November 2016 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Meldungen

November 2016 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Kühlschrank-Angriff

Wie sensibel das Internet inzwischen auf Cyberangriffe reagiert und welchen potenziellen Schaden diese anrichten können, konnte man zuletzt Mitte Oktober 2016 erleben. Ein Botnet, so wird der Zusammenschluss hunderttausender manipulierter internetfähiger Geräte bezeichnet, legte große Teile des US-amerikanischen Internets lahm. Grund war ein gezielter und massiver Angriff auf das Unternehmen Dyn, das als sogenannter DNS-Provider Domainnamen in IP-Adressen übersetzt. Das Botnetz überhäufte den Provider so lange mit Anfragen, bis das Adressvermittlungssystem zusammenbrach und viele Online-Dienste wie zum Beispiel Netflix nicht mehr erreichbar waren. Besonders brisant ist die Tatsache, dass es sich bei vielen der manipulierten Geräte um vernetzte Haushaltstechnik wie Sicherheitskameras, Kühlschränke, Thermostate oder digitale Videorekorder handelte. Verbunden zum sogenannten Internet der Dinge sollen diese unseren Alltag revolutionieren. Bis zu 6,4 Milliarden vernetzte Geräte prophezeien die Marktforscher von Gartner bis Ende des Jahres.

November 2016 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Arbeits-Orakel

Anlässlich der ARD-Themenwochen „Zukunft der Arbeit“, die vom 30. Oktober bis zum 5. November stattfanden, wurde auch der sogenannte Job-Futuromat vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Online-Tool, das für einzelne Berufe errechnen kann, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser schon heute von einer Maschine ausgeführt werden kann. Dazu wurden Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Beschäftigung und zum mittleren Gehalt aller Berufsgruppen in Deutschland für die vergangenen drei Jahre zusammengetragen. Das Ergebnis überrascht: Anscheinend führt Automatisierbarkeit noch nicht zwangsläufig zu einem negativen Beschäftigungstrend. Selbst in Berufen mit einer hohen Automatisierbarkeit steigen die Beschäftigungszahlen. So wäre die Arbeit von Kassierern schon heute zu 100 Prozent automatisierbar, dennoch gibt es einen positiven Beschäftigungstrend. Das könnte daran liegen, dass Maschinen in diesem Bereich noch zu teuer oder wenig effizient sind – oder schlicht daran, dass Supermarktkunden menschliches Personal bevorzugen.

November 2016 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Amazon-Knopf

Das Konzept klingt überzeugend. Ein kleiner Knopf an der Kaffeemaschine sorgt dafür, dass man nie wieder vergisst, neue Bohnen nachzubestellen. Drückt man darauf, wird ein Bestellvorgang bei Amazon ausgelöst. Dasselbe Szenario ist auch bei Zahnpasta, Waschmittel oder Rasierklingen denkbar. Ein Handgriff genügt und der Nachschub wird in kürzester Zeit geliefert. In den USA ist dieser sogenannte „Dash-Button“ bereits weit verbreitet. „To dash“ bedeutet im Englischen „rasen“, womit Hersteller Amazon wohl auf den rasend schnellen Bestellvorgang anspielt. Trotz allem scheint es im Augenblick so, als würde der schnelle Knopf in einem anderen Sinne gerade deutlich ausgebremst werden. Seit seiner Einführung in den deutschen Markt im Oktober dieses Jahres gehen Verbraucherschützer auf die Barrikaden. Der Button sei nicht mit europäischem Recht vereinbar, heißt es zum Beispiel vonseiten des Unternehmens Trusted Shops, das Gütesiegel für Webshops vergibt. Das Hauptproblem: Kunden haben vor dem Kauf der Produkte keine Informationen über deren aktuellen Preis.