Beweger in Bewegung

Die Logistik ist das Herz-Kreislauf-System der Wirtschaft – das stark bleibt, wenn es sich immer wieder an neue Herausforderungen anpassen kann.

Illustration: Sophie Mildner
Illustration: Sophie Mildner
Frank Burger Redaktion

Logistikunternehmen machen stürmische Zeiten durch: Die Corona-Pandemie hat weltweite Lieferketten beeinträchtigt und teilweise unterbrochen, noch immer stauen sich Schiffe und Container in Häfen rund um den Erdball. Kraftstoff- und Energiepreise auf Rekordniveau sowie die Inflation schlagen sich ebenso negativ in den Bilanzen nieder wie der allgegenwärtige Fahrer- und Fachkräftemangel, der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine schafft zusätzliche geopolitische Unwägbarkeiten.

Dennoch stieg laut der Bundesvereinigung Logistik der Umsatz der Branche in Deutschland im Jahr 2021 nach einem Einbruch 2020 auf 294 Milliarden Euro. Für 2023 vermeldet der Branchenverband den Rekordwert von 319 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unternehmen, die von diesem Kuchen ein Stück abhaben wollen, sollten ihre Aktivitäten konsequent an den großen Trends der Logistik für die kommenden Jahre ausrichten. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA nennt in seiner Studie „Supply Chain Management 2040“ zuvorderst das Megathema Digitalisierung: Sie werde Auftragsabwicklung und Prozesse entscheidend optimieren, unter anderem, weil die Logistikdaten durch das Internet der Dinge (IoT) und den Mobilfunkstandard 5G in Echtzeit ausgewertet werden können. Auf Basis dieser Informationen arbeitende Plattformen und Künstliche Intelligenzen ermöglichen die Steuerung der Lieferketten und die Vernetzung sämtlicher Akteure. Ein Vorteil der Verknüpfung: Single Sourcing, also die Abhängigkeit von einem einzelnen Partner, gehört der Vergangenheit an. Fällt ein Kettenglied aus, etwa durch unvorhergesehene Ereignisse wie eine neue Pandemie, lässt es sich einfacher ersetzen.

Größere Flexibilität ist ohnehin eine der Pflichten moderner Logistikfirmen. Erreichen lässt sie sich beispielsweise durch die Neubesinnung auf eine ausgeweitete Lagerhaltung – wodurch auch ein exzellentes Warehouse Management wieder stärker in den Fokus rückt. Lagerplatz organisieren, das Inventar verwalten, Aufgaben zuweisen und Bestellungen ausführen: Diese Kernprozesse optimiert die Software eines Warehouse-Management-Systems. State of the Art sind aktuell Systeme, die sich binnen weniger Tage implementieren lassen.

Sie sorgen für mehr Effizienz und sind eine Grundlage für Nachhaltigkeit, ohne die in der Logistikbranche nichts mehr geht – die Unternehmen wissen um ihre Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel, darüber hinaus sind sie wie die gesamte Wirtschaft seit diesem Jahr gesetzlich verpflichtet, ein Sustainability Reporting vorzulegen, das ihren CO2-Fußabdruck im Detail nachvollziehbar macht. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen können Application Programming Interfaces, standardisierte Programmierschnittstellen, integrierter Touren- und Routenplaner übernehmen. Mit dem geplanten Verbot der Neuzulassungen für Verbrennerfahrzeuge in der EU ab 2035 sind außerdem Alternativen wie Elektromotoren oder Brennstoffzellen die Antriebe der Zukunft.
 

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