Gedämpftes Wachstum

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Meldungen

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Schwachstellen im Finanzsystem

Der Financial Stability Board (FSB) hat angekündigt, die weiterhin vorhandenen oder sogar gestiegenen Risiken im Finanzsystem zu untersuchen. „Während der Kern des Finanzsystems deutlich widerstandsfähiger als vor einem Jahrzehnt ist, bestehen potenzielle Schwachstellen fort, und in einigen Fällen haben sie sich sogar vergrößert“, so FSB-Vorsitzender Randal Quarles. Gelockerte Kreditstandards, erhöhte Asset-Preise sowie eine hohe Unternehmens- und Privatverschuldung erforderten Wachsamkeit. Besonderes Augenmerk soll auf die Effekte der seit der Krise umgesetzten Finanzreformen für die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen gelegt werden. Auch die Wirksamkeit der Regulierungen, die die von sehr großen Banken ausgehenden systemischen Risiken begrenzen sollen, stehen auf dem Prüfstand. Für das Juni-Meeting der G20 ist ein Bericht über die Auswirkungen dezentraler Finanztechnologien für die Finanzaufsicht angekündigt. Außerdem will der FSB einen Bericht über effektive Praktiken für den Umgang mit Cyber-Vorfällen vorlegen.

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Gedämpftes Wachstum

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen das deutsche Wachstum deutlich pessimistischer als noch im Herbst 2018. Für 2019 wird lediglich noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,8 Prozent gerechnet, im September 2018 wurden noch 1,9 Prozent Wachstum vorhergesagt. Als Ursachen werden politische Krisen angegeben, die die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingetrübt hätten. Die Risiken für die deutsche und die weltweite Konjunktur hätten sich gegenüber dem Herbst 2018 vergrößert, betonten die Ökonomen. Die Gefahr einer ausgeprägten Rezession wird aber dennoch als gering eingestuft. Auf internationaler Ebene lägen Gefahren im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie im weiterhin ungeklärten Brexit-Verfahren. National sahen die Experten vor allem Belastungen für die Konjunktur durch den Fachkräftemangel, Lieferengpässe sowie Schwierigkeiten in der Autoindustrie. Um effektiv gegenzusteuern, wird empfohlen, die von der Bundesregierung nach wie vor propagierte „Schwarze Null“ zu hinterfragen.

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Wachstumsschub für US-Wirtschaft

In den USA ist das Wirtschaftswachstum mit 2,1 Prozent wesentlich höher als im Euroraum (1,1 Prozent) und in Deutschland (0,5 Prozent). Woran liegt das? Naheliegend scheint zunächst, die aggressive Handelspolitik des US-Präsidenten dafür verantwortlich zu machen. Trump belegt die Handelspartner mit Restriktionen, um dadurch die US-Wirtschaft zu fördern. Tatsächlich spielt dieser Faktor für die Wachstumsdifferenz bisher aber eine untergeordnete Rolle. Der Protektionismus schadet allen, nicht nur den betroffenen Handelspartnern, sondern auch den Amerikanern selbst. Die wahre Ursache könnte in der Finanzpolitik liegen. Ende 2017 wurde in den USA eine Steuersenkung wirksam, kombiniert mit einer starken Ausgabensteigerung. Das öffentliche Defizit stieg um über 100 Milliarden US-Dollar. Zunächst hieß es, dies würde die Inflation anheizen, die Zinsen nach oben treiben und das Vertrauen in die öffentlichen Finanzen untergraben. Keine der Befürchtungen ist aber eingetreten. Die amerikanische Wirtschaft erhielt vielmehr einen deutlichen Wachstumsschub.