Zukunft gestalten und Gutes tun

Horst Hinger, stellvertretender Bundesgeschäftsführer des WEISSEN RINGS, gibt Auskunft zu den Themen Vorsorge treffen und Nachlass gestalten.
Foto: WEISSER RING
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Weisser Ring Beitrag

Herr Hinger, was haben die Themen Opferhilfe und Nachlassgestaltung gemein?
Das sind zwei sensible und altersunabhängige Themen. Um Opferhilfe leisten zu können, sind wir auf Geldmittel angewiesen. Rund 2.900 ehrenamtliche Opferhelferinnen und Opferhelfer an knapp 400 Standorten haben im Jahr 2020 mehr als 33.000 Opferfälle betreut – das können wir nur mit entsprechenden Ressourcen stemmen, wie z.B. Nachlässe. Hier ist es uns wichtig, darüber zu informieren, dass ein jeder selbstbestimmt nach seinem Willen Vorsorge treffen kann.

Die Themen Sterben und der eigene Tod sind aber immer noch ein großes Tabu. Vielen Menschen fällt die Auseinandersetzung schwer.
Und doch ist es so wichtig, sich um die Themen Vorsorge und Nachlass selbstbestimmt zu kümmern. Jeder ist rechtlich für sich selbst verantwortlich und individuelle Absichten sollten Sie in schriftlichen Verfügungen münden lassen, in Form einer Patientenverfügung oder eines Testaments.

Wenn Menschen über den Tod hinaus etwas Gutes bewirken möchten – welche Möglichkeiten gibt es?
Diesen Wunsch erfüllen sich immer mehr Menschen, indem sie z. B. in ihrem Testament gemeinnützige Organisationen bedenken. Mit einem Testament tragen Sie nicht nur Sorge für die Menschen, die Sie lieben: Ihre Kinder, Ihre Enkel, Ihre Familie. Sie können darüber hinaus Zukunft gestalten und eigene Herzensprojekte fördern. Sie können sich einsetzen für die Werte, die Ihnen am Herzen liegen: mit einem Vermächtnis an eine gemeinnützige Organisation oder aber auch an eine Stiftung, die Ihre Werte dauerhaft vertritt.

Das bedeutet, Menschen können auch über ihren Tod hinaus Opfern von Kriminalität beistehen bzw. die Aufgaben des
WEISSEN RINGS unterstützen. Wie können sie das konkret tun?

Es besteht die Möglichkeit, die Opferarbeit des WEISSEN RINGS im Rahmen eines Nachlasses, z.B. mit einer Testamentsspende, zu unterstützen. Testamentarische Zuwendungen sind für unseren Verein von hoher Bedeutung, besonders da der WEISSE RING keine staatlichen Gelder erhält. Das ist eine bewusste Entscheidung unseres Vereins, denn dadurch können wir uns unabhängig für das Wohl und die Belange der Kriminalitätsopfer einsetzen. Nur ohne staatliche Finanzierung können wir kompromisslos Lobby der Opfer sein und dem Staat, wenn nötig, auch entgegentreten.

Wie kann der WEISSE RING interessierte Menschen in ihrem Vorhaben unterstützen?
Wir haben einen Informationsordner für Interessierte angelegt. Er umfasst wichtige Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Testament. In kleinen Informationsveranstaltungen mit ausgesuchten externen Fachanwälten, die der WEISSE RING bundesweit anbietet, können wir Ihre wichtigsten Fragen beantworten.

Logo Weisser Ring
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Zahlen und Fakten zum WEISSEN RING


Der gemeinnützige Verein wurde 1976 gegründet. Rund 2.900 professionell ausgebildete ehrenamtliche Opferhelferinnen und Opferhelfer arbeiten in knapp 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon oder in der Onlineberatung des WEISSEN RINGS. Seit Bestehen wurden über 245 Millionen Euro für das Satzungsziel Opferhilfe ausgegeben.Quelle: Jahresbericht (weisser-ring.de/jahresbericht)

Kontakt: Melanie Lang, Syndikusrechtsanwältin
nachlass@weisser-ring.de
WEISSER RING e. V., Weberstraße 16, 55130 Mainz

www.weisser-ring.de

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