Chemie braucht grüne Energie

April 2020 | Wirtschaftswoche | Green Economy

Chemie braucht grüne Energie

Der Ausstoß an Treibhausgasen wuchs auch 2019 weiter. Umkehren lässt sich der Trend nur mit dem konsequenten Umstieg auf saubere Energie. Covestro setzt daher auf Offshore-Windstrom.

Grüne Energie: Ein Offshore- Windpark liefert künftig grünen Strom für Covestro-Werke in Schleswig-Holstein und NRW.
covestro AG / Unternehmensbeitrag

2020 wird wohl ein gutes Jahr für das Klima, dafür sorgt aktuell das Corona-Virus. Ein Grund zum Jubilieren ist das nicht. Im vergangenen Jahr erst erhöhte sich der globale CO2-Ausstoß laut dem internationalen Forscherverbund Global Carbon Project weltweit auf nunmehr 37 Milliarden Tonnen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass sich dieser Trend geändert hätte ohne Corona. Nach wie vor ist entschlossenes Handeln insbesondere seitens der Industrie nötig.


Vor allem die chemische Industrie kann und muss entscheidend dazu beizutragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Denn sie ist der größte industrielle Energieverbraucher in Europa und der drittgrößte europäische Emittent von Treibhausgasen. In Deutschland ist sie für rund zwölf Prozent des THG-Ausstoßes verantwortlich.


In den vergangenen Jahrzehnten wurde durch innovative Verfahren viel erreicht. So sank hierzulande der zwischen 1990 und 2017 der absolute Ausstoß um 48 Prozent – obwohl zeitgleich die Produktion um 69 Prozent zunahm. Ein Beispiel: Der hohe Energieaufwand für die Herstellung von Chlor. Gemeinsam haben der Werkstoffhersteller Covestro und thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers eine Methode entwickelt, die den Stromverbrauch um ein Viertel senkt, mit entsprechenden Folgen für das Klima.


Der Haken: Verfahrensentwicklung ist teuer. Technologisch wäre eine Treibhausgas-Neutralität in der Branche bis zur Jahrhundertmitte möglich, wie eine Studie des Verbands der Chemischen Industrie zeigt. Für dieses ehrgeizige Unterfangen müssten Unternehmen jedoch massiv investieren – insgesamt rund 45 Milliarden Euro.

 

Rohstoff- und Energieversorgung umstellen

 

Eine klimafreundlichere Produktion fordert von der Chemieindustrie auch eine alternative Rohstoffversorgung. Fossile Quellen wie Erdöl müssen ersetzt werden. Der notwendige Kohlenstoff lässt sich aus Pflanzen, Altprodukten und Abfall und sogar CO2 gewinnen, eine ideale Kreislaufwirtschaft. Parallel muss die Branche künftig den Großteil ihres Stroms aus emissionsfreien, erneuerbaren Quellen beziehen. Das ist vor allem zur Herstellung von grünem Wasserstoff nötig, dem zentralen Baustein, um die Industrie umweltfreundlicher zu gestalten.


Doch allein der Strombedarf der Chemiebranche in einer Wasserstoffwirtschaft betrüge rund 630 Terrawattstunden – mehr als die gesamte heutige Stromproduktion in Deutschland. Zukünftiger Ökostrom muss zudem günstig sein. Nur so können die Firmen im weltweiten Wettbewerb bestehen.

Allerdings stockt in Deutschland, der größten EU-Volkswirtschaft, die Energiewende. Der kolossale Umbau hin zu mehr erneuerbaren Energie, insbesondere mehr Windkraft, ist eingebrochen. Es fehlen Trassen und Speicher. Lähmende Bürokratie und fehlende gesellschaftliche Akzeptanz behindern den drängenden Ausbau zusätzlich.

 

Covestro schreitet voran

 

Covestro unternimmt bereits Schritte für mehr grüne Energie. Das Unternehmen aus Leverkusen deckt künftig einen Großteil des Strombedarfs in Deutschland durch Windenergie aus der Nordsee. Dazu hat Covestro mit Ørsted den weltweit größten Industriekunden-Liefervertrag für Strom aus Offshore-Windkraftanlagen geschlossen. Ab 2025 stellt der dänische Energieanbieter Grünstrom bereit, der aus einem neu errichteten Windpark vor der Insel Borkum stammen wird. Die Vereinbarung hat eine Kapazität von hundert Megawatt. Der Windpark „Borkum Riffgrund 3“ soll am Ende eine installierte Gesamtkapazität von 900 Megawatt haben und ohne öffentliche Förderung realisiert werden.


Covestro wird den Strom zur Versorgung seiner Produktionsstandorte in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein nutzen. Gleichzeitig hofft das Unternehmen dass der Schritt Nachahmer findet und die energie- und wirtschaftspolitischen Weichen richtig gestellt werden. Eine Chance, die es zu nutzen gilt.

 

www.covestro.com