Digitalisierung ganz konkret: Herstellung überwachen, Transporte verfolgen und Bestellungen vereinfachen

Juli 2018 | Handelsblatt | Innovation 4.0

Digitalisierung ganz konkret: Herstellung überwachen, Transporte verfolgen und Bestellungen vereinfachen

Die digitale Zukunft ist schon da, viele Unternehmen nutzen das Internet der Dinge. Doch welche Aufgaben erfüllen sie damit?

Deutsche Telekom / Unternehmensbeitrag

Erst macht es leise Klack, dann folgt ein Knirschen und schließlich geht gar nichts mehr – die Anlage steht, die Herstellung kommt zum Erliegen. So etwas passiert in der Industrieproduktion: Mal blockiert defektes Material die Produktionsstraße, mal sind Kugellager, Rollen oder Gelenke abgenutzt. Nun beginnt die Suche nach der Ursache, schlimmstenfalls ruht die Herstellung für einige Zeit.

Doch diese Situation wird es in Unternehmen künftig immer seltener geben. Eine moderne, digitalisierte Produktion zeichnet sich vor allem durch fortlaufendes Monitoring und frühzeitige Analyse aus, die solche Probleme aufdeckt. Zum Beispiel, indem Temperaturfühler Überhitzung vermeiden, weil sie rechtzeitig Alarm geben. Oder kleine Sensoren Verschleiß frühzeitig erkennen, da sie Hinweise wie feine Vibrationen oder Nebengeräusche registrieren und rechtzeitig melden.

Sensoren überwachen Maschinen und Anlagen

Die beiden maßgeblichen Technologien für die Digitalisierung heißen Cloud Computing und Internet der Dinge; oder auch „Internet of Things“ – kurz: IoT. Viele Unternehmen beginnen damit, ihre Maschinen und Anlagen mit Sensoren und SIM-Karten auszustatten, die für die Verbindung zur Cloud sorgen. Unternehmen überwachen damit ihre Maschinen zentral und automatisiert, erhalten laufend verlässliche Informationen über deren Zustand. Temperatur, Verbrauch, Output – all das sehen Anwender in Echtzeit in einer Cloud-Anwendung, die über das Internet zugänglich ist. Die gesammelten Sensordaten sind die Basis für eine präzisere Produktionsplanung und vorausschauende Wartung.

Letzteres ist inzwischen ein Trend in der Industrie, denn damit lassen sich Kosten senken. Die herkömmliche Vorgehensweise bei der Instandhaltung von Produktionsanlagen und Werkzeugmaschinen ist Wartung nach Plan. Entweder gibt es regelmäßige Zyklen oder bestimmte Laufleistungen, nach denen ein Techniker ins Haus kommt und die Maschinen überprüft – auch wenn das gar nicht nötig ist. Umgekehrt passiert es oft, dass ein Teil Probleme verursacht, noch bevor die nächste Wartung ansteht.

Vorausschauende Wartung, sogenanntes Predictive Maintenance, kann das verhindern. Damit senken Firmen einerseits laufende Kosten für die Wartung und verhindern andererseits unvorhersehbare Maschinenausfälle. Für Hersteller aus dem Maschinen- und Anlagenbau kann das sogar zu einem Geschäftsmodell werden, indem sie die vorausschauende Wartung als zusätzlichen Service an ihre Kunden verkaufen. Viele Unternehmen nutzen bereits derartige datenbasierte Services und gehen weg vom reinen Verkauf ihrer Produkte. Möglich wird das durch Sensorik und eine Fernverbindung der Geräte in die Cloud.

Neue Services dank Internet der Dinge

Doch das ist nur eine der zahlreichen Möglichkeiten, denn die Verbindung ist zweigleisig. So ist es möglich, über das Internet der Dinge eine moderne Produktionssteuerung aufzubauen, bei der vieles vollautomatisch läuft. Ein Beispiel: Die Einstellungen von Werkzeugmaschinen oder Produktionssystemen können aus der Ferne verändert werden. Und Sensoren finden sich nicht nur an Maschinen, auch Flurfördergeräte, Baustellenfahrzeuge oder Lastwagen werden damit ausgerüstet.

In der Lagerlogistik vereinfacht die Erfassung von Behältern oder Containern die Warenwirtschaft. Ganzheitliche Komplettpakete, wie beispielsweise „Asset Tracking“ oder „Industrial Machine Monitoring“ von der Telekom, können als Transport- und Überwachungslösung von Unternehmen eingesetzt werden, so dass sie den weltweiten Versand jederzeit im Blick haben. Durch Sensordaten wie Standort, Temperatur oder Feuchtigkeit ist der Zustand der Ware dadurch jederzeit einsehbar, Verlust oder Verderb werden verringert.

An Baumaschinen wirkt ein Tracking-Sensor als Diebstahlsicherung: Eine Software in der Cloud schlägt Alarm, wenn das Gerät plötzlich an einem anderen Ort als der registrierten Baustelle geortet wird. Hersteller im Sondermaschinenbau kennen den Standort der produzierten Einzelstücke und verfolgen sie mit GPS, bis zum Eintreffen beim Kunden. Auf die gleiche Weise erfahren Speditionen jederzeit, wo sich die Fahrer befinden und ob die Lieferungen rechtzeitig beim Empfänger ankommen.

Der wiederum bestellt heute gerne über das Internet der Dinge: mit einem kleinen Service-Button, wie ihn beispielsweise die Telekom im Rahmen ihres IoT-Serviceangebots zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um ein vernetztes Gerät mit einer fest definierten Aufgabe: Es bestellt auf Knopfdruck Ersatzteile nach, lässt volle Container abholen oder meldet technische Störungen. Die intelligente Nachrüstlösung eignet sich unter anderem für Logistik, Fertigungsanlagen, Werkstätten, Baustellen oder Krankenhäuser. Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig und die Einsatzszenarien noch nicht voll ausgeschöpft. Der Nutzer dieses Service-Buttons kann beispielsweise bei der Installation genau angeben, welche Waren in welchen Mengen bestellt werden oder welche andere Aktion ausgeführt werden soll. Sein Vorteil: Er arbeitet dank Batterie und SIM-Karte unabhängig von Strom- und Firmennetz, ein Druck darauf funktioniert deshalb immer.

Ein Milliarden-Markt wird konkret

Solche Beispiele zeigen, dass es für Digitalisierung und das Internet der Dinge bereits sehr viele konkrete Anwendungen gibt. Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen hilft Unternehmen dabei, ihre Arbeiten einfacher und besser zu erledigen. Sie können damit ihre Geschäftsvorgänge in jeder Sekunde überwachen und dadurch Kosten senken.

Der dadurch entstehende IoT-Markt verspricht Anbietern von Software, Hardware und Services ein enormes Umsatzwachstum. Eine aktuelle Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen bis 2020 in Summe wohl gut 250 Milliarden Dollar in das Internet der Dinge investieren. Das industrielle IoT erlebt seit einiger Zeit einen kleinen Boom und zeigt, dass es sich bei Digitalisierung nicht nur um ein Schlagwort handelt.

 

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