Nachhaltiger Modulbau als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

Nachhaltiger Modulbau als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Beitrag von Gerhard Hoffmann, ifes GmbH, Köln Senior Auditor DGNB, Auditor BREEAM DE

Gerhard Hoffmann ifes GmbH, Köln Senior Auditor DGNB, Auditor BREEAM DE
ALHO Holding GmbH / Unternehmensbeitrag

Spätestens seit der Energiewende wissen wir: Nachhaltigkeit ist teuer. Wer vermutet, dass nachhaltig zu bauen höhere Kosten bedeutet, hat Recht – wenn er nur die Investitionskosten für die Erstellung betrachtet. Was häufig übersehen wird: Im Laufe des Gebäudelebenszyklus entfallen über 60 Prozent der Aufwendungen auf den Betrieb der Immobilie. Eine langfristige Betrachtung rechnet sich – und eine nachhaltige Bauweise wie der Modulbau wird zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor.


Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit eines Gebäudes spielt die Ökonomie mit dem Aspekt „Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus“ eine tragende Rolle. Die Minimierung der Lebenszykluskosten ist ein vorrangiges Nachhaltigkeitsziel. Wenn sich Nachhaltigkeit nicht nur für die Umwelt auszahlen soll, sondern auch für den Bauherrn, lohnt sich die detaillierte Betrachtung der Lebenszykluskosten. Bei einer LCC-Analyse werden die Gesamtkosten ermittelt, die ein Gebäude im Verlauf seines gesamten Lebenszyklus verursacht.


Die DIN-Norm 276 regelt die Kostenermittlung im Bauwesen. Bei der LCC-Analyse werden definitionsgemäß die Kostengruppen „300 Bauwerk – Baukonstruktion“ und „400 Bauwerk – technische Anlagen“ betrachtet, was eine detaillierte und objektive Betrachtung der im Verlauf des Gebäudelebenszyklus anfallenden Planungs-, Finanzierungs-, Herstellungs, Nutzungs-, Erneuerungs- und Abbruchkosten bedeutet.


Doch wie stellen sich die Lebenszykluskosten eines in ALHO Modulbauweise errichteten Gebäudes im Vergleich zu konventionellen Bauweisen dar? Als konkretes Referenzprojekt zur Berechnung diente ein in Modulbauweise errichtetes Bürogebäude.


Um den Vergleich zur Standardbauweise herzustellen, wurde ein Kostensimulationsmodell verwendet. Da die Lebensdauer eines Modulbaus mit der eines Standardgebäudes gleichzusetzen ist, liegt der Berechnung ein Zeitraum von 50 Jahren zugrunde. Die Ergebnisse liefern eindeutige Ergebnisse pro Modulbauweise.


Durch den modularen Systemaufbau und standardisierte Abläufe in der Fertigung sowie den durchorganisierten Planungsprozess ist eine Einsparung bei den Planungskosten von 49 Prozent zu verzeichnen.


Die ALHO Modulbauweise ermöglicht durch den hohen Vorfertigungsgrad der Module eine enorm kurze Bauzeit. Hierdurch lässt sich zum einen die Finanzierungsperiode entsprechend verkürzen. Kürzere Finanzierungszeiten wirken sich positiv auf die anfallenden Zinsen aus. Zum anderen kann die Immobilie schneller in Betrieb genommen oder vermietet werden. Die Ersparnis bei den Finanzierungskosten liegt bei 50,6 Prozent gegenüber der Standardbauweise.


Die Errichtungskosten fallen bei dem Vergleichsgebäude in der ALHO Modulbauweise um 11,4 Prozent geringer aus. Die freitragende Stahlkonstruktion der einzelnen Module erhöht die Flexibilität und die Umnutzungsfähigkeit des gesamten Gebäudes enorm. Somit lässt sich jederzeit eine kostengünstige Umnutzung und Erneuerung realisieren.
Ein weiterer Vorteil der ALHO Modulbauweise besteht in der Gebäudekonstruktion, bei der die einzelnen Module mechanisch miteinander verbunden sind. Das führt zum 13,8 Prozent kostengünstigeren Rückbau des Gebäudes.


Weiterhin lassen sich die konstruktiven Elemente eines Moduls gezielt zu nahezu 100 Prozent recyceln.


Fazit: In der Gesamtbetrachtung entstehen über den gesamten Lebenszyklus bei dem untersuchten Gebäude mit der ALHO Modulbauweise 11,5 Prozent geringere Lebenszykluskosten als bei der Standardbauweise. Die Ergebnisse der LCC-Analyse belegen, dass eine Investition in ein nachhaltiges ALHO Modulgebäude auch auf Dauer eine nachhaltige Entscheidung für Ökonomie und Ökologie ist.

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