Februar 2018 | Die Zeit | Frauengesundheit
Frau im Fokus
Die Redaktion befragt Akteure zu aktuellen Themen der Frauengesundheit.
Februar 2018 | Die Zeit | Frauengesundheit

»Viele Kinder braucht das Land!«

Monika Uszkoreit M.A. / Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands (BRZ)

In den letzten Jahren haben Forscher und Mediziner die Krebstherapie auf vielen Feldern verbessert. Das kommt auch Patientinnen zugute, die an frauenspezifischen Krebsarten leiden. So kamen gegen Brustkrebs seit 2008 gleich sieben neue Medikamente heraus. Zusammen mit älteren Mitteln, operativer und Strahlentherapie ermöglichen sie es, die Behandlung individuell auf das Stadium und genetische Besonderheiten des Tumors wie auch auf die Konstitution der Patientin abzustimmen. Aber auch gegen Eierstockkrebs wurden im gleichen Zeitraum drei zielgerichtete Krebsmedikamente zugelassen, während davor nur Operation und Chemotherapie anwendbar waren. Weit fortgeschritten ist zudem die Erprobung von Medikamenten, die das Immunsystem in die Bekämpfung des Eierstockkrebses einbeziehen.

Neben weiteren Neuerungen gegen Brust- und Eierstockkrebs wollen forschende Pharma-Unternehmen in den nächsten fünf Jahren auch Medikamente gegen Krebs an Eileitern und Gebärmutterschleimhaut herausbringen.

Vor einigen Krebsarten aber, die speziell Frauen betreffen, schützt heute schon wirksam eine HPV-Impfung. Wenn Mädchen rechtzeitig damit immunisiert werden, sind sie vor Krebs an Gebärmutterhals, Scheide und Vulva weitgehend geschützt (obendrein vor Genitalwarzen). Bisher erhalten jedoch weniger als die Hälfte der Mädchen jedes Jahrgangs diesen Schutz, obwohl er Kassenleistung ist; die Zahl der HPV-Impfungen ist im letzten Jahr sogar gesunken. In Deutschland wird Krebs in Umfragen immer wieder als meistgefürchtete Krankheit genannt – die Impfung ermöglicht, diese Furcht ein Stück weit zu verringern. Diese Impfung kann aber auch Jungen vor bestimmten Krebsarten schützen und lässt sie nicht zu Überträgern werden. Für ihre Impfung muss allerdings privat bezahlt werden.


www.vfa.de

Februar 2018 | Die Zeit | Frauengesundheit

»Verbesserte Therapie bei frauenspezifischen Krebsarten.«

Dr. Siegfried Throm; Geschäftsführer Forschung / Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (VfA)

In den letzten Jahren haben Forscher und Mediziner die Krebstherapie auf vielen Feldern verbessert. Das kommt auch Patientinnen zugute, die an frauenspezifischen Krebsarten leiden. So kamen gegen Brustkrebs seit 2008 gleich sieben neue Medikamente heraus. Zusammen mit älteren Mitteln, operativer und Strahlentherapie ermöglichen sie es, die Behandlung individuell auf das Stadium und genetische Besonderheiten des Tumors wie auch auf die Konstitution der Patientin abzustimmen. Aber auch gegen Eierstockkrebs wurden im gleichen Zeitraum drei zielgerichtete Krebsmedikamente zugelassen, während davor nur Operation und Chemotherapie anwendbar waren. Weit fortgeschritten ist zudem die Erprobung von Medikamenten, die das Immunsystem in die Bekämpfung des Eierstockkrebses einbeziehen.

Neben weiteren Neuerungen gegen Brust- und Eierstockkrebs wollen forschende Pharma-Unternehmen in den nächsten fünf Jahren auch Medikamente gegen Krebs an Eileitern und Gebärmutterschleimhaut herausbringen.

Vor einigen Krebsarten aber, die speziell Frauen betreffen, schützt heute schon wirksam eine HPV-Impfung. Wenn Mädchen rechtzeitig damit immunisiert werden, sind sie vor Krebs an Gebärmutterhals, Scheide und Vulva weitgehend geschützt (obendrein vor Genitalwarzen). Bisher erhalten jedoch weniger als die Hälfte der Mädchen jedes Jahrgangs diesen Schutz, obwohl er Kassenleistung ist; die Zahl der HPV-Impfungen ist im letzten Jahr sogar gesunken. In Deutschland wird Krebs in Umfragen immer wieder als meistgefürchtete Krankheit genannt – die Impfung ermöglicht, diese Furcht ein Stück weit zu verringern. Diese Impfung kann aber auch Jungen vor bestimmten Krebsarten schützen und lässt sie nicht zu Überträgern werden. Für ihre Impfung muss allerdings privat bezahlt werden.


www.vfa.de

Februar 2018 | Die Zeit | Frauengesundheit

»Kein Alkohol in der Schwangerschaft!«

Dr. med. Christian Albring / Präsident; Berufsverband der Frauenärzte (BvF)

Wenn Sie nicht vorhaben, demnächst schwanger zu werden, ist überhaupt nichts gegen Alkohol in kleinen Mengen einzuwenden. Was aber „kleine Mengen“ sind, darüber gibt es nur ganz ungefähre Vorstellungen. Ärgern Sie sich manchmal über gerötete Augen und Augenlider? Finden Sie Ihre Tränensäcke in letzter Zeit etwas auffällig, ihre Haut großporig? Das können alles Anzeichen dafür sein, dass Ihr Stoffwechsel mit dem Gift Alkohol zu kämpfen hat.

Und selbst wenn Sie Alkohol nur tropfenweise inhalieren würden, wären Sie schon über Ihre individuelle Grenze hinweg, wobei Nikotin diese Veränderungen noch verstärkt. Hitzewallungen in den Wechseljahren werden durch Alkohol verstärkt, die allgemeine Koordination verschlechtert. Sind Sie sehr schlank, so haben Sie spätestens nach den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Schon ein Hauch von Rausch kann Sie über die sprichwörtliche Teppichkante stolpern lassen, ins Krankenhaus und um Jahre Ihres Lebens bringen.

Solange wir für uns selbst entscheiden, mag das angehen. Eine völlig andere Situation ergibt sich in der Schwangerschaft. Das Gehirn des Embryos differenziert sich mit jedem einzelnen Tag. Es ist nicht darauf angelegt, bereits Schäden zu kompensieren. Und der Embryo kann noch nicht gefragt werden, ob er damit einverstanden ist, auf ein paar hundert Gehirnzellen und Synapsen zu verzichten zugunsten eines kleinen Schwipps.

Sind Sie schwanger oder planen Sie, es zu werden – lassen Sie bitte jedes einzelne Glas Alkohol stehen, denn die Schäden bei Ihrem Kind wären vielfältig und irreversibel. Und sind Sie nicht schwanger – versuchen Sie niemals, eine Schwangere dazu zu verleiten. Ein jetzt noch winziger kleiner Erdenbürger wird es Ihnen bis ins 22. Jahrhundert danken.

 

www.bvf.de