»Unternehmenszusammenschlüsse sind eine Chance für Industrie 4.0.«

September 2017 | Capital | Global Business
Neue Märkte für Deutschland
Die Redaktion befragt Experten zu den Herausforderungen und Chancen der Globalisierung.
September 2017 | Capital | Global Business

»Unternehmenszusammenschlüsse sind eine Chance für Industrie 4.0.«

Prof. Dr.-Ing. Kai Lucks / Vorsitzender des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions e.V.

Industrie 4.0 ist in aller Munde – aber wenig im Zusammenhang mit internationalen Fusionen und Übernahmen, die diese Entwicklungsschübe erst ermöglichen. Die klassischen Grenzen zwischen Herstellern, Kunden und Lieferanten verschwinden. Dazwischen schieben sich Lösungsanbieter, die, wie Ebay, Uber oder Airbnb, in alle Zweige der Wirtschaft eindringen und Erträge generieren, ohne an der eigentlichen Herstellung der Wirtschaftsgüter beteiligt zu sein. Big Data ermöglicht zudem die Virtualisierung von Produkten. Abbilder von Komponenten können weltweit über die Cloud versandt und in unmittelbarer Kundennähe per 3-D-Druck hergestellt werden. Wie sollten Unternehmen reagieren? Lösungsangebote sind gefragt, bei denen man netzwerkartig mit lokalen Anbietern zusammenarbeitet, wobei Cyber Security und die Rechtssicherheit echte Herausforderungen darstellen. Festere Formen von Kooperationen, wie Joint Ventures, Minderheitsbeteiligungen an lokalen Anbietern, Mehrheiten an Start-ups oder temporäre Konsortien, bieten mehr Stabilität.

www.bm-a.de

September 2017 | Capital | Global Business

»Mittel- und Osteuropa gewinnt an Bedeutung.«

Mario Ohoven / Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)

Unser Mittelstand ist längst Teil globaler Wertschöpfungsketten. Jeder fünfte Mittelständler ist außerhalb Deutschlands aktiv, immer mehr kleine und mittlere Unternehmen engagieren sich im Auslandgeschäft. Schon heute kommen 1.300 der weltweit 2.700 Hidden Champions, also Weltmarktführer, aus dem deutschen Mittelstand. Wichtigster Exportmarkt ist und bleibt Westeuropa. Fast zwei Drittel der deutschen Mittelständler des Verarbeitenden Gewerbes und 40 Prozent der Dienstleister haben dort ihre wichtigsten Kunden. Mittel- und Osteuropa gewinnt gerade für kleinere Mittelständler auf der Beschaffungsseite an Bedeutung, weil sie Kosten optimieren können. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fördert seine Mitgliedsunternehmen bei ihrer Expansion im Ausland. Als einziger freiwillig organisierter Verband Deutschlands verfügt er über eigene Repräsentanzen in den wichtigsten Wachstumsregionen weltweit. Unsere 35 Auslandsbüros helfen in Rechts- und Steuerfragen und unterstützen bei Marktzugang und Produkteinführung.

www.bvmw.de

September 2017 | Capital | Global Business

»Factoring goes FinTech.«

Dr. Alexander M. Moseschus / Geschäftsführer; Deutscher Factoring Verband

Die Digitalisierung macht auch vor Factoring keinen Halt, sogenannte FinTech-Unternehmen strömen in den Markt. Der Begriff FinTech steht für Financial Services und Technology und ist ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen. Zwei erste FinTech-Unternehmen sind bereits Mitglied im Deutschen Factoring-Verband, beide mit BaFin-Lizenz, worauf der Deutsche Factoring-Verband als führender Interessenverband der Branche Wert legt. Der deutsche Factoring-Markt hat heute bereits eine Größe von über 216 Milliarden Euro Rechnungsvolumen pro Jahr und über 27.250 Kunden. Die FinTech-Unternehmen werden sich eher auf kleine und mittelständische Unternehmen und Freelancer fokussieren. Hier steckt noch viel Potenzial, wenn man sich das Verhältnis zwischen der Anzahl deutscher Unternehmen und der aktuellen Anzahl deutscher Factoring-Kunden ansieht. Eine spannende Entwicklung, die Factoring insgesamt für noch mehr Kunden, vor allem im Mittelstand, zu einem stabilen und verlässlichen Partner in der Finanzplanung macht.

www.factoring.de