Steigende Risiken durch Digitalisierung und internationales Wachstum

März 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Steigende Risiken durch Digitalisierung und internationales Wachstum

Es sind vielschichtige Risiken, mit denen Unternehmen im internationalen Geschäft konfrontiert werden. Es braucht einen verlässlichen Partner, der diese Risiken kennt, bewerten kann und absichert.

Björn Albert, Head of Division Direct & Partner Distribution, Euler Hermes Deutschland
Euler Hermes Deutschland / Unternehmensbeitrag

Herr Albert, Digitalisierung und Globalisierung sorgen für eine florierende deutsche Wirtschaft. Allerdings sind es nicht nur die Wachstumschancen, die zunehmen.
Das ist richtig. Gerade durch Digitalisierung und internationales Wachstum steigen die Risiken für Unternehmen. Versetzt man sich in die Position eines CFOs, gilt es, diese im Auge zu behalten, zu quantifizieren und gegebenenfalls abzusichern. Es gibt dabei verschiedene Aspekte, die Unternehmen in unterschiedlichen Ausprägungen betreffen. Zunächst ist das natürlich der klassische Forderungsausfall. Mit der Digitalisierung gewinnt aber auch die Absicherung von Vertrauensschäden durch eigene Mitarbeiter oder Dritte an Bedeutung. Für Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf einer funktionierenden Lieferkette basiert, kann zudem die laufende Beobachtung der Bonität von Lieferanten und Kunden erfolgsentscheidend sein. Und zu guter Letzt muss man als oberster Finanzchef natürlich auch immer die eigene Kreditversorgung im Hinterkopf haben – ergänzend zum Bankenportfolio.

Und das sind alles Bereiche, bei denen Euler Hermes Kunden als Partner international zur Seite stehen kann?
Wir sind Weltmarktführer für Kreditversicherungen, ein führender globaler Anbieter in der Kautionsversicherung und im Forderungsmanagement. Wir sind aber vor allem der richtige Partner für internationales Wachstum, weil wir vor Ort in über 40 Ländern der Welt präsent sind. Somit können wir Risiken und Unternehmen wesentlich besser bewerten. Mit anderen Worten: Wir kennen lokale Usancen und schützen unsere Kunden vor Ausfällen und im Falle eines Ausfalls.

Ist diese Präsenz vor Ort auch deshalb wichtig, weil die Zeiten politisch immer unruhiger werden?
Definitiv, was übrigens auch ein Aspekt ist, der beim Thema Forderungsausfall immer wichtiger wird. Politische Risiken treten heute in Ländern auf, mit denen die deutsche Wirtschaft eng verflochten ist – Beispiel Türkei oder Russland. Hier kann eine Investitionsgüterversicherung Schutz bieten.

Wie innovativ müssen Ihre Versicherungslösungen in einer Welt sein, die sich stetig wandelt?
Wir sind natürlich mit neuen, innovativen Lösungen zur Risikoabsicherung unserer Kunden immer am Puls der Zeit. Ein Beispiel ist die Anfechtungsversicherung, mit der wir vor etwa drei Jahren auf eine Gesetzesänderung reagiert haben. Eine Anfechtung bereits bezahlter Forderungen – die sogenannte Insolvenzanfechtung – betrifft in der Regel erhaltene Zahlungen vor Beantragung des Insolvenzverfahrens. Sollte der Insolvenzverwalter davon ausgehen, dass den Gläubigern die drohende Zahlungsunfähigkeit offenkundig gewesen sein könnte, würde er erhaltene Zahlungen anfechten. Nicht ungewöhnlich ist die Anfechtung von Zahlungen der letzten vier Jahre vor Beantragung des Insolvenzverfahrens. Andererseits zeigt die zunehmende Bedeutung der Vertrauensschadenversicherung, dass auch seit vielen Jahren bestehende Produkte durch Trends wie die Digitalisierung und damit verbundene neue technische Möglichkeiten der Betrüger nach wie vor topaktuell sind.

Was macht die Vertrauensschadenversicherung so topaktuell?
Mit der Digitalisierung nimmt auch die Zahl von sogenannten Fake-Identity- oder Fake-President-Fällen zu. Das kann eine vermeintliche E-Mail des CEO oder CFO mit einer Zahlungsanweisung sein oder der Brief eines Kunden mit dem Hinweis auf eine neue Bankverbindung. Wir erleben gerade einen deutlichen Anstieg der Schäden bei Großkunden und im Mittelstand und empfehlen neben angemessener Vorsicht auch einen adäquaten Deckungsschutz.

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