»Cyberversicherungen ergänzen das Sicherheitsmanagement.«

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement
Risiken erkennen
Die Redaktion befragt Akteure zu aktuellen Themen im Risikomanagement.
April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Cyberversicherungen ergänzen das Sicherheitsmanagement.«

Susanne Dehmel / Mitglied der Geschäftsleitung Bitkom e. V.

Wenn die Unternehmens-IT unter Beschuss steht, kann selbst das beste Sicherheitsmanagement nicht genügen. Daten können durch Cyberattacken für immer verloren sein. Doch in diesen Fällen können Unternehmen zumindest ihren monetären Schaden begrenzen – per Cyberversicherung. Sie übernimmt zum Beispiel die Kosten für die Reparatur von IT-Systemen oder die Wiederherstellung von Daten. Abgedeckt sind in der Regel auch Schäden, die bei einer Betriebsunterbrechung entstehen. Neben externen Angriffen sind je nach Police auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen mitversichert. Wichtig ist: Unternehmen und Versicherungsgeber sollten klar definieren, bei welchen Vorfällen eine Cyberversicherung greift und wie mögliche Schadensfälle nachgewiesen werden. So kann eine Cyberversicherung eine sinnvolle Ergänzung im Risikomanagement sein, ersetzt aber natürlich keine robuste IT-Sicherheit. Denn: Nur wer bei der IT-Sicherheit gut aufgestellt ist, kommt auch als Versicherungsnehmer infrage.  

 

www.bitkom.org

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Factoring bietet eine verlässliche und sichere Finanzplanung.«

Dr. Alexander Moseschus / Geschäftsführer Deutscher Factoring Verband e. V.

Factoring gewinnt nach wie vor stark an Bedeutung: Im ersten Halbjahr 2018 sind die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes um fast fünf Prozent auf 118,8 Mrd. Euro angestiegen. Die aktuellen Kundenzahlen zeigen, dass mittlerweile 44.300 Kunden das Produkt Factoring nutzen und bereits von den Vorteilen des Factorings profitieren. Unternehmen benötigen heutzutage schnelle Liquidität aus ihren Lieferungen und Leistungen und wollen zusätzlich das Risiko reduzieren, dass Forderungen gegen ihre Kunden ausfallen können. Die Vorteile des Factorings liegen dabei auf der Hand: Eine sofort zur Verfügung stehende Liquidität, verlässliche und sichere Finanzplanung, Erhöhung der Eigenkapitalquote, besseres Rating durch optimierte Bilanzstruktur und Schutz vor Zahlungsausfällen durch Übernahme des Ausfallrisikos auf Debitorenseite. Die gegenwärtig 45 Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes bedienen dabei knapp 98 Prozent des verbandlich organisierten Factoring-Volumens und sind auf www.factoring.de einsehbar.

 

www.factoring.de

April 2019 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

»Unternehmen haben die Pflicht zu effektiver Risikoanalyse.«

Marco Wolfrum / Mitglied des Vorstands Risk Management Association e. V.

Risikomanagement wird in vielen Unternehmen fälschlicherweise noch immer als eine Art Buchhaltung über die im Unternehmen existierenden operativen Risiken gesehen. Dies geht jedoch an den gesetzlichen Mindestanforderungen vorbei. Neben der meist vernachlässigten Notwendigkeit, Risiken auch in ihrem Zusammenwirken zu betrachten (Risikoaggregation), ergibt sich aus der Business Judgement Rule (§93 AktG mit Ausstrahlwirkung insbesondere auch auf GmbHs) vor allem die Pflicht der Unternehmensführung, bei der Vorbereitung von unternehmerischen Entscheidungen eine adäquate Risikoanalyse durchzuführen und Ertrag und Risiko abzuwägen. Ist keine geeignete informationelle Fundierung der Entscheidung vorhanden, so stellt dies eine Pflichtverletzung dar, die auch eine Schadensersatzpflicht auslösen kann. Hierbei ist im Streitfall die Unternehmensführung in der Beweispflicht. Eine entscheidungsorientierte Ausrichtung des Risikomanagements sollte also für alle Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein.

 

www.rma-ev.org