Zahlen Sie doch per Smartphone!

Mai 2019 | Die Welt | Geld

Zahlen Sie doch per Smartphone!

Die Brieftasche kann getrost zu Hause bleiben. Gezahlt wird immer mehr mobil.

Tilo Hacke Vorstandsmitglied DKB AG
DKB / Google Pay / Unternehmensbeitrag

Herr Hacke, Smartphone und Kreditkarte vereinigen sich virtuell – Ihre Kunden sollen mit der DKB-VISA- Card ganz einfach mit Google Pay mobil bezahlen können. Welche Vorteile haben Kunden von dieser Kooperation?
Der große Vorteil von Google Pay ist, dass Kunden überall bequem mit ihrem Android-Smartphone oder einem der vielen kompatiblen Wearables, wie die Smartwatch, bezahlen können. Das Prinzip ist ähnlich dem kontaktlosen Bezahlen mit der Kreditkarte. Jedoch ist der Bezahlvorgang direkt in das Betriebssystem des Mobilgeräts integriert, sodass an der Kasse beispielsweise gar keine App mehr geöffnet werden muss. Der Kunde hinterlegt hierfür einmalig die DKB-VISA-Card in der Google Pay App.

So bezahlen unsere Kunden schnell, einfach, sicher und absolut bequem – und das nicht nur im stationären Handel, sondern auch zum Beispiel beim Online-Shopping per Smartphone über In-App Payment.

 

Komfortabel ist mobiles Bezahlen ohne Frage. Doch ist es auch sicher?
Google Pay nutzt die Token-Lösungen der Kartennetzbetreiber, die mittlerweile in einer Vielzahl von Märkten zum Einsatz kommen. Mit anderen Worten: Die Kreditkartendaten werden in eine virtuelle Kontonummer umgewandelt und für jedes einzelne Gerät wird ein eigener Token erzeugt. Nur die Bank kann den Bezug zwischen virtueller Kontonummer und dem Nutzer herstellen. Also selbst wenn versucht wird, hier Daten abzugreifen, kann man dank dieser Verschlüsselung nichts damit anfangen. Zudem werden keine Kreditkartendaten auf dem Endgerät des Nutzers oder bei den Händlern selbst gespeichert.

Falls die Kunden mal ihr Smartphone verlieren, sollten sie sich jedoch aus Sicherheitsgründen mit ihrem neuen Smartphone oder Wearable nochmals registrieren.

 

Gerade bei US-Dienstleistern wie Google denkt man schnell an Datenerhebung. Wie gläsern werde ich als Kunde?
Natürlich hinterlässt man Spuren,  wenn man mobile Bezahldienste nutzt. Die hinterlassen Sie aber genauso, wenn Sie mit Kredit- oder Girocard bezahlen. Neben unseren sehr hohen Datenschutzanforderungen, sind aber auch die regulatorischen Richtlinien an die Banken enorm hoch. Die europäische Datenschutzgrundverordnung ist da sicherlich ein gutes Stichwort. Kunden müssen sich also keine Sorgen machen, dass die Quittungen ihrer über Google Pay getätigten Einkäufe ausgewertet werden. Außerdem werden nicht mehr Daten als bei einer Kreditkartenzahlung erzeugt, und die Auswahlkriterien seitens der DKB und Google für ihre Partnerschaften sind sehr streng.

 

Google Pay ist seit Juni 2018 in Deutschland verfügbar, allerdings bieten bisher nicht alle Banken hierzulande den Service an. Warum haben Sie sich für eine Beteiligung entschieden?
Bitte vergessen Sie nicht, dass der deutsche Markt eine Besonderheit hat: die große Verbreitung der Girocard, gerne auch noch EC-Karte genannt. In den meisten anderen Ländern sind Kredit- oder Debitkarten gängiger, die beide – im Gegensatz zur deutschen Girocard – für den E-Commerce und auch das mobile Bezahlen genutzt werden können. Das macht den Markteintritt in Deutschland natürlich etwas schwieriger als vielleicht in anderen europäischen Ländern und setzt eine gewisse Affinität bei der Kundenstruktur voraus.

 

Und diese Affinität sehen Sie bei Ihren Kunden?
Die DKB hat in Deutschland rund vier Millionen Kunden, die ohnehin alle unsere Kreditkarte haben – eine wichtige Grundvoraussetzung fürs mobile Bezahlen. Zudem sehen wir bei unseren Kunden eine hohe Affinität und Nachfrage zu mobilen Bezahldiensten. Google Pay ist dahingehend eine innovative Bezahllösung, zumal sie auch jedem Nutzer mit einem Android-Endgerät in Deutschland kostenfrei zur Verfügung steht.

 

Dennoch lieben die Deutschen ihr Bargeld wie keine andere europäische Nation. Welchen Stellenwert kann mobiles Bezahlen da überhaupt erreichen?
Das mobile Bezahlen hat einen großen Vorteil: Es ist kein eigenständiges, losgelöstes Thema, sondern eng mit dem Smartphone und anderen mobilen Endgeräten verbunden. Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass mobile Endgeräte mittlerweile fester Bestandteil unseres Lebens sind. Diese Einfachheit ist der Grund, warum wir davon überzeugt sind, dass sich mobile Bezahllösungen selbst bei den deutschen Bargeldliebhabern durchsetzen werden. Das sehen Sie beispielsweise auch an der Entwicklung des kontaktlosen Bezahlens mit der Kreditkarte, das mittlerweile an fast jedem Terminal im Einzelhandel und in vielen weiteren Bereichen möglich ist.

 

Welche Vorteile bietet denn das mobile Bezahlen?
Denken Sie beispielsweise an die 70 Cent, die Sie für die Toilettennutzung in Bahnhöfen oder auf Autobahnraststätten häufig zahlen müssen. Anstatt passendes Hartgeld parat zu haben, können Sie hier schnell und einfach mit Ihrem Mobiltelefon bezahlen. Gerade diese kleinen Beträge, auf die man im Alltag häufig trifft, unterstreichen den Mehrwert der mobilen Bezahldienste. Und auch für den Handel ist die Effizienzsteigerung groß, wenn der Bezahlvorgang an der Kasse ohne Zücken des Portemonnaies,  Kramen nach Kleingeld oder Eingabe von PINs auskommt. Auch deshalb ist die Akzeptanz im Handel groß – und weil die Abrechnung der Kassen am Ende des Tages einfacher, schneller und transparenter wird. Große Händler sind in der Regel technisch schon gut vorbereitet. Aber auch viele kleinere Händler ziehen aktuell schon nach.

 

Ist die Gefahr nicht groß, dass ich den Überblick über meine Finanzen verliere, wenn ich nur noch „im Vorbeigehen“ bezahle?
Das denken wir nicht. Im Gegenteil: Wenn Kunden am Geldautomaten Bargeld abheben, haben sie auch nicht automatisch ihren Kontostand im Blick. Kunden, die Onlinebanking oder unsere App nutzen, loggen sich viel öfter ein und kennen ihren Kontostand in der Regel besser. Denkbar sind in Zukunft auch weitere Funktionen, bei denen man sich digitale Budgets setzt oder eine digitale Brieftasche für den Monat füllt. Benachrichtigungen in der App könnten dann beispielsweise darauf hinweisen, wenn ein vom Kunden gesetztes Budget aufgebraucht oder überschritten wird. Nur, weil Sie kein Bargeld mehr in den Händen halten, heißt das nicht, dass Sie das Verhältnis dafür verlieren.

 

Google Pay ist seit 2018 in Deutschland verfügbar und funktioniert überall, wo kontaktloses Bezahlen akzeptiert wird.

 

www.dkb.de