Meldungen

Fokus: Wohnen

April 2026 stern Bauen & Wohnen der Zukunft

Weniger Wohnraum

Das Pestel-Institut hat im Januar 2026 neue Zahlen zum Wohnungsmangel in Deutschland vorgelegt und zeichnet dabei ein deutlich verschärftes Bild der Lage. Demnach fehlten bereits Ende 2024 rund 1,4 Millionen Wohnungen – ein neuer Höchststand, der die wachsende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage unterstreicht. Besonders brisant sei, dass der Engpass längst nicht mehr nur Haushalte mit niedrigen Einkommen betrifft. Zunehmend geraten auch Fachkräfte, Familien mit mittleren Einkommen sowie Unternehmen unter Druck, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt und damit die wirtschaftliche Entwicklung gebremst wird. Für die kommenden Jahre fällt die Prognose verhalten aus: Das Institut rechnet lediglich mit rund 200.000 neu gebauten Wohnungen jährlich. Damit würde nur etwa die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs gedeckt. Regional zeigen sich besonders starke Engpässe. In Hamburg fehlen laut Studie aktuell rund 26.000 Sozialwohnungen, in Schleswig-Holstein summiert sich das Defizit auf etwa 46.000 Wohnungen. Nach Einschätzung der Autoren dürfte sich die Situation weiter verschärfen.
 

April 2026 stern Bauen & Wohnen der Zukunft

Mehr Baugenehmigungen

Im Wohnungsbau deutet sich zum Start ins Jahr 2026 eine vorsichtige Erholung an. In den ersten beiden Monaten des Jahres genehmigten die Behörden in Deutschland 41.700 neue Wohnungen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das entspricht einem Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem der Februar fiel mit 22.200 Genehmigungen und einem Zuwachs von 24,1 Prozent deutlich stärker aus als im Jahr zuvor. Von den neu genehmigten Wohnungen sollen rund 19.000 in Neubauten entstehen, der Rest in bestehenden Gebäuden. Die Zahlen machen Hoffnung, weil der lange Einbruch beim Wohnungsbau vorerst gebremst scheint. Dennoch mahnt die Branche zur Vorsicht: Zwischen Genehmigung, Baustart und Fertigstellung vergeht meist viel Zeit. Für Wohnungssuchende, Mieterinnen und Käufer wird die Entwicklung daher erst dann spürbar, wenn aus den Anträgen tatsächlich neue, bezugsfertige Wohnungen werden. Besonders in den großen Städten und in angespannten Märkten bleibt der Druck damit weiterhin hoch.
 

April 2026 stern Bauen & Wohnen der Zukunft

Bund fördert Umbau

Das Bundesbauministerium setzt stärker auf Umbau statt auf Neubau auf der grünen Wiese. Mit dem Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ soll leer stehender Nichtwohnraum in Wohnungen umgewandelt werden. Ab Juli 2026 sind Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit vorgesehen, wenn aus Gewerbeimmobilien neuer Wohnraum entsteht. Ziel ist es, schneller zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und zugleich Ressourcen zu sparen. Die Bundesregierung verweist auf eine Richtlinie vom 16. März 2026, mit der der Förderrahmen konkretisiert wurde. Neben dem sozialen Nutzen soll die Maßnahme auch klimapolitisch wirken, weil Umbau und energetische Ertüchtigung oft emissionsärmer sind als Abriss und Neubau. Für Kommunen, Eigentümer und Projektentwickler eröffnet das Programm damit eine neue Option in angespannten Wohnungsmärkten. Besonders dort, wo Leerstand bei Büro- oder Ladenflächen wächst, könnte das Modell rasch Wirkung entfalten und neue Spielräume für die Wohnraumversorgung schaffen.