Investition in die Spitzenposition

Juni 2016 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

Investition in die Spitzenposition

Effiziente Energieversorgung ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Unternehmen: Interview mit Robert Hienz, Geschäftsführer E.ON Energie Deutschland

Robert Hienz; Geschäftsführer E.ON Energie Deutschland
E.ON Energie Deutschland / Unternehmensbeitrag

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren damit begonnen, ihre Energiesysteme zu modernisieren. Hat die Wirtschaft ihre Hausaufgaben gemacht?


Energie effizient einzusetzen oder selbst zu erzeugen wird für Unternehmen immer wichtiger. Allerdings gibt es hier noch Potenzial: Bisher achten nur drei Viertel aller Betriebe darauf, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das ist das Ergebnis einer E.ON-Umfrage unter Unternehmensentscheidern.  Kundenprojekte aus der Industrie zeigen aber immer wieder: In vielen Unternehmen können die Energie- und Wartungskosten mit entsprechenden Maßnahmen um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Zudem werden die Klimaschutz- und Einsparziele, wie die Klimakonferenz in Paris zeigt, immer ambitionierter.
 
Was hindert denn Unternehmen daran, moderne Energiekonzepte umzusetzen?


Aus eigener Erfahrung wissen wir: Vielen Kunden ist es wichtig, dass die Effizienzmaßnahmen nicht mit umfangreichen zusätzlichen Investitionen verbunden sind. Deshalb bietet E.ON den Kunden Lösungen in Kombination mit Finanzierungsmodellen, bei denen wir die Kosten übernehmen und dann an den Einsparungen partizipieren. Letztendlich geht es aber auch um die Einstellung und Wahrnehmung: Energieeffizienz gehört zum wirtschaftlichen und unternehmerischen Handeln untrennbar dazu. Sie ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor der Zukunft – das gilt für den Mittelstand genauso wie für die Industrie. E.ON versteht sich als Energiepartner, der gemeinsam mit den Kunden langfristig tragfähige Lösungen zur Energie-, Emissions- und Kosteneinsparung entwickelt.

Wie lässt sich durch Effizienz die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen – von den finanziellen Einsparungen abgesehen?


Langfristig profitieren Unternehmen vom Einsatz moderner Technologien und Geschäftsmodelle im Energiebereich. Betriebe, die mit veralteter Energietechnik arbeiten, gefährden ihre Wettbewerbsfähigkeit. Zudem sind nachhaltig agierende Unternehmen meist attraktiver – für ihre Kunden, Investoren oder Mitarbeiter. Wer langfristig seine Spitzenposition behalten will, kommt an einem Engagement in Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nicht vorbei.

Und womit sollten Unternehmen anfangen?


Grundsätzlich gilt: Jedes Unternehmen ist anders. Eine Einheitslösung für alle gibt es nicht. Deshalb sprechen wir offen und transparent über die beabsichtigten Ziele  und ihren Bedarf mit dem Kunden. Er muss für sich definieren, welche Prioritäten er setzt, beispielsweise mit Blick auf Wirtschaftlichkeit oder Nachhaltigkeit. Bei E.ON legen wir großen Wert auf technologieoffene und herstellerunabhängige Lösungen. Deshalb beinhaltet die Realisierung eines umfassenden Konzeptes in der Regel ein bis zwei Standortbesichtigungen, um Potenziale zu identifizieren. Danach realisieren wir eine individuelle, passgenaue und wertsteigernde Lösung für den Kunden – egal ob bei
Beleuchtung, Druckluft oder eigener Energieerzeugung.

Zeichnen sich denn gewisse Trends ab? Wo geht die meiste Energie verloren?


Zum Beispiel durch veraltete und ineffiziente Erzeugungsanlagen mit schlechtem Wirkungsgrad. Die hoch effiziente Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist deshalb auf dem deutschen Markt eine feste Größe. E.ON hat in Deutschland rund 2.000 dezentrale Anlagen im Portfolio, rund ein Drittel davon auf Basis von KWK. Bei dieser Technik kann die gewonnene Energie entweder komplett oder teilweise selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist werden. Damit vollziehen Unternehmen ihre eigene „Energiewende“: vom reinen Verbraucher zum Teilnehmer am Energiemarkt. Der Vorteil: Sie können ihre Stromerzeugung oder ihren Strombezug flexibel auf Abruf erhöhen oder senken. Für die damit einhergehende Regelenergie erwirtschaften sie mit Unterstützung von E.ON als einem der größten Anbieter für Regelenergie-Vermarktung in Deutschland attraktive Zusatzerlöse. Für Unternehmer kann die Energiewende also gute und nachhaltige Perspektiven eröffnen.


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