Herr Schmidt, wie fällt Ihr Fazit zur IdeenExpo 2026 aus?
Wir sind sehr zufrieden. Zum dritten Mal in Folge kamen über 400.000 Besucher aus ganz Deutschland. Vor dem Hintergrund der aktuellen Stimmungslage hierzulande ist es wichtig, dass die IdeenExpo wieder eine unglaubliche Strahlkraft entwickelt hat. Ich habe sie als Veranstaltung von Optimisten für Optimisten erlebt: Überall waren Zukunftsfreude, Neugier und die Lust zu spüren, sich mit Technik und Naturwissenschaften auseinanderzusetzen. Eine Besucherbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab 99 Prozent Zufriedenheit.
Was macht diese besondere Stimmung aus?
Die IdeenExpo lebt davon, dass junge Menschen sich selbst ausprobieren können. Viele erleben dabei: Ich verfüge ja über Fähigkeiten, von denen ich gar nichts wusste. Solche Erfolgserlebnisse schaffen einen anderen Zugang.
Was hat Sie überrascht?
Das deutlich gestiegene Interesse an klassischen Handwerksberufen. Handwerksbetriebe und Verbände haben berichtet, dass dies für sie die bislang beste IdeenExpo gewesen sei. Alles, was „hands-on“ ist und sich nicht ohne Weiteres durch KI ersetzen lässt, wurde stark nachgefragt. Viele Jugendliche sagten mir: Ich mache erst eine klassische Ausbildung und kann später immer noch studieren.
Ist das eine Reaktion auf die Veränderungen durch KI?
Ja. Viele junge Menschen wissen noch nicht, wie sich der Arbeitsmarkt durch KI verändern wird. Ich habe aber keine kollektive Zukunftsangst erlebt. Im Gegenteil: Die Jugendlichen fragen, wie KI funktioniert und welche Alternativen es gibt. Auffällig war auch das starke Interesse an dualen Studiengängen. Mit KI kann man eben keinen tropfenden Wasserhahn reparieren, kein Dach eindecken und keine Solaranlage installieren.
Künftig wollen Sie auch zwischen den IdeenExpos stärker präsent sein. Wie soll das aussehen?
Wir entwickeln die IdeenExpo zu einer Kommunikationsplattform. Wir werden Schulen, Hochschulen und Firmen bundesweit vernetzen und Ausbildungsberufe sichtbarer machen. Azubis sollen etwa berichten, wie ihr Beruf aussieht und welche Perspektiven ihr Arbeitgeber bietet. Hinzu kommen neue Formate zur Wissensvermittlung, darunter digitaler Unterricht. Im Netz soll so ein Stück IdeenExpo entstehen – die große Veranstaltung alle zwei Jahre wird dadurch noch nachhaltiger.
Sie wollen auch außerhalb Hannovers sichtbarer werden?
Ja. 2027 starten wir eine bundesweite Roadshow und werden Unternehmen in allen Bundesländern ansprechen. Außerdem planen wir IdeenExpo-Talks zur Frage, warum MINT für Deutschland so wichtig ist. Hinzu kommt eine bundesweite Science-Slam-Tour, bei der Wissenschaft unterhaltsam vermittelt wird. Die Gewinner treten anschließend auf der IdeenExpo auf.
Wie groß kann die IdeenExpo 2028 werden?
Wir hatten diesmal drei Hallen und ein enorm großes Freigelände. Viele Aussteller haben ihre Teilnahme für 2028 schon angekündigt, viele möchten mehr Fläche. Wir könnten durchaus weitere Hallen dazunehmen. Platz wäre auf dem Messegelände vorhanden.
ideenexpo.de