Meldungen

Fokus: Familie

April 2026 Brigitte Familienwelten

Mehr Geld für Kinder

Der steuerliche Kinderfreibetrag wird 2026 deutlich angehoben. Diese Maßnahme bietet vor allem höherverdienenden Familien eine spürbare steuerliche Entlastung, da sie den abzugsfähigen Betrag pro Kind erhöht. Die Bundesregierung begründet diese und weitere Schritte mit der anhaltend hohen Inflation sowie dem übergeordneten Ziel, die finanzielle Lage der mittleren Generation zu stärken und Familien besser abzusichern. Kritiker bemängeln jedoch, dass die steigenden Lebenshaltungskosten die Effekte weitgehend auffressen und größere Entlastungspakete für Geringverdiener fehlen. Parallel dazu ist das Kindergeld bundesweit auf 259 Euro pro Kind und Monat angehoben worden. Eltern erhalten damit vier Euro mehr je Kind im Vergleich zum Vorjahr, wie der Deutsche Familienverband berechnet. „Für Familien mit mehreren Kindern summieren sich diese Mehrbeträge im Jahr deutlich“, so Verbandspräsidentin Ulrike Lackmann. Die Erhöhung erfolgt automatisch, ohne dass Eltern einen neuen Antrag stellen müssen.

April 2026 Brigitte Familienwelten

Bessere Ganztagsbetreuung

Ab dem Schuljahr 2026/27 erhalten Erstklässler in allen deutschen Bundesländern einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Diese Entscheidung haben Bund und Länder im Rahmen der Koalitionsvereinbarung getroffen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig zu verbessern und Eltern mehr Flexibilität zu bieten. Die Länder verpflichten sich, die notwendigen Betreuungsplätze bis 2030 schrittweise auszubauen, wobei ein Pilotjahr für die erste Klassenstufe den Startschuss geben soll. Bildungsgewerkschaften und Elternverbände begrüßen die Maßnahme als wichtigen Fortschritt, warnen jedoch eindringlich vor den Herausforderungen. Ohne mehr Erzieherinnen und Erzieher sowie attraktive Rahmenbedingungen werde der Anspruch auf dem Papier bleiben und nicht wirklich umgesetzt, so die Position der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Fehlende räumliche Infrastruktur und Personalknappheit könnten den Ausbau bremsen.
 

April 2026 Brigitte Familienwelten

Weniger Smartphone

Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von t3n zeigt: Die Generation Z, also 12- bis 27-Jährige, hat sich vorgenommen, im Jahr 2026 ihr Smartphone seltener und insgesamt weniger zu nutzen. Rund 37 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe wollen ihre Bildschirmzeit und Social-Media-Präsenz deutlich reduzieren – mehr als jede andere Kohorte. Die Studie mit 2.031 Teilnehmenden aus Deutschland beleuchtet gute Vorsätze zu Jahresbeginn und offenbart digitale Überlastung als Treiber. Top-Motive sind Stressreduktion (51 Prozent), mehr Sport (45 Prozent) und Zeit mit Familie (43 Prozent). Fachmenschen sehen darin eine Reaktion auf ständige Online-Verfügbarkeit, KI-Druck und mentale Erschöpfung. Die Generation Z priorisiert im Gegenzug echte Kontakte und Wohlbefinden über virtuelle Präsenz. Politik und Wirtschaft sollten auf diesen Trend reagieren, etwa durch digitale Bildung und Entlastungsprogramme. Langfristig könnte dies zu gesünderen Lebensrhythmen und weniger Burnout führen.