»Wir greifen in die Pathologie von Alzheimer ein«

Dezember 2017 | FOCUS | Meine Gesundheit

»Wir greifen in die Pathologie von Alzheimer ein«

Beitrag von Probiodrug

Dr. Inge Lues, Entwicklungsvorstand, Probiodrug AG
Probiodrug / Unternehmensbeitrag

Frau Dr. Lues, was heißt es, neue Wege in der Alzheimertherapie zu gehen?
Bisher gibt es nur wenige Medikamente, die die Krankheitssymptome behandeln und nur schwach und vorrübergehend wirken. Wir arbeiten seit 2004 daran, die pathologischen Prozesse von Alzheimer aufzuhalten und haben nun einen ersten Durchbruch erzielen können.

Wie kann man in die Pathologie von Alzheimer eingreifen?
Dafür braucht es zunächst Erkenntnisse zum pathologischen Geschehen. Mittlerweile weiß man, dass nicht die Plaques aus dem Eiweißstoff Amyloid Beta, sondern eine kleine, noch lösliche Vorstufe dieser Eiweißablagerungen, sogenannte Abeta-Oligomere, den Krankheitsprozess wesentlich treiben. Sie beeinträchtigen die Kommunikationswege zwischen Nervenzellen, indem sie die Synapsen schädigen. Probiodrug hat eine wichtige modifizierte Amyloid Beta-Variante entdeckt, die die Entstehung besonders hirntoxischer Oligomere auslöst und vorantreibt.

Können Ihre therapeutischen Ansätze die Bildung dieser schädlichen Oligomere unterbinden?
Wir haben einen Wirkstoff entwickelt, der das Enzym Glutaminylcyclase hemmt und damit tatsächlich verhindert, dass das hirntoxische pyroglutamyl-Amyloid Beta gebildet wird. Somit können wir einen kritischen Schritt zur Schädigung der Synapsen unterbrechen.

Ist dieser Hemmstoff in Tablettenform wirksam?
Wir konnten in einer ersten klinischen Studie auf verschiedenen Wegen nachweisen, dass das verabreichte Molekül bereits nach 3-monatiger Behandlungsdauer erste Wirkungen zeigt. Dazu wurden zum einen die kognitiven Fähigkeiten der Patienten und zum anderen die elektrischen Ströme zwischen Nerven und Synapsen über ein EEG sowie einen Biomarker in der Spinalflüssigkeit vor und nach der Behandlung untersucht. Auf allen drei Ebenen konnten die für die Erkrankung typischen Veränderungen gemildert werden. Nun planen wir weitere umfassende Studien mit längerer Therapiedauer.

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