IT-Experten mit Führungskompetenz - so gelingt der digitale Wandel.

Dezember 2015 | Wirtschaftswoche | Industrie 4.0

IT-Experten mit Führungskompetenz - so gelingt der digitale Wandel.

Die digitale Transformation erfordert gut ausgebildete Führungskräfte, die sowohl unternehmerisch als auch fachlich fit sind. Beide Fähigkeiten kommen im Software Campus zusammen.

Software Campus / Unternehmensbeitrag

Herr Dr. Arnold, die Telekom ist Industriepartner des Software Campus. Mit welcher Intention?

 

Durch die Digitalisierung verändert sich unsere Art des Wirtschaftens. Das kann uns erhebliche Innovationsschübe und Effizienzgewinne bringen, es kann aber auch dafür sorgen, dass führende Industrieunternehmen abgehängt werden. Ich will, dass wir hier auf der richtigen Seite stehen. Künftig wird es möglich sein, ein Produkt mit nur noch etwa einem Zehntel des jetzigen Aufwandes zu produzieren. Wollen wir an diesen Potenzialen partizipieren, muss uns jetzt eine enge Verzahnung von Marktteilnehmern entlang der Wertschöpfungskette gelingen. Dazu braucht es vor allem eine Kultur des offenen Austauschs und Personen, die technologische Innovationen erkennen, bewerten und im Unternehmen umsetzen können. Der Software Campus bietet zwei wichtige Zutaten: die Personen, die diese Fähigkeiten mitbringen und eine Plattform für den offenen Austausch. 

 

Können Sie das näher erläutern?

 

Der Software Campus ist ein Programm, mit dessen Hilfe junge IT-Experten auf eine Führungslaufbahn vorbereitet werden. Die jungen Experten erhalten eine Förderung des BMBF, um in Kooperation mit einem Partner aus der Industrie ein Forschungsprojekt ganz nah an der Praxis umzusetzen. Sie werden darüber hinaus durch einen Mentor aus der Industrie sowie hochklassige Führungskräftetrainings unterstützt. Genauso gelingt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie.  

 

Mit Erfolg?

 

Definitiv, wie auch das Beispiel von Dr. Tim Polzehl zeigt. Er hat am Lehrstuhl „Quality and Usability“ der T-Labs promoviert, einem An-Institut der Technischen Universität Berlin. Im Software Campus hat er dann gemeinsam mit den T-Labs eine Technologie zum Thema Crowd-Sourcing entwickelt, die er nun mit seinem Start-up Crowdee an den Markt bringt. 

 

Also eigenständig?

 

Ja, allerdings in enger Kooperation mit den T-Labs. Auch das ist Teil des offenen Ansatzes: dass man sich gegenseitig anspornt, voneinander lernt, eben ein tatsächliches Miteinander. Wir profitieren als Unternehmen von seiner Forschung, er von unseren Erfahrungen auf Konzernebene. Die Zeit bei der Telekom und im Software Campus helfen ihm sicherlich bei der Führung des eigenen Unternehmens weiter. Nur weil wir ein Talent oder eine Idee nicht zwangsläufig innerhalb der eigenen Organisationsgrenze halten, heißt es ja nicht, dass wir nicht im engen Austausch stehen und kooperieren können. 

 

Deshalb gibt es auch keine Konkurrenz zwischen den Industriepartnern des Software Campus?

 

Ich kann es nur immer wieder betonen: Mit der Digitalisierung erleben wir derzeit die wohl gravierendste Veränderung überhaupt, für die Gesellschaft und unser aller Leben. Wer da in Silos oder strikt innerhalb der eigenen Organisationsgrenzen denkt, der wird diese Transformation nicht schaffen. Es gibt keine Branche, die sich der Dynamik entziehen kann. Deshalb ist es eine so große Bereicherung, dass die Partner des Software Campus branchenübergreifend agieren und thematische Vielfalt in das Programm einfließen lassen. 

 

Steht der Software Campus auch weiteren Partnern offen?

 

Das Programm läuft mittlerweile seit fünf Jahren sehr erfolgreich. Und natürlich haben wir in dieser Zeit auch zahlreiche Erfahrungen sammeln können. Deswegen sehen wir jetzt den Zeitpunkt für eine Erweiterung des Programms gekommen. Wir sind offen für weitere Partner, die sich im Software Campus engagieren möchten. 

 

Dr. Heinrich Arnold; Senior Vice President Deutsche Telekom AG, Global Head Telekom Innovation & Laboratories

 

Die Treiber hinter dem Software Campus

Der Software Campus ist ein gemeinsames Programm der Industriepartner Bosch, DATEV, Deutsche Telekom, Deutsche Post DHL, Holtzbrinck Publishing Group, SAP, Scheer Holding, Siemens und Software AG. Als Forschungspartner sind DFKI, Fraunhofer IuK-Verbund, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Max-Planck-Institut für Informatik, TU Berlin, TU Darmstadt, TU München und die Universität des Saarlandes an Bord. Management-Partner ist die EIT ICT Labs Germany GmbH. Das BMBF fördert das Programm.  

 

www.softwarecampus.de