Die letzte Lücke der Digitalisierung schließen

Perinet-Geschäftsführer Karsten Walther erklärt, wie Unternehmen Felddaten direkt in IT-Systeme integrieren – und warum das die Industrie grundlegend verändert.

Karsten Walther, Geschäftsführer von Perinet
Karsten Walther, Geschäftsführer von Perinet
Perinet Beitrag

Herr Walther, wofür steht Perinet – und was unterscheidet Ihren Ansatz von anderen Lösungen?

Wir bringen Netzwerktechnologie in eine Geräteklasse, in der sie bislang nicht vorhanden war. Die Digitalisierung hat sich über verschiedene Stufen entwickelt – von Großrechnern über PCs bis zu Smartphones und industriellen Systemen. Jede dieser Phasen hat Prozesse grundlegend verändert. Wir adressieren nun die letzte verbleibende Ebene – bis hin zur physischen Welt – und schaffen so die Voraussetzung für durchgängige digitale Wertschöpfung und neue Formen der Automatisierung.
 

Was bedeutet das für die industrielle Praxis?

Wir machen Daten aus der Feldebene direkt netzwerkfähig. Noch werden Informationen über mehrere Ebenen weitergegeben – mit großem Aufwand und Informationsverlusten. Unser Konzept ermöglicht es, Daten unmittelbar in IT und Cloud-Anwendungen zu integrieren. So entsteht ein bündiger Datenstrom vom Sensor bis in die IT, ohne Zwischenschritte oder proprietäre Schnittstellen.
 

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen ergeben sich daraus für Unternehmen?

Vor allem Effizienzgewinne und mehr Transparenz. Bestehende Anlagen lassen sich einfacher einbinden und liefern belastbare operative Kennzahlen. Das schafft die Basis für bessere Entscheidungen, optimierte Prozesse und eine höhere Auslastung. Ebenso bleiben Firmen unabhängig von proprietären Systemen und behalten die Kontrolle über ihre Informationen. Investitionen lassen sich gezielter steuern, vorhandene Einrichtungen länger ökonomisch betreiben.
 

Welche Rolle spielen dabei KI und datengetriebene Anwendungen?

Der Nutzen von KI hängt von der Datenqualität ab. Direkt und strukturiert bereitgestellte Informationen erhöhen den Mehrwert. Unsere Methodik sorgt dafür, dass verwertbare, kontextualisierte Daten in die Systeme gelangen. Das ermöglicht Anwendungen wie vorausschauende Wartung, Qualitätsoptimierung oder adaptive Produktionssteuerung.
 

Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen – und zugleich Chancen am Markt?

Viele Unternehmen arbeiten mit heterogenen oder älteren Maschinenparks, die sich nur schwer integrieren lassen. Zugleich wächst der Druck, Prozesse leistungsfähiger zu gestalten und Daten wirtschaftlich nutzbar zu machen. Genau hier liegen die größten Chancen: Wer vorhandene Systeme besser vernetzt und Daten konsequent nutzt, kann schnell messbare Effekte erzielen – von geringeren Stillstandszeiten bis zu höherer Produktivität.
 

Wie entwickelt sich der Markt aus Ihrer Sicht weiter?

Wir rechnen mit einer weiter steigenden Nachfrage. Digitalisierung wird zunehmend zur Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend wird sein, wie schnell es gelingt, Daten durchgängig verfügbar zu machen und sinnvoll zu verwenden. Auf der Hannover Messe zeigen wir dazu Lösungen für die Modernisierung von Anlagen und ihre direkte Anbindung an IT-Systeme. Unternehmen, die frühzeitig auf offene und skalierbare Strukturen setzen, werden sich langfristig Vorteile sichern.

perinet.io
 

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