»Zukunft braucht Möglichmacher«

Oktober 2019 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland
Lösungsorientiert denken!
Die Redaktion befragt Experten zu den Chancen in ihren Branchen.
Oktober 2019 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

»Mehr als der Treibstoff der Zukunft «

Stefan Kapferer / Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung BDEW

Im Jahr 2030 werden bis zu zehn Millionen E-Autos auf unseren Straßen fahren. Ihr Treibstoff: Strom, der zu 65 Prozent aus Wind, Photovoltaik & Co stammen wird. Eine Wohltat für das Klima. Selbst mit dem heutigen Energiemix emittiert ein E-Auto knapp 60 Prozent weniger als ein Auto, das bei gleicher Fahrleistung mit Super-Benzin oder Diesel-Kraftstoff fährt. Mit einem Ökostromtarif lässt sich der CO2-Ausstoß an der privaten Ladeinfrastruktur mit einem Schlag sogar auf „null“ reduzieren. Auch zahlreiche öffentliche Ladesäulen bieten 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom.


Übrigens hat die Energiewirtschaft dafür gesorgt, dass die Anzahl der Ladepunkte im öffentlichen Raum innerhalb eines Jahres um über 50 Prozent auf fast 20.700 gestiegen ist. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass es bislang rund 210.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge in Deutschland gibt. Reichen würde es für doppelt soviele. Zumal 80 Prozent der Ladevorgänge am Arbeitsplatz oder zuhause stattfinden. Aus diesem Grund setzen wir uns seit langem dafür ein, dass der Gesetzgeber endlich die Voraussetzungen schafft, damit es künftig jedem Mieter und Wohnungseigentümer möglich ist, private Ladeinfrastruktur einzubauen, wenn er die Finanzierung sicherstellt.  


Auch bei den Stromnetzen ist die Energiewirtschaft schon einen großen Schritt vorangegangen: Schon heute könnten bis zu 13 Millionen E-Autos laden – das entspricht 30 Prozent des deutschen PKW-Bestandes. Durch intelligentes Lademanagement und modernste Technologien werden künftig sogar noch mehr E-Autos das Netz „anzapfen“ können.


Und nicht nur das: Die Energieversorger bieten Privatkunden, Gewerbe und Kommunen immer mehr Produkte und Dienstleistungen für klimaschonende Mobilität. Von der privaten Ladeinfrastruktur über die Heimspeicherung bis hin zu E-Flotten für den öffentlichen Personenverkehr und Carsharing-Konzepten. Kurzum: Die Energiewirtschaft sorgt dafür, dass Elektromobilität zum Erfolg wird.

 

www.bdew.de

Oktober 2019 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

»So wird Deutschland zum Smart Country«

Achim Berg / Präsident Digitalverband Bitkom

Nahezu alle Behördengänge online erledigen und ein Unternehmen in drei Tagen gründen – das funktioniert nicht etwa in Deutschland, sondern in Litauen. Anders als hierzulande ist für die dortige Verwaltung online der Standard und offline die absolute Ausnahme. Doch Deutschland ist bereit für eine digitale Aufholjagd. In vielen deutschen Kommunen herrscht Aufbruchstimmung. Überall im Land machen sich Städte, Gemeinden und Regionen auf den Weg ins digitale Zeitalter. Von Rostock bis Konstanz, von Aachen bis Cottbus entwickelt sich ein Smart Country. Und das ist nicht nur gut so, das ist längst überfällig. Digitale Technologien können das öffentliche Leben effizient und bequem, bürgernah und umweltfreundlich machen. Wie es geht, zeigen internationale Leuchttürme wie eben Litauen, Dänemark oder die Niederlande.


Smart Cities und Smart Regions stehen für die intelligente Vernetzung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche im kommunalen Raum. Die Basis für innovative Lösungen bilden siloübergreifende Datenplattformen und IoT-Netzwerke. Auf ihnen bauen kundenorientierte und transparente Verwaltungsprozesse auf, mit ihnen lassen sich zusätzliche Dienstleistungen kommunaler Unternehmen und neue Partnerschaften zwischen kommunalen Akteuren und der Wirtschaft entwickeln.


In Deutschland sind die ersten Schritte getan. Für die intelligente Vernetzung öffentlicher Daseinsvorsorge und Aufgabenfelder wie Mobilität, Energie, Wohnen oder Gesundheit werden aktuell die Weichen gestellt. Nun geht es darum, diesen Weg mutig weiterzugehen. Auch bei der Digitalisierung von Städten und Regionen geht es nicht ums Gegeneinander, sondern das Miteinander. Behörden und Ämter brauchen dafür Know-how und finanzielle Mittel. Und sie brauchen eine Plattform für den Erfahrungsaustausch wie die Smart Country Convention im Oktober in Berlin. Wir sollten das digitale Rad in 11.000 Kommunen und Hunderten von Behörden nicht jeweils neu erfinden. Wir müssen einfach mehr zusammenarbeiten.

 


www.bitkom.org

Oktober 2019 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

»Zukunft braucht Möglichmacher«

Carl Martin Welcker / Präsident VDMA

Deutschland ist ein Land, das viel erreicht hat und alle Voraussetzungen für eine wunderbare Zukunft hat. Dazu gehört es, Herausforderungen anzunehmen und Chancen zu ergreifen. Die Menschen in Deutschland leben im Weltvergleich auf hohem Niveau – angefangen bei der Infrastruktur bis hin zur Medizinversorgung oder Sicherheit. Dazu tragen viele Menschen und Institutionen täglich bei. Damit wir dies in Deutschland auch in Zukunft sagen können, braucht es gute Konzepte der Politik und Tatkraft. Und es braucht Technologien, die Lösungen für die wichtigen Themen von heute und morgen bieten.


Dem Maschinen- und Anlagenbau, Rückgrat der deutschen Industrie, kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Seine weltweit geschätzte Innovationskraft lässt aus Ideen Produkte werden. So ist der Maschinenbau Lösungsgeber für die Herausforderungen unserer Zeit. Das Spektrum ist dabei breit und erfasst alle Lebensbereiche: von Antriebstechnologien für die Mobilität von morgen, Innovationen für mehr Energieeffizienz, über Nahrungsmittel- und Recyclingmaschinen bis hin zu Spitzentechnologie in der Medizin.


Deutschland ist in diesem Zusammenhang ein Top-Standort. Hier sind viele tausend erfolgreiche Maschinenbauer zuhause. Gemeinsam ist ihnen eine hohe Identifikation der Eigentümer und Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen sowie ein hohes Maß an Integrations- und Umsetzungsstärke. Kooperation und interdisziplinäres Arbeiten sind tief in der DNA des Maschinenbaus verhaftet, das bringt die Unternehmen technologisch an die Weltspitze.


Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen im Inland ist der Maschinenbau zudem größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige. Nicht ohne Grund ist der Maschinenbau wichtigster Ingenieurarbeitgeber und hochgradig attraktiv für qualifizierte Facharbeiter.


All dies sind gute Voraussetzungen, um die Zukunft in Deutschland mitzugestalten.

 

 

www.vdma.org