»Risikomanagement muss proaktiv sein.«

März 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement
Risiken im Griff
Die Redaktion befragt Akteure zu Fragen der Risikosteuerung.
März 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Risikomanagement muss proaktiv sein.«

Ralf Kimpel / Vorsitzender des Vorstands; Risk Management Association

Risikomanagement bedeutet, Chancen und Risiken frühzeitig erkennen, verstehen, analysieren, bewerten, steuern, überwachen und darüber informieren. Das sind viele „Tu-Wörter“, denn Risikomanagement ist ein zielgerichteter Steuerungsprozess, bei dem die Proaktivität im Vordergrund steht.

Wer Risikomanagement nach wie vor als ein Risiko-Buchhaltungssystem betreibt, hat nicht erkannt, welcher Mehrwert mit dieser betriebswirtschaftlichen Funktion verbunden sein kann. Die Befassung mit Risiken ist in allen Unternehmensbereichen an der Tagesordnung, sei es in strategischen Projekten, in der Logistik, bei der Produktion oder im Personalwesen. Kein unternehmerisches Handeln ist risikofrei und auch das Unterlassen von Aktivitäten kann mit erheblichen Risiken verbunden sein.

Wer sich in Sachen Risikomanagement auf dem Laufenden halten will und ein Experten-Netzwerk von Risikomanagern sucht, dem steht die Risk Management Association e.V. als unabhängige Interessenvertretung zur Verfügung.

www.rma-ev.org

März 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Berechtigte Forderungen durchsetzen.«

Kirsten Pedd / Präsidentin des Bundesverbands; Deutscher Inkasso-Unternehmen

Modernes Forderungsmanagement unterstützt die gesamte Wirtschaft dabei, Zahlungsrisiken zu minimieren und Liquidität zu sichern. Davon profitieren etablierte Großkonzerne, KMU und Handwerker, die öffentliche Hand, aber auch Onlinehändler und Start-ups. Pro Jahr führen Inkassodienstleister des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen mehr als 5 Milliarden Euro dem Wirtschaftskreislauf wieder zu. Die Unternehmen des BDIU beschäftigen dafür gut ausgebildete Fachkräfte und garantieren seriöses Forderungsmanagement, das mit Bonitätschecks, einer effizienten Mahnansprache und klar definierten Zahlungszielen dem Gläubiger hilft, seine berechtigten Forderungen durchzusetzen. In der Mitgliederliste findet jeder Auftraggeber mit einfachen Suchparametern den für ihn passenden Rechtsdienstleister. Besonders vorteilhaft: Alle im BDIU organisierten Unternehmen haben sich auf die Einhaltung strenger berufsrechtlicher Pflichten verständigt und unterwerfen sich zudem
der Selbstkontrolle durch die verbandsinterne Schiedsstelle.

www.inkasso.de

März 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Skepsis gegenüber Wachstumsprognosen ist erlaubt.«

Kevin Koch / Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Bundesverband Credit Management

Der Bundesverband Credit Management (BvCM) hat Ende 2015 zusammen mit der Georg-August-Universität Göttingen den CreditManagementIndex CMI® eingeführt. Die Kennzahl spiegelt die Risiko-Erwartungen von Credit Management-Spezialisten wider – und kann bisweilen die allgemeine wirtschaftliche Euphorie relativieren.

Zum Jahresstart 2018 beispielsweise verzeichnet der CMI einen Rückgang auf den tiefsten Wert seit Q2/2016. Woran liegt das? Die Umsatzerwartung der Credit Manager ist gesunken, ebenso wie die Kennzahlen neu geprüfte Kreditanträge, abgelehnte Kreditanträge, abgegebene Forderungen (Inkasso), Wert der Kundenabzüge, Anzahl der Auftragseingänge sowie durchschnittliche Außenstandsdauer.

Dagegen sind die Kennzahlen Zahlungseingänge, Wert strittiger Forderungen, insolvente Kunden, Geschäftsklimaerwartungen und Wertberichtigungen auf Forderungen gestiegen. Daraus ergibt sich ein uneinheitliches Bild, das durchaus eine gewisse Skepsis erlaubt. Allen Wachstumsprognosen zum Trotz.

www.credit-manager.de