»KI verändert die Bewertung von Leistung«
Künstliche Intelligenz verändert gerade eine Logik, an die wir uns über Jahrzehnte gewöhnt haben: Leistung und Zeit hängen (nicht mehr) zwangsläufig zusammen. Wenn eine Aufgabe mit KI in einer Stunde erledigt werden kann, für die früher ein Arbeitstag notwendig war, sagt der Zeitaufwand immer weniger über die tatsächliche Leistung aus.
Damit stellt sich die Frage, woran Unternehmen Leistung künftig messen: an Arbeitszeit, Output, Qualität – oder an tatsächlicher Wirkung? KI verändert Erwartungen an Qualität, Geschwindigkeit und Wertschöpfung und damit auch Vergütung, Wertbeiträge und Anreizsysteme.
Eine mögliche Antwort darauf liefert die Idee einer positiven Leistungskultur des DGFP-Think-Tank: Leistung ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, welchen Beitrag Arbeit zum gemeinsamen Ergebnis leistet. Nicht Anwesenheit oder sichtbare Geschäftigkeit sollten im Mittelpunkt stehen, sondern Wirkung. Gute Arbeit zeigt sich daran, was bewegt wurde – nicht daran, wie beschäftigt jemand war.
KI verschärft diese Notwendigkeit. Je stärker Technologie einzelne Arbeitsschritte übernimmt oder beschleunigt, desto weniger sinnvoll ist es, Leistung allein über zeitlichen Aufwand zu beurteilen. Unternehmen brauchen deshalb klarere Zielbilder: Was soll tatsächlich anders oder besser sein, wenn wir erfolgreich sind? Teams sollten weniger berichten, was sie getan, sondern was sie bewirkt haben.
Vielleicht liegt genau darin eine der Chancen von KI: In einer KI-geprägten Arbeitswelt zählt immer weniger, wie viel Arbeit sichtbar ist – und immer mehr, welche Wirkung sie entfaltet.
Mehr dazu in den Impulspapieren des DGFP-Think-Tanks „HRM der Zukunft“ zu „Positiver Leistungskultur“ und zur „neuen Rolle von HR in einer KI-geprägten Arbeitswelt“.
dgfp.de