Impulse für die Industrie, Auftrieb für die Klimawende

Oktober 2017 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

Impulse für die Industrie, Auftrieb für die Klimawende

Die „logport-Familie“ wächst weiter – neue Standorte für Industrie und Logistik, neue Arbeit für die Menschen an Rhein und Ruhr

Einst Standort der Krupp-Hüttenwerke, heute Modellfall für die Struktur- erneuerung: das Logistik-Hub "logport I" in Duisburg-Rheinhausen. Mehr als 50 Unternehmen beschäftigen hier inzwischen über 5000 Mitarbeiter.
Duisburger Hafen AG / Unternehmensbeitrag

Gut zehn Jahre lagen 30 Hektar im Oberhausener Norden brach. Vorher türmten sich hier Halden der „nationalen Kohlereserve“. Nun wird das einstige RAG-Areal von der logport Ruhr GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen der Duisburger Hafen AG und der RAG Montan Immobilien GmbH, neu aufbereitet – für ein zentrales Auslieferungslager der Edeka-Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr GmbH. Edeka hat das Grundstück erworben und wird dort 1.000 Logistik-Arbeitsplätze schaffen, weitere 500 in einem zweiten Bauabschnitt. Das Projekt ermöglicht zusätzliches Wachstum auch bei den knapp 1000 Edeka-, Marktkauf- und Trinkgut-Märkten im Ruhrgebiet.

Von der Kohle zur Logistik – das ist das Motto für eine Reihe weiterer Strukturveränderungen an der Ruhr. duisport erweist sich dabei als größter und erfolgreichster Entwickler und Vermarkter von Industrie- und Logistikflächen in der Region. Allein 2016 wechselten so über 340.000 Quadratmeter Fläche den Besitzer – ein neuer Jahres-Rekord.

Damit hilft der weltgrößte Binnenhafen, die enge Verbindung zwischen Industrie und Logistik an Rhein und Ruhr zu stabilisieren und so NRW als Europas größten Logistikstandort zu stärken. Zugleich arbeitet duisport mit Partnern aus der Industrie daran, mit neuen Prozessen und Produkten Impulse zu setzen für die europäische Klimawende. Das schafft zusätzliche Marktchancen für die Industrie.

Das Wagnis der Immobilienentwicklung begann 1998 mit dem Erwerb der stillgelegten Krupp-Hüttenwerke in Duisburg Rheinhausen. Dort entstand „logport I“ nach einem innovativen Konzept: Flächenentwicklung und Bau passgenauer Hallen wurden flankiert durch logistischen Full Service. Unsere Dienstleistungsangebote reichen seither von der Planung effizienter und zugleich klimaschonender Lieferketten im kombinierten Verkehr per Schiff, Bahn und Lkw über den Betrieb leis-tungsfähiger Containerbrücken bis zum Feeder-Bahnverkehr mit der eigenen Hafenbahn. Sie umfassen individuelle Verpackungslösungen, und sie enden noch lange nicht mit der Unterstützung der Kunden bei der Suche nach motivierten Mitarbeitern.

Das „logport“-Komplettpaket überzeugte weltweit führende Industrie, Handels- und Logistikunternehmen wie z.B. Kühne + Nagel, DB Schenker, Siemens, Hewlett-Packard, Mitsubishi, Johnson & Johnson und Danone Waters. Heute arbeiten auf „logport I“ mehr als 5.000 Menschen in zukunftsfesten Berufen – 2.000 mehr als im letzten Produktionsjahr der Stahlhütte.

Die „logport-Familie“ wuchs seither schneller als erwartet. „logport II“ wurde Standort des weltgrößten Logistik-Hubs für den Versand von AUDI-Fahrzeugkomponenten in die Übersee-Produktion. Ähnliche Logis-tikhubs für VW und Daimler-Benz komplettieren inzwischen das Automotive-Portfolio des Hafens.

