räume auf über 30 Grad auf, leiden Schlaf, Konzentration und Kreislauf. Ein kühles Zuhause ist deshalb längst kein Luxus mehr, sondern Gesundheitsschutz. Der Trick dabei: Wärme gar nicht erst hereinlassen. Genau hier setzt der Trend zur smarten Beschattung an. Automatische Jalousien und Rollläden fahren morgens von selbst hoch, schließen sich bei starker Sonneneinstrahlung und halten Räume im Sommer um mehrere Grad kühler – ganz ohne stromfressende Klimaanlage. Am wirksamsten ist die Beschattung von außen: Was die Scheibe gar nicht erreicht, kann sich drinnen auch nicht aufheizen. Per App oder Sensor reagieren Systeme auf Sonnenstand und Temperatur, selbst wenn niemand da ist; manche koppeln sich sogar an den Wetterbericht und schließen, bevor die Mittagshitze anrollt. So bleibt das Zuhause auch in der nächsten Hitzewelle ein kühler Rückzugsort.

Juli 2026 stern Glücklich zu Hause

Effektives Arbeiten

Morgens kein Stau, kein Bahnstreik. Auch das morgendliche Gespräch in der Teeküche entfällt. Denn der Laptop steht am eigenen Küchentisch, der Kaffee daneben, und die komplexen Präsentationen gehen plötzlich leicht von der Hand. Dass das nicht bloß eine gefühlte Wahrheit ist, belegt jetzt eine Studie des Fraunhofer IAO und der Techniker Krankenkasse. Zwei Jahre lang werteten die Forscher die Leistungsdaten von rund 11.000 Beschäftigten aus. Das Ergebnis: Im Homeoffice sind Mitarbeitende bei konzentrierten Einzelaufgaben rund 20 Prozent produktiver als im Büro, vor allem, weil ständige Unterbrechungen wegfallen. Doch der Effekt hat eine Grenze. Ab einem Homeoffice-Anteil von etwa 60 Prozent, also mehr als drei Tagen pro Woche, kippt er: Dann sinkt die Gesamtproduktivität wieder, weil der spontane Austausch mit den Kollegen fehlt. Die Studie plädiert deshalb für die Mischung. Der ruhige Küchentisch bleibt also unschlagbar, aber nicht an allen Tagen der Woche.