»Mit Express-Zertifikaten lassen sich Anlagerisiken gestalten«

März 2017 | Die Welt | Geld

»Mit Express-Zertifikaten lassen sich Anlagerisiken gestalten«

Interview mit Hussam Masri, Leiter Produktmanagement bei der DekaBank, zum Thema Express-Zertifikate mit tiefen Barrieren und Best-In-Feature.

Hussam Masri; Managing Director Produktmanagement; DekaBank
DekaBank / Unternehmensbeitrag

Der Dax notiert auf Jahreshoch, die Immobilienpreise klettern seit Jahren. Wie bewerten Sie die Lage?
Als sehr spannend. Die Preise vieler Anlageklassen sind deutlich gestiegen, weil die Zentralbanken die Zinsen erstmals über einen derart langen Zeitraum so niedrig gehalten haben.

Darüber freut sich aber nicht jeder.
Nein, natürlich nicht. Gerade konservative Anleger stellen fest, dass es kaum noch Möglichkeiten gibt, risikolos Zinsen zu erwirtschaften, die oberhalb der Inflationsrate liegen.

Zumal sich die Preissteigerung zuletzt wieder beschleunigt hat.
Ganz genau. Wenn die Inflation steigt, ist das ein Ausdruck einer erfreulichen Wirtschaftsentwicklung und bietet Chancen. Das Dilemma ist, dass bei den Aktienmärkten nach der langen Rally auch einmal kurzfristige Rückschläge denkbar sind. Eines steht aber fest: Um zumindest einen realen Vermögenserhalt zu schaffen, müssen auch vorsichtige Anleger mit ihrer Rendite die Inflationsrate im Blick behalten.

Welches Szenario halten Sie bei der Inflation für denkbar?
Wir erwarten für 2017, dass die Inflation auf beiden Seiten des Atlantiks wieder steigt, aber insgesamt moderat bleibt. Während sich für die EZB noch kein Handlungsdruck ergibt, könnte die Fed Schritt für Schritt aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik aussteigen, ohne der Konjunktur Schaden zuzufügen. Das wäre eine wichtige Voraussetzung, um negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte zu vermeiden.

Und wie beurteilen Sie die Risiken durch politische Ereignisse?
Politische Weichenstellungen beeinflussen fast immer die Börse und davon gibt es dieses Jahr viele – seien es die Gespräche zur Ausgestaltung des Brexit oder die Wahlen in Frank-reich und Deutschland. Außerdem bleibt abzuwarten, wie die Trump-Administration ihr Wahlprogramm umsetzt. Hier kann es auch an den Aktienmärkten immer wieder zu kurzfristigen Schwankungen kommen.

Für sicherheitsorientierte Anleger stellt sich weiterhin die Frage, in was sie investieren sollen.
Das stimmt. Für diese Anleger können beispielsweise Zertifikate eine Alternative sein. Zertifikate bieten die Möglichkeit, über einen überschaubaren Zeitraum an den Kapitalmärkten zu investieren. Gleichzeitig lässt sich durch die Wahl entsprechender Produkte und Ausstattungsmerkmale das Anlagerisiko dosieren und damit kalkulierbarer machen als bei einem direkten Aktieninvestment. In der aktuellen Situation sind zum Beispiel sogenannte Express-Zertifikate eine Möglichkeit.

Hört sich interessant an. An wen richten sich diese Zertifikate und wie funktionieren sie?
Grundsätzlich richten sich Express-Zertifikate an Anleger, die am Aktienmarkt eine Seitwärtsbewegung bzw. ein leichtes Aufwärtspotenzial erwarten, etwaige Rückschläge aber nicht ausschließen. Diese Produkte haben eine feste Laufzeit, können aber bei einem bestimmten Verlauf des Basiswerts vorzeitig zurückgezahlt werden. Als Basiswert kommen für sicherheitsorientierte Anleger breit diversifizierte Aktienindizes wie der EURO STOXX 50® infrage, mutigere Anleger können hingegen auf Einzelwerte setzen.

Der Name Express rührt also daher, weil es eine vorzeitige Rückzahlung geben kann?
Genau. Halbjährlich bzw. jährlich gibt es Beobachtungstage. Wenn der Kurs des Basiswerts an diesem Stichtag auf oder über einem festgelegten Wert, der sogenannten Tilgungsschwelle, liegt, wird das Zertifikat vorzeitig zum Nennbetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurückgezahlt. Und der Zinssatz ist  in der Regel deutlich höher als derzeit etwa bei Festgeldkonten. Am Kursanstieg des Basiswerts nimmt der Anleger allerdings nicht teil.

Und wenn der Basiswert fällt?
Das hängt von den Bedingungen des einzelnen Zertifikats ab. Es gibt Express-Zertifikate, die über die Laufzeit hinweg fallende Tilgungsschwellen haben. Dadurch besteht auch noch bei sinkenden Kursen des Basiswerts die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung. Kommt es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung, ist bei allen Express-Zertifikaten am Ende der Laufzeit eine Kursschwelle, die sogenannte Barriere, für die Höhe und Art der Rückzahlung relevant. Wird die Barriere gerissen, erleidet der Anleger Verluste.

Kann der Anleger die Verlustrisiken reduzieren?
Ja, zum einen, wie vorhin schon erwähnt, über die Wahl des Basiswerts. Zudem kann er ein Express-Zertifikat mit einer niedrigen Barriere auswählen. Hier liegt die Barriere weit unterhalb des anfänglichen Kursniveaus, zum Beispiel 50 Prozent niedriger. Das heißt, der zugrundeliegende Basiswertkurs, etwa der EURO STOXX 50®, könnte bis zum Laufzeitende um die Hälfte fallen, bevor der Anleger in die Verlustzone gerät.

Es gibt einen Kaufmannsspruch, dass der Gewinn im Einkauf liegt. Aber in volatilen Phasen ist das nicht gerade einfach zu beherzigen. Wie finde ich den richtigen Einstiegszeitpunkt?
Gute Frage. Hier kann man beispielsweise auf das Best-In-Feature zurückgreifen. Nach Emission dieses Zertifikats wird dabei über einen vorher festgelegten Zeitraum der Kurs des Basiswerts betrachtet. Anschließend wird der niedrigste Schlusskurs innerhalb dieses Zeitraums als Startwert für das Zertifi-kat festgelegt. Wenn die Best-In-Periode beispielsweise einen Monat beträgt, startet man also vom niedrigsten Kursniveau des ersten Monats der Laufzeit.

Der Zins von Express-Zertifikaten ist deutlich höher als etwa bei Festgeldkonten, aber dafür besteht ein Verlustrisiko. Gibt es weitere Risiken, die Anleger beachten müssen?
Ja, die gibt es, beispielsweise das Emittentenrisiko. Das heißt, wenn die emittierende Bank in finanzielle Schwierigkeiten gerät, können ihre Schuldverschreibungen – und dazu zählen auch Zertifikate – an Wert verlieren oder im schlimmsten Fall sogar wertlos werden. Hier sehen wir uns als DekaBank allerdings gut aufgestellt. So hat am 9. Februar die US-Ratingagentur Standard&Poor‘s das Emittentenrating* der DekaBank neu bewertet und unter anderem
aufgrund der nachhaltigen Integration der DekaBank in die S-Finanzgruppe auf „A+“ angehoben. Die DekaBank hat damit bei S&P eine der besten Ratingeinschätzungen im deutschen Markt.


https://zertifikate.deka.de


*Weitere Informationen finden Sie unter www.deka.de/deka-gruppe/investor-relations/ratings

Die Wertpapierinformationen für Zertifikate erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.dekabank.de