Aus logport III wurde eine weitere Logistikdrehscheibe im Hafen. Auf „logport IV“, der ersten Fläche außerhalb des Hafengebiets, haben sich in Kamp-Lintfort die Steinhoff-Gruppe (Poco-Möbel) und das Berliner E-Commerce-Unternehmen Chal-Tec mit großen Auslieferungshallen angesiedelt. Für beide Unternehmen gab die enge Anbindung an den Service und die weltweiten Verkehrsnetze des Duisburger Hafens den Ausschlag.

Im gesamten Rhein-Ruhr-Raum sind inzwischen knapp 50.000 Logistik-Beschäftigte mit dem Hafen verbunden, ca. 30.000 mehr als vor 19 Jahren. So hat sich duisport zum beschäftigungspolitischen Schwergewicht entwickelt.

Wir setzen diese Erfolgsgeschichte fort. Im September konnten wir den Start von „logport V“ melden – es handelt sich um das schon eingangs beschriebene zentrale Auslieferungslager der EDEKA Rhein-Ruhr für 1.000 Beschäftigte. Dort schaffen wir übrigens – wie schon bei „logport III – mit dem Bau einer eigenen neuen Zufahrtstraße die Voraussetzung dafür, dass nahe Wohngebiete von künftigen Lieferverkehren nicht beeinträchtigt werden.

„logport VI“ samt eigenem Containerterminal wird aktuell in Duisburg-Walsum auf dem Areal einer einstigen Papierfabrik entwickelt – mit 40.000 Quadratmetern Fläche. Dort sollen durch „wertschöpfende Logistik“ mindestens doppelt so viele Arbeitsplätze als vorher entstehen – also 500 statt 250. Weitere Standorte sind im Visier, darunter auch wieder Logistik-Hubs für das nördliche Ruhrgebiet, wo 2018 die letzte Steinkohlezeche schließen wird. „logport 10“ ist längst eine realistische Vision.

duisport stärkt durch Kooperationen mit anderen Unternehmen die Industrie und setzt Impulse für den Klimawandel. Mit innogy wurde ein Vertrag zur Entwicklung eines langfristigen Energie- und Logistikkonzeptes für den Duisburger Hafen abgeschlossen. Gemeinsam untersuchen wir zunächst die Voraussetzungen für den Einsatz von Elektromobilität im gesamten Hafenbereich. Wir prüfen ferner, wie die Stromversorgung angedockter Schiffe durch dezentrale Stromerzeugung erfolgen kann. Schließlich geht es um den Einsatz ultraleichter organischer Solarfolien, die an geeigneten Oberflächen angebracht werden und dort Energie produzieren. Bei duisport bestehen sie den Praxistext für die weltweite Markteinführung.

duisport hat schon zuvor gemeinsam mit dem Partner Siemens ein digital gesteuertes Verkehrsleitsystem entwickelt, das zunächst in zwei Hafensektoren Lieferverkehre über elektronisch gesteuerte Hinweistafeln staufrei steuert. Im nächsten Schritt sollen die effektivsten Fahrstrecken den Lkw-Fahrern über eine APP aufs eigene Smartphone geliefert werden – ein technologischer Quantensprung der Verkehrssteuerung, der weltweite Vermarktung verspricht.

Das RWE-Tochterunternehmen „Supply & Trading“ arbeitet ebenfalls an der Nachhaltigkeits-Offensive von duisport mit. Wir planen miteinander die Einrichtung einer mobilen Tankanlage und weitere Einrichtungen, um zuerst hafeninterne Fahrzeuge und die Lkw lokaler Speditionen mit dem emissionsarmen LNG (verflüssigtes Erdgas) zu versorgen.

Während sich der Bergbau an der Ruhr verabschiedet und die Stahlindustrie um ihre Zukunft kämpft, hat sich die Logistik rund um duisport einen neuen, wichtigen Rang erobert. Die von Ministerpräsident Armin Laschet angeregte Ruhrkonferenz 2018 wird diese Tatsache nicht aus den Augen verlieren. Denn: NRW kann Logistik. Bereits über 600.000 Beschäftigte in Logistikberufen stehen dafür.

www.duisport.de